AMERIKA/KOLUMBIEN – Indigene Völker des Amazonasgebiets fordern Schutz des Lebens und Erhalt des “gemeinsamen Hauses”

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Timbo de Betania – “Die indigenen Völker des Amazonas setzen angesichts der sich nähernden Bedrohung für den Erhalt, die Bewahrung und den Schutz des Territoriums, unseres ‘gemeinsamen Hauses’, unseres kolumbianischen Amazonasgebiets ein. Für die Regierung sind wir vielleicht keine Region, die Geld erwirtschaftet, und wir produzieren nichts Wirtschaftliches, aber wir garantieren den lokalen, regionalen, nationalen und internationalen Behörden das Wichtigste und Wertvollste: das ‘Leben’, den Schutz und die Ruhe für das ganze Land, die Welt und die zukünftigen Generationen”, heißt es in der gemeinsamen Verlautbarung zum Abschluss des Treffens der Vertreter der indigenen Völker der Departements Vichada, Guaviare, Vaupés und Amazonas, das vom 3. bis 8. Oktober in Timbo de Betania stattfand. Im Rahmen der Veranstaltung die vom regionalen Büro für Sozialpastoral im Südosten Kolumbiens einberufen wurde, befassten sich die Teilnehmer mit der Lage des “gemeinsamen Hauses” des kolumbianischen Amazonasgebiets.
“Die gemeinsame Heimat der indigenen Völker wird als Ganzes verstanden, sie ist ‘die Welt’, sie ist die Art und Weise, sie zu verstehen und mit der Natur und der biologischen Vielfalt im Allgemeinen in Beziehung zu treten und das Gleichgewicht mit Mutter Erde zu bewahren”, heißt es in dem Abschlussdokument, das auch darauf hinweist, dass das Eindringen öffentlicher oder privater Akteure und Bergbauunternehmen schwerwiegende Umweltschäden verursacht, die zu einem Ungleichgewicht und zum Verlust von Menschenleben führen, nicht nur bei indigenen Völkern, sondern im gesamten Ökosystem. “Wir indigenen Völker des kolumbianischen Amazonasgebietes, bringen daher als Schützer und Bewahrer des Lebens, unsere große Besorgnis zum Ausdruck und fordern Räume für Konsultationen, um Dialoge zu führen, die dazu führen, unser gemeinsames Haus zu verstehen, zu bewahren und zu erhalten.”
Die Vertreter der indigenen Völker erinnerten an die Notwendigkeit, “das Leben zu schützen, das Überleben der indigenen Völker und ganz allgemein des Amazonas-Bioms zu sichern”, das durch Abholzung, Bergbau und die von Kapitalinteressen verursachte Verschmutzung bedroht ist und wollen mit Unterstützung des Staates “Das Leben schützen” und formulieren in diesem Zusammenhang fünf Handlungsrichtlinien: der Staat muss die indigenen Völker schützen und ihnen ein würdiges Leben garantieren, die Gebiete der indigenen Völker des Amazonas müssen respektiert und Autonomie der indigenen Völker anerkannt werden, der Lebensraum im Amazonasgebiet uns geschützt und die Kontinuität kulturellen Traditionen für jedes im kolumbianischen Amazonasgebiet lebende indigene Volk gewährleistet werden.
Mit ihrem Ersuchen richten sich die indigenen Völker an alle institutionellen Behörden, vom Präsidenten bis zu den betroffenen Ministerien, die Gouverneure und Bürgermeister der betroffenen Gebiete, das Verfassungsgericht und den Obersten Gerichtshof… Schließlich bitten die Vertreter der indigenen Völker alle kirchlichen Realitäten, die Menschenrechtsorganisationen und nationale und internationale Hilfswerke, “weiterhin um Unterstützung bei der Verteidigung der indigenen Völker und bei der Pflege und dem Schutz des gemeinsamen Hauses”.