AMERIKA/DOMINIKANISCHE REPUBLIK – Manifest der Familie 2021: Bischöfe appellieren an den Staat

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Santo Domingo – Seit 1971 wird der November in der Dominikanischen Republik als der “Monat der Familie” begangen, und aus diesem Anlass hat die Familienkommission der Dominikanischen Bischofskonferenz zusammen mit anderen diözesanen Kommissionen und apostolischen Bewegungen das “Manifest der Familie 2021” im Rahmen des “Jahres der Familie – Amoris Laetitia” veröffentlicht.
Darin werden einige grundlegende Konzepte bekräftigt: “Die Familie, als erste und lebenswichtige Zelle der Gesellschaft, ist ein ständiges Anliegen unserer katholischen Kirche, und unsere Bischöfe haben sie bei mehreren Gelegenheiten zu einer Priorität in ihren Pastoralplänen erklärt”. „In dieser Zeit, in der die dominikanische Familie angegriffen wird, ist es angebracht, ihren in der staatlichen Verfassung verankerten Wert hervorzuheben“, so die Kommission weiter. “Wir können unter keinen Umständen dulden, dass irgendeine Art von Agenda durchgesetzt wird, die das Leben der menschlichen Person oder derjenigen, die noch geboren werden, angreift. Wir dürfen auch keine Ideologie tolerieren, die unsere Familienidentität entstellt und auslöscht. Wir sind verfassungsrechtlich für die Bildung unserer Kinder verantwortlich”. Aus diesem Grund müsse die Familie “eine Gemeinschaft des Lebens und der Liebe sein, die die Menschen formt und an der Entwicklung der Gesellschaft sowie am Leben und an der Sendung der Kirche teilnimmt”.
Die Unterzeichner des Manifests bekräftigen eine Reihe von Forderungen an den Staat. Erstens “das Recht auf den Schutz des menschlichen Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod anzuerkennen und zu gewährleisten, wie es in der dominikanischen Verfassung verankert ist”. Die öffentliche Politik müsse sich dringend um die Familien kümmern, insbesondere um die in Armut lebenden, indem sie für Ernährung, Gesundheit, Bildung und Sicherheit der Bürger sorgt. Der Staat müsse dazu auch ein Programm für preisgünstigen Wohnraum entwickeln und ein Netzwerk von Familienhilfezentren für Familien in Not auf den Weg bringen. Spezialisierte Therapiezentren sollten sich um Waisenkinder und Kinder kümmern, die durch die Folgen häuslicher Gewalt traumatisiert sind. Es müssen Arbeitsplätze geschaffen werden, um sicherzustellen, dass der Selbsterhalt der Familien garantiert ist; ethische und humane Programme zur Sexualerziehung in Bildungseinrichtungen gefördert werden und schließlich müsse man die Medien in den Aufbau gesunder Familien einbeziehen und alles vermeiden, was Familienzerfall, Gewalt und den Verfall der Werte provoziere.
Schließlich fordert die Kommission den Staat auf, ein Familienministerium einzurichten, “um die gesamte öffentliche Politik für alle Familienmitglieder zu koordinieren, zu formulieren und zu integrieren”. Niemand dürfe sich jedoch der Familie bemächtigen, da “sie das Recht haben, über ihre Mitglieder und ihre Zukunft zu entscheiden, wobei stets zu bedenken sei, dass das Wohl der Gesellschaft vom Wohl der Ehe und der Familie abhängt”.