ASIEN/KASACHSTAN – Evangelisierung erfordert Übergang zur Landessprache

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Astana – Zu den künftigen Herausforderungen der Evangelisierung in Kasachstan gehöre der schrittweise Übergang zur kasachischen Sprache. Das betont Pater Leopold Kropfreiter , Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Kasachstan gegenüber der Fides. “In der Vergangenheit haben viele Gemeinden aufgrund der starken Präsenz von polnischen Deportierten auf Polnisch gebetet“, erklärt er, „später wurde erkannt, dass es erforderlich war, auch auf Russisch zu beten. Heute sollte es für die Kirche in Kasachstan eine weitere Sprachrevolution geben: Die Menschen russischer und polnischer Herkunft werden immer weniger, und wenn wir mit jungen Menschen sprechen wollen, müssen wir das auf Kasachisch tun”.
P. Leopold Kropfreiter SJM sprach auf dem jüngsten Webinar zum Thema “Die Mission der Evangelisierung in Zentralasien zur Zeit von Evangelii Gaudium. Kontext, Schwierigkeiten, Perspektiven” und erinnerte sich bei diesem Anlass: “Als ich 2016 zum Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Kasachstan ernannt wurde, war ich mir nicht sicher, was genau meine Rolle war: Ich dachte, sie bestünde darin, sich für die Beschaffung von Mitteln für die Mission einzusetzen. Ich dachte, es ginge darum, Spenden für die Mission zu sammeln, aber es dauerte nicht lange, bis mir klar wurde, dass es nicht nur darum ging, sondern dass ich mich darum kümmern musste, das missionarische Bewusstsein wiederzubeleben: Das versuche ich seither jeden Tag zu tun, indem ich Kirchen und Pfarrgemeinden besuche, die Botschaft des Evangeliums übersetze und verbreite und verschiedene Projekte auf den Weg bringe, die einen wichtigen Raum für die Begegnung mit denen darstellen, die die Kirche noch nicht kennen. Eines davon wendet sich zum Beispiel an junge Menschen und zielt darauf ab, Gleichaige in Schwierigkeiten zu unterstützen”.
Der Nationaldirektor erläuterte die Arbeit der Päpstlichen Missionswerke im Hinblick auf die Unterstützung der missionarischen Arbeit in Kasachstan und weist darauf hin, dass die erste Form der Unterstützung darin bestehe, Möglichkeiten für Priester, Ordensleute und Schwestern zu schaffen, sich zu treffen und auszutauschen, die sie über ein weites geografisches Gebiet wie Kasachstan verteilt verrichten. Aus diesem Grund wurde eine besondere jährliche „Wallfahrt der Missionare” ins Leben gerufen: “Es ist ein Moment, der es uns ermöglicht, die Erfahrungen, die wir im Alltag machen, zu vergleichen. Auf einer dieser Begegnungen hörte ich zum Beispiel den Bericht eines Priesters, der in einem sehr kleinen Bergarbeiterdorf arbeitet: In der Silvesternacht bemerkten seine Nachbarn, dass er allein war und luden ihn ein, mit ihnen zu feiern. Von diesem Moment an entstand eine Freundschaft, die es dem Familienoberhaupt mit Hilfe des Priesters ermöglichte, seine Alkoholsucht zu überwinden und damit auch seine Beziehung zum Rest der Familie zu verbessern. Diese Geschichte hat uns alle gelehrt, dass das Evangelium auf viele Arten und unter vielen Umständen verkündet werden kann“.
In Kasachstan gibt es vier katholische Diözesen mit insgesamt 70 Pfarreien und 91 Priester, darunter 61 Diözesanpriester und 30 Ordensleute. Die Katholiken sind eine kleine Minderheit: Nach offiziellen Angaben des kasachischen Außenministeriums sind von den mehr als 17 Millionen Einwohnern des Landes etwa 26 % Christen, davon 1 % Katholiken.