AFRIKA/GHANA – Bau der Kathedrale in Accra: Vorsitzender der katholischen Bischofskonferenz betont Meinungsverschiedenheiten im Hinblick auf die Finanzierung

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Accra – “Obwohl die Christen des Landes am meisten vom Bau der Kathedrale profitieren werden, sollte nicht erwartet werden, dass die Bürger dies aus eigenen Spenden finanzieren. Ich denke, man hätte das Projekt auch anders finanzieren können”, so Erzbischof Philip Naameh von Tamale.
Der Vorsitzende der katholischen ghanaischen Bischofskonferenz antwortete mit dieser Stellungahme auf den Vorschlag des Finanzministers Ken Ofori-Atta, die Bevölkerung aufzufordern, den Bau der Kathedrale mit einem monatlichen Spendenbeitrag von 100 GHC zu unterstützen.
Erzbischof Naameh erinnert daran, dass “vor nicht allzu langer Zeit der Finanzminister seinen Haushaltsplan vorlegte und wir der Meinung waren, dass Absprachen mit den Kirchen im Land hätten stattfinden müssen. Denn es gibt Meinungsunterschiede im Hinblick auf Finanzierung des Baus der Kathedrale”. Der Meinung des Erzbischofs nach hätte die Entscheidung gemeinsam mit den verschiedenen Konfessionen getroffen werden müssen, die im Rahmen von Beratungen eine Alternative zum Projekt des Ministers hätten vorschlagen können.
Der Erzbischof von Tamale, der den Bau der Kathedrale fördern will, wies darauf hin, dass die Bischofskonferenz deshalb in einigen Tagen einen alternativen Weg zur Finanzierung des Projekts vorlegen wird.
Bei der Verlesung des Haushaltsplans hatte der Finanzminister betont: “Die Arbeiten an der Kathedrale schreiten zügig voran und folgen dem Zeitplan des Auftragnehmers. Die Kathedrale wird voraussichtlich am 6. März 2024 offiziell ihrer Bestimmung übergeben werden können. Nach ihrer Fertigstellung wird die Kathedrale auch einen Raum für offizielle staatliche und religiöse Aktivitäten bieten und den enormen Beitrag des Glaubens zum Aufbau der Nation symbolisieren”.
Das Projekt zum Bau der Kathedrale, die sich neben dem Parlamentsgebäude im Zentrum der ghanaischen Hauptstadt Accra befindet, wurde von der Regierung im März 2017 als Teil der Feierlichkeiten zum 60. Jahrestag der Unabhängigkeit Ghanas auf den Weg gebracht.
Das Fundraising für den Bau begann 2018. Präsident Nana Akufo-Addo sagte damals: “Die Kathedrale wird das fehlende Glied in der Architektur unseres Landes füllen…. Es wird ein Haus für interreligiöse Gottesdienste und Gebete sein und als Veranstaltungsort für offizielle staatliche Anlässe religiöser Art dienen, wie z. B. Amtseinführungen von Präsidenten, Staatsbegräbnisse und nationale Dankgebete“.