ASIEN – Bischof Dell’Oro: “Neue Bischofskonferenz wird der Mission in Zentralasien mehr Bedeutung verleihen”

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Karaganda – Die Gründung der neuen Bischofskonferenz von Zentralasien, in der die Bischöfe von Kasachstan, Usbekistan, Kirgisistan, Turkmenistan und Tadschikistan vertreten sein werden, ist eine Chance für das Wachstum der Kirche in dieser Region. Bischof Adelio Dell’Oro von Karaganda betont: “Wir freuen uns sehr über die Entstehung dieser neuen Bischofskonferenz. Es ist das Ergebnis von zwei Jahren Arbeit und wird die katholische Präsenz in diesem Land wachsen und reifen lassen. Wir werden die Gelegenheit haben, unserem Auftrag hier mehr Bedeutung zu verleihen. Und wir werden uns darüber austauschen, was es dreißig Jahre nach der Unabhängigkeit dieser Länder bedeutet, sich in einem Gebiet mit muslimischer oder orthodoxer Mehrheit zu befinden. Dies ist ein wichtiges Thema für alle fünf Länder. Auf diese Weise werden wir in der Perspektive der Synodalität zu einem gemeinsamen Weg zurückkehren können, wie es in der Zeit unmittelbar nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion geschehen ist. Im Jahr 1991 gab es nur eine Apostolische Verwaltung in Kasachstan, zu der auch Kirgisistan, Tadschikistan, Usbekistan und Turkmenistan gehörten. Dies erleichterte schon damals den Austausch zwischen den verschiedenen Realitäten, die sich regelmäßig trafen. Als die Missio sui iuris in den anderen vier Ländern eingeführt wurde, gingen die gemeinsamen Aktivitäten jedoch zurück und wurden seltener“.
Das neue Gremium, das offiziell durch ein Dekret der Kongregation für die Evangelisierung der Völker vom 8. September 2021 eingerichtet wurde, wird es den Bischöfen ermöglichen, gemeinsam auf kritische Fragen und gemeinsame Herausforderungen zu reagieren und sich gleichzeitig gegenseitig bei der Bewältigung der spezifischen Probleme der einzelnen Länder zu unterstützen: “Der Modus Operandi ist, dass jeder von uns vor dem Treffen Themen vorschlägt, die er für wichtig hält. Was bis vor kurzem nur zwischen den verschiedenen Diözesen geschah, geschieht nun auch zwischen den Ortskirchen von fünf Staaten. Diese Zusammenarbeit ist sehr interessant, ebenso wie alle Initiativen, die uns zur Zusammenarbeit führen werden, von grundlegender Bedeutung sind“.
Zu diesen Initiativen gehört auch das Webinar “Die Mission der Evangelisierung in Zentralasien zur Zeit von Evangelii Gaudium – Kontext, Schwierigkeiten, Perspektiven”, das von der Päpstlichen Missionsunion der Päpstlichen Missionswerke am kommenden 12. und 13. Oktober 2021 geplant ist. Bischof Dell’Oro betont dazu: “Das Webinar wird viele interessante Themen für das Leben der zentralasiatischen Kirche ansprechen und wird daher eine Gelegenheit sein, die Reflexion über den aktuellen Stand unserer Mission und die Zukunftsaussichten zu erörtern. Die Herausforderungen sind in der Tat vielfältig: Die erste besteht sicherlich darin, einen Glauben zu überwinden, der manchmal nur mit Riten und Traditionen verbunden zu sein scheint, die von den ersten Missionaren hierher gebracht wurden. Wir wissen ihren Mut sehr zu schätzen und verdanken ihnen viel, aber jetzt müssen wir einen Schritt weiter gehen und den Menschen begreiflich machen, dass es einen Grund gibt, warum der Herr sie nach der schmerzhaften Geschichte des von der UdSSR aufgezwungenen Atheismus hier haben wollte”.