AFRIKA/BURKINA FASO – Westafrikanische Bischöfe beklagen Zuspitzung der Lage

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Ouagadougou – “Die Sicherheitslage im Land verschlechtert sich von Tag zu Tag, bewaffnete Gruppen rücken vor und es kommt immer wieder zu Angriffen auf die Armee. Und sie unterwerfen die Bevölkerung ihrem Willen”, heißt es in einer Verlautbarung der regionalen Bischofskonferenz von Westafrika die Pfarrer Etienne Tandamba zitiert, der als Priester in der Diözese Fada N’Gourma in Burkina Faso arbeitet. „Entführungen und Beschlagnahmungen sind an der Tagesordnung”, berichtet der Priester, „und einige Gebiete sind völlig unzugänglich. Die Schulen bleiben geschlossen, ebenso einige Kapellen, und der Zustand der Stadtverwaltung ist prekär“.
Regierung scheint die Kontrolle über die Situation verloren zu haben. Nach einem weiteren Anschlag, der am Sonntag, den 14. November, 49 Soldaten und vier Zivilisten das Leben kostete – Beobachtern zufolge handelte es sich um einen dschihadistischen Anschlag in der Nähe der Stadt Inata im Norden des Landes -, hat der Präsident von Burkina Faso, Roch Marc Christian Kaboré, auf “erhebliche Funktionsstörungen” in der Armee hingewiesen, auf die eine schlechte Strategie zur Eindämmung von Zusammenstößen mit Terroristen zurückzuführen seien. Er fügte hinzu, dass er “die Wut” verstehe, die sich in vielen Teile der Armee zeigte.
Trotz dieser Herausforderungen, die sich aus der ernsten Lage ergeben, “ist die Kirche”, wie Pfarrer Tandamba betont, “widerstandsfähig”. „Wir werden weiterhin beten und Mittel und Wege finden, um die Frohe Botschaft zu verkünden und uns um die christlichen Gemeinden zu kümmern. Wir tun alles in unserer Macht Stehende, um die Armen zu erreichen, insbesondere die Binnenvertriebenen”. Pfarrer Tandamba, der auch Direktor für Kommunikation in seiner Diözese ist, fügte hinzu, dass die Kirche durch das Radio und alle Mittel der Kommunikation versucht, den sozialen Zusammenhalt und die religiöse Toleranz sowie den Dialog zu stärken.
In der Zwischenzeit fordern Tausende von Bürgern im ganzen Land den Rücktritt der Regierung, die als unfähig betrachtet wird, wenn es darum geht Burkina Faso ein ausreichendes Sicherheitsniveau zu garantieren. Die politische Krise, in der sich der kleine westafrikanische Staat befindet, bietet einen fruchtbaren Boden für die Ausbreitung von Terrorgruppen mit Verbindungen zum IS oder der Al-Kaida in der Sahelzone. “Unsere Herausforderungen”, so Pfarrer Tandamba, “sind immens, aber wir glauben, dass wir es schaffen können“.
In Burkina Faso hat eine Serie von Terroranschlägen seit 2015 das Land erschüttert, insbesondere in den Gebieten im Norden und Osten, der sogenannten “Drei-Länder-Region”, an der Grenze zu Mali und Niger. In einigen Fällen wird die dschihadistische Gewalt mit interkommunaler Gewalt vermischt. In sechs Jahren wurden bei Zusammenstößen mindestens 2.000 Menschen getötet und 1,4 Millionen zur Flucht gezwungen.