AFRIKA/LIBERIA – Katecheten in Afrika: Wichtiger Bezugspunkt für Christen in den Gemeinden

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Foya – “In Afrika hätte ich meine missionarische Arbeit niemals ohne die Hilfe und Unterstützung vieler Katechisten ausüben können”, so Pater Walter Maccalli in einem Kommentar zu dem im Mai dieses Jahres veröffentlichten Motu Proprio “Antiquum ministerium”, mit dem Papst Franziskus den das Laienamt der Katechisten formell einführte.
Der Priester, ein Missionar der Gesellschaft für die Afrikamissionen , erklärt gegenüber Fides, was Katecheten in den katholischen Gemeinden in Afrika tun. “Sie sind der Bezugspunkt für die Christen in den kleinen Gemeinden, da sie in engem Kontakt mit ihnen leben und die Liturgie am Sonntag gestalten, wenn der Missionar dies nicht tun kann. In Angola zum Beispiel blieben die Katecheten während des langen Bürgerkriegs immer an ihrem Platz, auch wenn Priester und Ordensschwestern die Missionen aus Sicherheitsgründen verlassen mussten. Sie haben ihren Glauben auch unter Gefahr und während der Verfolgung unter Beweis gestellt”, so Pater Maccalli. “Sie haben nie aufgehört zu evangelisieren, sie haben die Gläubigen weiter christliche Glaubensbildung vermittelt und ihnen geholfen und dies selbst unter prekären Bedingungen, in abgelegenen Dörfern im Wald, in den Vierteln von Vertriebenen oder in Flüchtlingslagern jenseits der angolanischen Grenzen.”
Als Bespiel für die unersetzliche Rolle der Katecheten erinnert der Missionar an Estêvão Tomais, der nur zwei Jahre vor 1961, dem Jahr des Beginns des angolanischen Befreiungskrieges, geboren wurde. Er war dazu bestimmt zu sterben, weil er ein Mestize war”, sagt er. Sein Vater war Portugiese. Er wurde von seiner angolanischen Mutter gerettet, die sich in den Wald geflüchtet hatte. „Als berufener Katechet und Verantwortlicher für die über die große Pfarrei von Nambuangongo verstreuten Gemeinden wurde er ein treuer Mitarbeiter der Missionare. Er bildet immer noch neue Gemeindeleiter aus, lehrt sie die Liturgie und erklärt ihnen die Bibel“, so Pater Macalli.
„Die katholische Kirche in Angola verdankt den Katechisten einen unschätzbaren Beitrag zur Evangelisierung während der 40 Jahre des Krieges”, so der Missionar. „Die Wirkung der Worte eines afrikanischen Katecheten auf die Christen in ihren Gemeinschaften ist sehr stark, sicherlich stärker als die von uns europäischen Missionaren“, betont er „Als Kenner der lokalen Kultur und Traditionen sind seine Worte ein Ansporn und eine Ermutigung, den christlichen Glauben in den Situationen zu leben, in denen das Evangelium oft auch mit bestimmten Praktiken und überlieferten Mentalitäten in Konflikt gerät. Sie verstehen es, eine Synthese zwischen den vielen guten Dingen in der afrikanischen Tradition und der Neuheit der Verkündigung Jesu herzustellen.”
“Auch hier in der Mission Foya in Liberia, wo ich jetzt tätig bin, können wir auf die Mitarbeit eines Katecheten zählen, der uns von der Diözese in unsere Gemeinde geschickt wird. Er bereitet unter anderem erwachsene Katechumenen auf die Taufe vor, ist in den Dörfern unterwegs, um Katechese und Liturgie in der Landessprache Kissi zu halten und in Familien und Dörfern, in denen Konflikte aufgetreten sind, für Frieden zu sorgen“, so Pater Macalli abschließend.