ASIEN/LIBANON – Maronitische Bischöfe begrüßen neue Rgierung und beklagen Abwanderung junger Menschen

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Beirut – Angesichts der “besorgniserregenden” Lage, in der sich der Libanon befinde, bestehe die “oberste Priorität” darin, die Abwanderung junger Menschen zu stoppen, die dem Land seiner vitalsten und kreativsten Kräfte beraube. So lautete die Warnung der Bischöfe der maronitischen Kirche, die die schwierige Lage, in der sich das Land befindet, im Rahmen eines Treffens am gestrigen Mittwoch, dem 6. Oktober, im Patriarchat von Bkerkè unter dem Vorsitz von Patriarch Béchara Boutros Raï erörterten n.
In dem Kommuniqué, das am Ende des Treffens herausgegeben wurde, äußerten die Mitglieder des maronitischen Episkopats ihre Zufriedenheit über die Bildung der neuen Regierung unter der Führung des Sunniten Najib Mikati nach mehr als einem Jahr politischer Lähmung. Sie betonten die Notwendigkeit, „die verlorene Zeit aufzuholen“ und fordern außergewöhnliche und innovative. Die Bischöfe verweisen auf die vielen Faktoren der “Wirtschafts-, Wohnungs- und Sozialkrise, die die Libanesen von allen Seiten belastat, angefangen bei der Treibstoffknappheit, über den unkontrollierten Anstieg der Preise für Lebensmittel, Medikamente und andere medizinische Geräte bis hin zur Krise des Schul- und Universitätswesens”.
Gleichzeitig beschränkt sich der Blick der maronitischen Bischöfe nicht auf die Unwägbarkeiten des täglichen Lebens der Libanesen, sondern sie beklagen explizit die neue Abwanderung junger Menschen aus dem Land, die sie als das für die Zukunft des Libanon „potenziell verheerendste Phänomen“ bezeichnen. Nach Ansicht der maronitischen Bischöfe muss alles getan werden, um “angemessene Bedingungen der Stabilität wiederherzustellen, die den jungen Menschen Sicherheit geben und sie ermutigen, ihre Zukunft im Glauben ihrer Väter und in ihren Wurzeln in ihrem Land zu leben”.
In dem am Ende ihres Treffens veröffentlichten Text erwähnen die Bischöfe auch auf den Besuch von Premierminister Mikati in Paris und dessen Treffen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron ein und würdigen den “aufrichtigen Wunsch” der derzeitigen französischen Führung, “dem Libanon bis zum Ende seines Leidensweges zur Seite zu stehen”. Die libanesische politische Führung”, so die maronitischen Bischöfe, “ist aufgerufen, die französische Unterstützung bei Kontakten und Verhandlungen mit internationalen politischen und finanziellen Organisationen zu nutzen“.
Schließlich laden die maronitischen Bischöfe alle Mitglieder der kirchlichen Gemeinschaft ein, im letzten Monat des Kirchen vor der Adventszeit, die auf das Weihnachtsfest vorbereitet, an allen liturgischen Feiern intensiv “mit Glauben und Hingabe” teilzunehmen und die Gebete und „Werke der Barmherzigkeit gegenüber den Kranken, den Bedrängten, den Opfern von Kriegen, Katastrophen und Epidemien zu intensivieren, indem sie Gott bitten, allen Geduld und Kraft zu schenken, um Schwierigkeiten und Leiden zu ertragen”.