AMERIKA/BOLIVIEN – Generalstreik: Bischöfe beklagen Ausschreitungen und fordern Dialogbereitschaft

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Cochabamba – “Gott will, dass es kein Blutvergießen mehr gibt; wir laden beide Seiten zum Dialog ein und vertreten dabei nicht Positionen der Konfrontation, wir dürfen die Toten nicht länger betrauern müssen. Jedes menschliche Leben ist einmalig und unwiederholbar, der Dialog ist der bevorzugte Weg, um Ideen darzulegen und Vereinbarungen zu treffen und nicht auf Gewalt und Konfrontation zu setzen”, sagte Pfarrer Diego Plá, stellvertretender Generalsekretär der bolivianischen Bischofskonferenz, während einer Pressekonferenz am Vorabend der Vollversammlung der Bischöfe.
Oppositionsgruppen, die gegen die Regierung der „Movimento Al Socialismo “ protestieren, hatten für den 8. November zu einem unbefristeten landesweiten Streik aufgefordert. Im Mittelpunkt der Proteste steht das Gesetz 1386 über die “Nationale Strategie zur Bekämpfung der Legitimierung illegaler Einkünfte und der Finanzierung des Terrorismus”. Die Regierung bezeichnet den Streik als einen Versuch, das Land zu destabilisieren, und setzt im ganzen Land in großem Umfang Polizeikräfte ein, um den freien Waren- und Personenverkehr zu gewährleisten. In einigen Bezirken kam es zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizisten, bei denen ein junger Bauer starb und 63 weitere Personen verletzt wurden.
“Wir bedauern, dass es einen Toten in Potosí gibt und bitten immer, dass es die Bereitschaft gibt, sich an einen Verhandlungstisch zu setzen, um einen Dialog zu führen. Wir glauben, dass Gewalt nicht der richtige Weg ist”, so Pfarrer Diego Plá. Der Priester hob in diesem Zusammenhang hervor, dass die Kirche bereit sein eine Vermittlerrolle einzunehmen, wenn beide Seiten dies wünschen: “Die Kirche steht im Dienst des Volkes Gottes, sowohl Priester als auch Bischöfe sind Diener unseres Volkes, und wenn das Volk uns um einen Dienst bittet, werden wir da sein, um zu helfen und mitzuarbeiten“.
Die 109. Vollversammlung der Bolivianischen Bischofskonferenz findet vom 11. bis 16. November im Haus “Cardenal Clemente Maurer” in der Erzdiözese Cochabamba statt. Wie immer treffen sich die Bischöfe, um die soziale, politische und religiöse Situation des Landes zu analysieren und zu erörtern “weil wir eine Kirche sein wollen, die in der Realität der Menschen verankert ist, und nicht eine realitätsferne Kirche”, so Pfarrer Plá. Während dieser Versammlung werden die Bischöfe auch die Wahl des Vorstands für die kommenden drei Jahre vornehmen.