AFRIKA/ TOGO – Salesianer von Don Bosco: Betreuung und Bildung

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Kara – “Wir sind vor mehr als 35 Jahren nach Kara gekommen und haben uns von Anfang an im Geiste der christlichen Nächstenliebe den verlassenen Jugendlichen, den Straßenkindern, gewidmet, die jeden Tag Gefahr laufen, misshandelt, missbraucht zu werden. Man stigmatisiert sie wegen kleiner Diebstähle oder weil sie der Hexerei beschuldigt werden und verhaftet sie“, so Pater Georges Koevi, von den Salesianern Don Boscos im Interview mit Fides über das missionarische Engagement in dem afrikanischen Land und die Herausforderungen, denen sich die Don-Bosco-Missionare dort täglich stellen. „Das Phänomen der Straßenkinder ist eine wachsende Realität in Togo”, erklärt Pater Georges, “die Ursachen liegen in den Widersprüchen eines schwierigen Umfelds und dem Fehlen von Strukturen zum Schutz der Minderjährigen. Hier in der Kara-Region gibt es jedes Jahr 200 neue Fälle von Kindern und Jugendlichen zwischen 8 und 17 Jahren, die von ihren Eltern verlassen werden, weil sie keine Mittel zur Unterstützung haben. In einem solch düsteren Bild ist ein Ort der Aufnahme, der Zuneigung und der Fürsorge ein missionarisches Werk, das das Evangelium Christi im Leben der Kinder und der Gesellschaft als Ganzes gegenwärtig macht“.
Nach Angaben der Vereinten Nationen sind mehr als 80 % der Bevölkerung des afrikanischen Landes von Armut betroffen, davon fast 50 % Minderjährige: “Jedes achte Kind erreicht nicht einmal das fünfte Lebensjahr”, so Pater Koevi gegenüber Fides, “und der Anteil derer, die die Schule abbrechen, ist sehr hoch. Aufgrund der grassierenden Armut sind Tausende von Kindern gezwungen, alle Arten von Arbeit unter ausbeuterischen und gefährlichen Bedingungen zu verrichten, um ihre Familien zu unterstützen“.
In Togo gibt es insgesamt sechs Missionen der Salesiner Don Boscos mit 36 Aufnahmeeinrichtungen. Mehr als 800 Missionare, Mitarbeiter, freiwillige Helfer und Laien arbeiten an der Seite der am meisten benachteiligten Bevölkerung. Pater Georges erklärt: “Die Don-Bosco-Gemeinde in Kara betreibt drei Heime für Straßenkinder, Jungen und Mädchen. Unsere Aktion besteht in der Durchführung alltäglicher Verwaltungstätigkeiten, d.h. dem Kauf von Lebensmitteln, Kleidung und Medikamenten, um den Jungen und Mädchen konkrete Hilfe zu leisten, sowie psychosozialer Unterstützung, der Zahlung von Schulgeldern und dem Kauf von Schulmaterial für Alphabetisierungskurse für Jugendliche, die von der Straße gerettet wurden, und für Berufsausbildungskurse, wie Uniformen, Ausrüstung für Kurse in Maurer-, Elektriker-, Tischler-, Schneider-, Schweißer- und Mechanikerkursen”.
Die Ordensleute arbeiten auch mit Jugendgefängnissen zusammen und finanzieren und leiten Projekte zur Wiedereingliederung von Jugendlichen, die eine schrittweise Rückkehr in die Familie oder in eine Betreuungseinrichtung vorsehen, “mit dem Ziel, den Minderjährigen zu ermöglichen, ihre Autonomie und ihr Vertrauen in sich selbst und in andere wiederzuerlangen”, betont der Missionar.
Pater Georges sagt abschließend: “Es gibt noch viel zu tun. Es ist sehr wichtig, die vielen jungen Togolesen zu sehen, die in der Ausbildung sind, die zaghaften, aber ermutigenden positiven Reaktionen der lokalen Bevölkerung, die ermutigt, gefördert und unterstützt werden müssen. Wir Missionare sind dabei mit der Aufgabe betraut, auf unsere Art und Weise und gemäß dem Charisma unseres Gründers, des heiligen Johannes Bosco, auf die Herausforderungen zu antworten, die dieses Land und diese Gesellschaft uns stellen”.

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