AMERIKA/PARAGUAY – Bischöfe zu Komunalwahlen: Gewalt und Korruption „fordern die Gesellschaft im Allgemeinen“ heraus

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Asuncion – Am Sonntag, 10. Oktober, finden in Paraguay Kommunalwahlen statt, bei denen die Bürger aufgerufen sind, die 261 Kommunalverwaltungen des Landes zu erneuern. Nach Angaben des Obersten Wahlgerichts sind insgesamt 4.644.563 Personen wahlberechtigt, davon 1.450.000 junge Menschen zwischen 18 und 29 Jahren. Gerade diese Altersgruppe sei besonders politikverdrossen, weshalb die Bischöfe Gott bitten, “die Herzen der jungen Menschen zu berühren, damit sie diesen historischen Moment ernst und nehmen und sich verantwortungsvoll für das Beste entscheiden”. Bereits in ihrer Botschaft von 2015 hatten die Bischöfe erklärt: “Eine organisierte Bürgerschaft mit einer großzügigen und uneigennützigen Haltung wie die der jungen Menschen kann die Umgestaltung unserer politischen, sozialen und wirtschaftlichen Institutionen fördern, um das Gemeinwohl der Gesellschaft zu erreichen und dabei vor allem die Schwächsten zu unterstützen”, heißt es in der Verlautbarung.
Im Hinblick auf die Wahlen am 10. Oktober unterstreicht die Bischofskonferenz der Mitteilung die Chance, seine Stimme “bewusst, frei und verantwortungsbewusst” abzugeben und fordert die Bürger auf, zur Wahl zu gehen, “um ihr Bürgerrecht auszuüben und damit die geeignetsten, ehrlichsten und transparentesten Personen zu wählen, die die verschiedenen Gemeinden und Räte in den nächsten fünf Jahren führen werden”.
Die Bürger sollen Kandidaten für die Verwaltung ihres Territoriums wählen, die “ein tadelloses Verhalten aufweisen und politisch und persönlich kohärent sind”. “Der Kandidat darf uns nicht mit Vorteilen oder Demagogie täuschen”, so die Bischöfe weiter, die daran erinnern, dass “wir als Wähler eine große Verantwortung haben, die Personen zu wählen, die politische Ämter bekleiden werden, und dass wir gleichzeitig die moralische Verpflichtung haben, diejenigen abzulehnen, die in Korruption, organisiertes Verbrechen und ‘Drogengeschäfte’ verwickelt sind”. Jeder solle ohne jegliche Konditionierung oder Druck die eigne Stimme abgeben und damit die Reife und Verantwortung zeigen, die mit sozialem Engagement einhergehe.
Die Wahlkampagne war unterdessen durch ein hohes Maß an Gewalt und Korruption gekennzeichnet, die durch das organisierte Verbrechen und den Drogenhandel angeheizt wurden . Dies müsse alle herausfordern, so die Bischöfe, “nicht nur als Wähler, sondern als Gesellschaft im Allgemeinen”. Es schmerzt uns zu sehen, dass politische Führer und Kandidaten in Angriffe auf das Leben verwickelt sind”, stellen sie fest: “Das Leben ist ein Geschenk Gottes und als solches müssen wir es respektieren. Wieder einmal werden wir Zeuge von schwerwiegenden Korruptionsfällen und der Notwendigkeit, öffentliche Angelegenheiten transparent zu machen“. Abschließend bitten die Bischöfe für die Wahl um Gottes Segen und den Schutz der Heiligen Jungfrau Maria.