ASIEN/PAKISTAN – Christlicher Religionsunterricht an staatlichen Schulen: Lehrerausbildung beginnt

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Multan – “Es ist unsere Priorität, Religionslehrer und Katecheten auf der Grundlage authentischen Lehren der Kirche auszubilden und ihnen zu helfen, die Verkündigung des Glaubens zu erlernen. Bei diesem Intensivkurs, der speziell für katholische Religionslehrer und Katecheten veranstaltet wird, ist es unser Ziel, sie auch im Hinblick auf den neuen Einheitlichen Nationalen Lehrplan auszubilden und unseren Lehrern die richtige und vollständige Ausbildung zu bieten, um den Anforderungen der staatlichen Schulen und Colleges gerecht zu werden. Gleichzeitig wird diese Initiative auch unseren katholischen Schulen zugutekommen und sicherstellen, dass gut ausgebildete Lehrer den Katechismus der katholischen Kirche unterrichten können”, so der Dominikanerpater Jamshed Albert OP, Direktor des Pastoralinstituts von Multan, das den speziellen Fortbildungskurs für Katechisten abietet.
“Die Bischofskommission für Katechese arbeitet seit vier Jahren an der Organisation dieses Programms“, so P. Jamshed Albert. „In den Sekundarschulen und Gymnasien wird der katholische Glaube oft nicht gelehrt, weil es an Lehrern mangelt. Um qualifizierte Lehrerinnen und Lehrer zu haben, starten wir diesen Intensivkurs für Religionslehrerinnen und -lehrer”. Der Kurs umfasst Lektionen zu folgenden Themen: Katechismus der Katholischen Kirche, Heilige Schrift, Sakramente, Kirchengeschichte, Liturgie, Christologie, Heilsgeschichte, Mariologie, christliches Gebet, christliche Ethik, Häresien und Apologetik, Lehrmethoden für die Vermittlung des Glaubens. Der Kurs, der am 24. September begonnen hat, dauert acht Monate bis Mai 2022, umfasst insgesamt 112 Unterrichtsstunden und wird am Pastoralinstitut von Multan durchgeführt, das solche Kurse seit 20 Jahren anbietet. Vierunddreißig junge Lehrer und Katecheten aus verschiedenen Städten Pakistans, darunter Karachi, Hyderabad und Rawalpindi, sind dieses Jahr eingeschrieben.
Vertreter religiöser Minderheiten begrüßten die Initiative der pakistanischen Regierung, die im Juli 2020 den neuen “Einheitlichen Nationalen Lehrplan” verabschiedte, der darauf abzielt, diskriminierende Praktiken im Bildungskontext zu beseitigen und “allen Kindern eine faire und gleiche Chance auf eine qualitativ hochwertige Bildung” zu bieten. Während die Umsetzung des neuen Lehrplans in den verschiedenen Provinzen des Landes im Gange ist, bemühen sich die christlichen Vereinigungen und Kirchen um die Gewährleistung des Religionsunterrichts für nicht-muslimische Schüler, die staatliche Schulen besuchen.
Anjum James Paul, ein katholischer Lehrer und Präsident der “Vereinigung der Lehrer religiöser Minderheiten in Pakistan”, erklärt gegenüber Fides: “Unser Ziel ist es, innerhalb von drei Jahren einen spezifischen Lehrplan für christlichen Religionsunterricht in Schulen verschiedener Stufen einzuführen. Der Inhalt des Unterrichts, der aus der Zusammenarbeit zwischen der katholischen und der evangelischen Kirche hervorgegangen ist, basiert auf vier Hauptbereichen: Glaube und Gebet; Leben Jesu Christi; Ethische und moralische Werte; Beispiele und Leben der Heiligen”. Anjum Paul fügt hinzu: “Die Ausbildung unserer jungen Menschen zu Lehrern der christlichen Religion braucht Zeit. Der einheitliche nationale Lehrplan sieht hohe und überprüfbare Lernstandards vor. In den nächsten Jahren wird es immer mehr Beschäftigungsmöglichkeiten für christliche Lehrer an staatlichen Schulen geben“.
Emmanuel Neno, Exekutivsekretär der Katechetischen Kommission in der Katholischen Bischofskonferenz, sagt: “Wir wollen, dass unsere katholischen Lehrer fest in ihrem Glauben stehen, die korrekten Lehren der Kirche kennen und sie in katholischen und staatlichen Schulen richtig unterrichten. In diesem Kurs behandeln wir verschiedene Themen, die den katholischen Glauben in Bezug auf die Welt betreffen, um unsere Lehrer und damit auch unsere Schüler gut auszubilden”.