ASIEN/MYANMAR – Bischöfe warnen vor katastrophalen Folgen durch den Bau des Irrawaddy-Staudamms

Yangon – Die katholischen Bischöfe von Myanmar bitten stellvertretend für die sechzehn Diözesen des Landes um einen Stopp des geplanten Myitsone-Staudamms-Projekts im Bundesstaat Kachin. „Unser Aufruf richtet sich an alle unsere Brüder und Schwestern aus ganz Birma, deren Lebensgeschichte die Geschichte unserer ‚heiligen Mutter‘ ist, wie wir den Fluss Irrawaddy nennen”, heißt es in einer offiziellen Erklärung der Birmanischen Bischofskonferenz zum geplangen Bau des Myitsone-Staudamms im Bundesstaat Kachin.
“Der Irrawaddy-Fluss fließt durch das Herz unserer Nation und ernährt Millionen von Menschen sowie Flora und Fauna und ist damit Wasser des Lebens. Für die Menschen in Myanmar ist die Geschichte des Irrawaddy-Flusses mit unserer langen Geschichte von Freud und Leid verwoben… Ein Damm wird Millionen von Menschen ein nachhaltiges Leben unmöglich machen und dies wird eine humanitäre Katastrophe mit der Abwanderung von Tausenden von Menschen auslösen. Internationale Organisationen weisen auch darauf hin, dass Myanmar das drittgefährdetste Gebiet für Naturkatastrophen ist”, so die Bischöfe
“Der Plan, einen Damm am Irrawaddy-Fluss zu bauen, wurde von der Zivilgesellschaft und der birmanischen Bevölkerung heftig kritisiert“, heißt es in der Erklärung weiter, „Der Erzbischof von Yangon, Kardinal Charles Maung Bo, plädierte wiederholt für den Erhalt des Irrawaddy-Flusses… Für einen dauerhaften Frieden in der Region muss der Irrawaddy-Fluss intakt bleiben. Die sozialen und ökologischen Konflikte, die verursacht werden, sind nicht mit dem versprochenen wirtschaftlicher Fortschritt aufzuwiegen, den man sich vom Bau des Staudams erhofft. Frieden wird zu einem fernen Traum werden. Nach jahrzehntelangen Konflikten verdient Myanmar ein neues Leben aufzusteigen, das durch kreative Möglichkeiten bereichert wird. “
“Als katholische Kirche führen wir einen ständigen konstruktiven Dialog mit der Regierung und allen interessierten Parteien“, bekräftigen die Bischöfe abschließend, „Wir sind fest davon überzeugt, dass Frieden der einzige Weg ist, ein funktionierendes Land aufzubauen. In diesem Geist der Zusammenarbeit lancieren wir diesen Aufruf, um zu einem dauerhaften Frieden in Myanmar beizutragen “.
Das Staudammprojekt am Fluss Irrawaddy mit Kosten in Höhe von rund 3,8 Milliarden US-Dollar, soll Wasserkraft liefern, die fast ausschließlich für das benachbarte China genutzt wird. Die Regierung des damaligen Präsidenten Thein Sein hatte den Bau im September 2011 ausgesetzt. Mit der Aussicht auf eine Wiederaufnahme der Bauarbeiten wurde in der Zivilgesellschaft in Myanmar eine erneute Kampagne gegen das Projekt angestoßen.

da: www.fides.org
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