AFRIKA/ÄTHIOPIEN – Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke: “Das Gebet der einzig gangbare Weg“

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Hosanna – “Wir haben den Appell von Papst Franziskus zur Konfliktsituation am Horn von Afrika im Allgemeinen und der äthiopischen Bevölkerung im Besonderen mit Aufmerksamkeit verfolgt. Dieser Aufruf zum Gebet ist die einzig mögliche Lösung und der einzig gangbare Weg: Wir hoffen, dass der Appell des Papstes zum Gebet erhört und vor allem die Ermahnung zur brüderlichen Eintracht und zum Dialog respektiert wird”, sagt der Apostolische Vikar von Hosanna und Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke, Bischof Seyoum Fransua gegenüber der Fides. Der Bischof fügt hinzu: “Es ist notwendig, dass der Dialog zwischen den Parteien die Oberhand gewinnt. Bisher bemühen sich immer noch nicht alle Parteien um einen solchen Dialog. Es ist dringend notwendig, den Aufruf des Papstes zum Gebet und zur Versöhnung zu beachten; in diesem kritischen Moment ist seine väterliche Nähe ein starker Aufruf an alle, diesen dramatischen Konflikt, der so viele Opfer fordert, auf dem Weg des Friedens zu lösen”.
Inzwischen hat die Lage in Äthiopien einen kritischen Punkt erreicht. Die Front der regierungsfeindlichen Rebellen wird dank eines neuen Bündnisses, das in den Vereinigten Staaten von neun Gruppen unterzeichnet wurde, die sich gegen Premierminister Abiy stellen, immer breiter und zielt auf einen endgültigen Konflikt ab. Am 5. November rief der Premierminister die Bevölkerung von Addis Abeba auf, sich zu bewaffnen und bereit zu sein, für ihr Land gegen die “verräterischen Feinde” zu kämpfen.
Unterdessen nähern sich verschiedene bewaffnete oppositionelle Gruppen weiter der Hauptstadt. Nachdem die Oromo-Befreiungsarmee letzte Woche erklärt hat, sie könne Addis Abeba “innerhalb von Monaten, wenn nicht Wochen” einnehmen, sind die Kämpfer die Volksbefreiungsfront von Tigray etwa 400 km von Äthiopiens Hauptstadt entfernt stationiert. „Der Mythos, dass die Bevölkerung von Addis uns gewalttätig feindlich gesinnt ist”, so Getachew Reda, Sprecher der Front, “ist völlig übertrieben. Addis ist die Hauptstadt Äthiopiens, ein wahrer Schmelztiegel. Das Gerücht, die Stadt würde in einem Blutbad versinken, wenn wir sie betreten, ist lächerlich“
Angesichts dieser dramatischen Situation befürchten Beobachter einen allgemeinen Bürgerkrieg, der weitere Opfer und Flüchtlinge nach sich ziehen würde.