ASIEN/LIBANON – Sinkenden Infektionszahlen: Maronitische Kirche lockert Corona-Regeln

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Beirut – Angesichts sinkender Infektionszahlen, beginnen in der maronitischen Kirche die Maßnahmen bezüglich der Spendung des Sakraments der Eucharistie, die zur Eindämmung der Pandemie eingeführt wurden, zu lockern. Ein vom maronitischen Patriarchen, Kardinal Béchara Boutros Raï, unterzeichnetes Dekret sieht vor, dass das Sakrament der Eucharistie während der göttlichen Liturgie wieder direkt auf der Zunge gespendet und empfangen werden kann, “entsprechend unserer alten Tradition und in Übereinstimmung mit der Praxis der Ostkirchen”.
Die neuen pastoralen Bestimmungen, die Anfang September anlässlich der jährlichen Synode der maronitischen Kirche festgelegt wurden, traten zum gestrigen liturgischen Hochfest der Kreuzerhöhung in Kraft. Die Möglichkeit, die konsekrierte Hostie weiterhin in der Hand zu empfangen, kann “bis auf Weiteres” von all jenen in Anspruch genommen werden, die das hohe Maß an Vorsichtsmaßnahmen beibehalten wollen.
“In beiden Fällen”, so unterstreicht das patriarchale Dekret, “bleibt die Heiligkeit des Leibes und Blutes Christi gewahrt”. Was die maronitischen Diaspora-Gemeinden betrifft, so werden dort die Modalitäten der des Empfangs der Eucharistie in Übereinstimmung mit den Bestimmungen der Bischofskonferenzen der einzelnen Ortskirchen festgelegt werden. Die Entscheidung der maronitischen Kirche vom 4. März 2020, die Handkommunion obligatorisch zu machen, hatte in einigen Bereichen der Kirche Kontroversen und Kritik ausgelöst. In mehreren Pfarreien wurde daraufhin beschlossen, den einzelnen Gläubigen die Wahl zu lassen, wie sie die Eucharistie empfangen wollen.
In den letzten Tagen nahm Patriarch Béchara Raï am Internationalen Eucharistischen Kongress in Budapest teil, der am Sonntag, den 12. September mit einer Eucharistiefeier unter dem Vorsitz von Papst Franziskus endete.
Die ungarische Regierung unter Premierminister Viktor Orbán hat der maronitischen Kirche in den letzten Jahren mehrere Spenden zukommen lassen. Zuletzt spendete die ungarische Regierung im Juni letzten Jahres mehr als zwei Millionen Dollar als Beitrag zur Restaurierung eines maronitischen Klosters aus dem 17. Jahrhundert in der Gemeinde Aintoura, wo auch ein Kulturzentrum eingeweiht wurde, um Initiativen zur Verbesserung der Beschäftigungsmöglichkeiten, insbesondere für Frauen und junge Menschen, zu fördern, so die Website der ungarischen Botschaft in Beirut.