AMERIKA – Kirchenvertreter fordern Recht auf Migration: „Migration darf nicht länger nur die Folge von Armut und Gewalt sein“

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Valle de Ángeles – An einem Bischofstreffen, das 25. bis 28. Oktober in Valle de Ángeles stattfand und das in dieser Form zum siebten Mal tagte, nahmen die Sekretäre der bischöflichen Kommissionen für Menschen unterwegs und die an den südlichen Grenzen Mexikos und Mittelamerikas arbeiten katholischen Laien, ein Vertreter der Abteilung für Migranten und Flüchtlinge des Vatikans und eine Gruppe von US-Bischöfen teil. Wie aus einer vom Rat der Lateinamerikanischen Bischofskonferenzen veröffentlichten Abschlusserklärung hervorgeht waren sich alle einig, dass Migration künftig ein Recht sein sollte und nicht länger die Folge von Armut und Gewalt sein dürfe.
“Wir fordern von den Regierungen Zentralamerikas, Mexikos und der Vereinigten Staaten eine Migrationspolitik, die die Würde der Menschen, das Recht auf internationalen Schutz und die Nichttrennung von Familien respektiert”, so die Forderung der Teilnehmer.
Es wurde in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, dass Zentralamerika, Mexiko und die Vereinigten Staaten die wichtigsten Herkunfts-, Transit-, Ziel- und Rückführungsgebiete von Migranten sind. Unterdessen lehnten die Kirchenvertreter die von der Regierung des US-Präsidenten Joe Biden angeordneten Rückführungsmaßnahmen ab und fordern die Regierungen Zentralamerikas und Mexikos auf, eine humanitäre, schnelle und würdige Antwort auf die durch diese Maßnahmen verursachte Notlage zu finden, die nur auf die Eindämmung und Kriminalisierung der Migranten abzielt.
“Als Kirche”, so heißt es in dem Abschlussdokument, “verpflichten wir uns, unsere regionalen Einrichtungen zu stärken, um Migranten zu begleiten und zu unterstützen, im Einklang mit dem Aufruf von Papst Franziskus, ein ‘immer größer werdendes Wir’ aufzubauen“. Gleichzeitig verpflichten sich die Teilnehmer, die Regierungen der Region, insbesondere die Mexikos und der Vereinigten Staaten, aufzufordern, vor allem die strukturellen Ursachen der Migration anzugehen. Die strukturelle Gewalt zwinge die Mittelamerikaner tagtäglich dazu, aus ihren Ländern zu fliehen, weil sie von wirtschaftlichen Bedingungen und Unsicherheit bedrängt werden. Darüber hinaus schwächten die weit verbreitete Korruption und Straflosigkeit die Chancen, in ihren Herkunftsländern stabile Lebensprojekte aufzubauen. Die von den Regierungen der mittelamerikanischen Länder und der Vereinigten Staaten durchgeführte Wirtschaftspolitik habe die Staaten im Laufe der Zeit geschwächt und die Bevölkerung gezwungen, auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen auszuwandern.
Die Teilnehmer des Treffens betonten abschließend, dass das Phänomen der Migration eine komplexe und regionale Krise darstelle, die eine sofortige Reaktion und ein gemeinsames Vorgehen von Staaten und Zivilgesellschaft erfordere. Pandemien, die Schließung von Grenzen und die Auswirkungen von Naturereignissen hätten die Präsenz gefährdeter Bevölkerungsgruppen, wie unbegleitete Minderjährige, schwangere Frauen und Alleinerziehende, auf den Migrationsrouten noch verstärkt. Derzeit fehle es aber insbesondere an einer wirksamen und umfassenden Antwort der Regierungen auf die strukturellen Ursachen der Migration.