AMERIKA/MEXIKO – Bischof Calderón Calderón fordert Gehör für Migranten und Einwohner in Tapachula und Umgebung

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Tapachula – Hunderte von Migranten haben gestern, am 15. September, im südmexikanischen Bundesstaat Chiapas gegen die Einwanderungspolitik des Landes protestiert. Viele der lateinamerikanischen Migranten, darunter auch zahlreiche Haitianer, sitzen seit Monaten in der mexikanischen Stadt Tapachula nahe der Grenze zu Guatemala fest und beklagen, dass die Grenzbehörden sie an der Durchreise durch Mexiko hindern. “Wir sind keine Kriminellen, wir sind internationale Arbeitskräfte”, so die Migranten bei der Protestkundgebung, bei der es leider auch zu Ausschreitungen mit der Polizei kam.
Viele der haitianischen Migranten fliehen aus dem ärmsten Land Amerikas, dessen Wirtschaft wurde durch Erdbeben, die Coronavirus-Pandemie und politische Unruhen weiter beeinträchtigt wird. Doch der wachsende Zustrom von Migranten hat Tapachula und die lokale Einrichtungen für Migration überfordert. Tausende von Migranten schlafen im Freien und am Straßenrand.
Zu der dramatischen Situation äußert sich auch Bischof Jaime Calderón Calderón von Tapachula, der schreibt: “Letzten Sonntag habe ich über die Gewalt nachgedacht, die die Migranten erlitten haben, die, in Karawanen organisiert, die Stadt verlassen wollten. Ich denke, was offensichtlich ist, sind die vielen ungehörten Schreie, sowohl der Migranten, die in der Stadt gestrandet sind, als auch unserer eigenen, derer, die in diesem schönen Land leben“.
„Ich glaube, dass nicht nur die Migranten, sondern auch die Einwohner von Tapachula kein Gehör finden“, beklagt er. „Das ist bemerkenswert, denn es gibt eine große soziale Schuld bei diesen Bevölkerungsgruppen und sie zeigt sich durch Armut, Mängel im Bildungs- und Gesundheitswesen, Arbeitslosigkeit, Unsicherheit, Mangel an Arbeitsmöglichkeiten und an einem menschenwürdigen Leben… um nur die wichtigsten Auswirkungen zu nennen“.
„Leider gibt es den Aufschrei einer ganzen Gemeinde, die langsam müde wird und sich darüber ärgert, dass Tapachula zu einer Art Auffangbecken geworden ist“. Vielen Migranten würden nicht versorgt so der Bischof: „Ich glaube, eine ganze Stadt bricht bald zusammen. Es ist klar, dass die Institutionen überfordert sind, und der Regierung weiß noch nicht, was sie tun soll, um aus dieser Krise herauszukommen.”
Bischof Calderón erinnert auch an den Beitrag der katholischen Kirche zur Bewältigung der Krise in der Region um Tapachula: “Wir haben dies sehr deutlich bei der solidarischen Betreuung der großen Karawanen von 2018 gesehen“ betont er ‚“Außerdem wage ich zu behaupten, dass es nicht nur die katholische Kirche ist, sondern dass die überwiegende Mehrheit der Menschen in Chiapas sehr edel, herzlich und großzügig ist, selbst in ihrer Armut. Die katholische Kirche hilft ihrerseits insbesondere durch die Unterkunft der Diözese und alle Herbergen in den Pfarreien entlang der Küste“. „Wir versuchen in der Regel, Migranten auf der Durchreise mit Nahrungsmitteln und Unterkünften zu unterstützen, damit sie sich ausruhen und in Sicherheit bringen können, und bieten ihnen bei Bedarf medizinische Versorgung an”, so der Bischof abschließend zu den konkreten Hilfsmaßnahmen.