ASIEN/MALAYSIA – Katholische Wochenzeitschrift Herald wird erstmals von einer Frau geleitet

 190 total views,  3 views today

Kuala Lumpur – Die malaysischen Bischöfe haben die erstmals eine Frau zur Direktorin der katholischen Wochenzeitung “Herald” ernannt: Es handelt sich um Patricia Pereira, die ab dem 1. Juli die Verantwortung für das Magazin übernimmt. Pereira war vier Jahre lang für die Medienarbeit in der Erzdiözese Kuala Lumpur zuständig. Sie begann von 1996 bis 2006 als Redakteurin beim Herald und verließ dann die Zeitung, um eine Erfahrung in der Medienarbeit in der Privatwirtschaft zu machen. Nun kehrt sie zurück, um die Wochenzeitung der katholischen Kirche in Malaysia als Direktorin zu leiten.
Bischof Bernard Paul von Malacca-Johore betonte bei der Amtseinführung der neuen Direktorin: „Frau Pereira bringt jahrelange Erfahrung im Bereich Medien- und Kommunikationsarbeit mit, sowohl in der Kirche als auch im privaten Sektor. Wir sind sicher, dass er die Aufgaben des Direktors zum Wohle der Kirche und der Gemeinschaft wahrnehmen wird“.
Der Jesuitenpater Lawrence Andrew, der seit der Gründung der Zeitschrift insgesamt 27 Jahre lang die Direktion des Herald leitete, erklärt gegenüber Fides: „Im Jahr 2020 wurde dieses Printmedium aufgrund der Pandemie in ein E-Paper umgewandelt, das heute in Malaysia weit verbreitet ist. Patricia Pereira bringt nun den weiblichen Beitrag ein, der die Zärtlichkeit hervorhebt, die Papst Franziskus von der Kirche verlangt”.
Seit der Gründung der Zeitschrift am 8. September 1994 in der Erzdiözese Kuala Lumpur hat Pater Andrew die Verbreitung des Herald auf die gesamte Halbinsel Malaysia und schließlich auf die malaysischen Bundesstaaten Sabah und Sarawak ausgeweitet und damit zu einem medialen Werkzeug der ganzen katholische Kirche des Landes gemacht. Mit der Veröffentlichung von aktuelle Nachrichten und der Vermittlung christlicher Werte, sind Pater Andrew und sein Redaktions-Team zu einem Bezugspunkt in den Diözesen geworden. Historisch war der Rechtsstreit, um die Zulassung der Benutzung des Begriffs “Allah” als Bezeichnung für Gott, der von indigenen katholischen Gemeinden Malaysias bereits verwendet wurde. Während der Covid-19-Pandemie war es ein besonderes Anliegen von Pater Andrew, dass der Herald dank des digitalen Formats weiterhin möglichst viele Leser erreichen konnte.
„Ich gehe meine neue Aufgabe mit Enthusiasmus und ein bisschen Angst an”, so Pereira gegenüber Fides, „Aber ich freue mich über diese großartige Gelegenheit, die mir als katholische Laiin gegeben wurde, die berufen ist, diese Verantwortung zu übernehmen”.
Die neue Direktorin erinnert daran, dass „Papst Franziskus darum gebeten hat, dass Frauen in der Leitung der Kirche präsent sein sollen, und meine Ernennung ist ein Beweis dafür, dass die malaysische Kirche immer offen dafür war, dass Frauen führende Rollen übernehmen. Es besteht das Bewusstsein und die Akzeptanz, dass Laien und insbesondere Frauen, je nach ihrer besonderen Begabung einen wertvollen Beitrag zur Kirche leisten können. Ich denke, es ist sehr wichtig, auf die Stimme der Leser zu hören, ihre Vorlieben und Bedürfnisse zu kennen und zu verstehen“.
Malaysia ist eine multikulturelle und multireligiöse Nation mit 31 Millionen Einwohnern, davon 61 % islamischen Glaubens, etwa 20 % Buddhisten, 9,2 % Christen . Zwei Drittel der 2,6 Millionen Christen leben in Ostmalaysia, in den Bundesstaaten Sabah und Sarawak , wo sie 30 % der Bevölkerung ausmachen.