AFRIKA/SÜDSUDAN – Frieden hat keinen Preis: Die Symbolkraft der Geste von Papst Franziskus

Juba – Das Bild von Papst Franziskus, der zu Füßen südsudanesischer Führer kniet und um Vergebung und um konkreten Frieden in diesem afrikanischen Land bittet, „hat große Symbolkraft, die Teil der afrikanischen Kultur ist“, so Pater Donald Zagore, Theologe der Gesellschaft für die Afrikamissionen. “In Afrika hat eine solche Geste des demütigen Niederwerfens zu Füßen eines Menschen in vielen Kulturen eine sehr spezifische Bedeutung: einerseits soll es ein Zeichen des Dankes sein und andererseits eine Bitte um Vergebung oder Gnade. In diesem Zusammenhang bittet der Papst die Verantwortungsträger der beiden Länder im Namen des südsudanesischen Volkes um Gnade und um die Beendigung des unbarmherzigen Krieges, der die Bevölkerung weiterhin quält. “
“Papst Franziskus beschränkte sich in seiner Rolle als Vermittler nicht auf die Verwendung von Worten, sondern wählt starke Gesten und Symbole, die der afrikanischen Kultur entsprechen“, so P. Zagore weiter, „Solche Gesten sprechen mehr als Worte. Der Papst hat den Rat des hl. Franz von Assisi in die Tat umgesetzt, der dazu aufruft, das Evangelium überall zu predigen und nur wenn nötig Worte zu gebrauchen. Es ist eine Haltung, die Herzen öffnet, die durch Selbstbezogenheit und Gewalt verhärtet sind, um durch Gottes Liebe zu versöhnen. Mit dieser Geste revolutioniert der Papst die gesamte Dynamik der Logik von Diplomatie und Vermittlung bei der Konfliktlösung.”
“In Afrika”, fährt Pater Donald fort, “verneigt sich ein Anführer nicht vor seinen Untertanen. Auch wenn Salva Kiir und Riek Machar nicht direkt vom Papst abhängig sind, sind sie seine geistigen Kinder, denn der Papst ist der geistliche Vater par excellence. So wie Jesus sich niederwirft und im letzten Abendmahl die Füße seiner Apostel wäscht, begibt sich Papst Franziskus in die Position des Untergebenen. Die Botschaft des Heiligen Vaters ist klar: Frieden ist von unschätzbarem Wert. Nur wenn wir unser Haupt senken und unser Ego überwinden, das im Allgemeinen kein Gegenüber kennt und den Zugang zur Gemeinschaft erschwert, können wir fortan als Brüder handeln, die gleichberechtigt sind und dieselbe Menschlichkeit teilen“.

da: www.fides.org
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