ASIEN/PAKISTAN – Welt-Mädchentag: Katholische Kirche erinnert an Zwangsehe und Zwangsbekehrung

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Lahore – Die Regierung müsse alle Anstrengungen unternehmen, um dem Phänomen der Zwangsverheiratung, der Entführung und der religiösen Bekehrung von minderjährigen Mädchen ein Ende zu setzen, so der Appell der pakistanischen Bischofskonferenz anlässlich des Internationalen Mädchentags, der den Vereinten Nationen der am 11. Oktober begangen wird.
Die Kommission für Gerechtigkeit und Frieden der katholischen Bischofskonferenz Pakistans mit Sitz in Lahore, fordert in einer Erklärung, die Behörden auf, konkrete gesetzgeberische Maßnahmen zu ergreifen, um Zwangsverheiratungen zum Zwecke der Zwangskonvertierung ein Ende zu setzen. Der Text erinnert daran, dass in Pakistan jedes Jahr mehr als 1.000 Mädchen aus hinduistischen und christlichen Gemeinden, d.h. Angehörige religiöser Minderheiten, Opfer von Entführungen und Zwangskonvertierungen durch Zwangsehe werden. Die christliche Gemeinschaft wendet sich gegen diese Gewalt, gegen den Missbrauch der persönlichen Freiheit und der Religionsfreiheit gegenüber Mädchen im Teenageralter. In diesem Zusammenhang übt die Kommission auch Kritik am Widerstand der Regierung gegen die Verabschiedung eines solchen Gesetzes.
In der Mitteilung fordern Bischof Samson Shukardin, Vorsitzender der Kommission, Pfarrer Emmanuel Yousaf, Direktor der Kommission, und Naeem Yousaf Gill, Exekutivdirektor, die Bundesregierung auf, “eine konsquente und rechtliche Position in Übereinstimmung mit ihren internationalen Verpflichtungen und den verfassungsrechtlichen Bestimmungen zum Schutz der Minderheitenrechte” einzunehmen. “Mädchen, die Opfer dieser Willkür werden, sind mit dem Trauma der Trennung von ihren Eltern konfrontiert und leiden unter körperlichem, geistigem und emotionalem Missbrauch. Die Eltern der Mädchen werden bedroht und zum Schweigen gebracht. Das Verbrechen der Zwangskonvertierung beinhaltet mehrere Verletzungen der Menschenrechte, wie z.B. der Religionsfreiheit und der grundlegenden Menschenrechte”, heißt es in der Erklärung der Kommission weiter.
Mit ihrer Initiative schließen sich die katholischen Bischöfe schließt sich der Aktion verschiedener internationaler Organisationen an, darunter die Nichtregierungsorganisation “ADF International”, die in einem offenen Brief den Schutz von Mädchen aus religiösen Minderheiten vor den Schrecken der Entführung und Zwangsheirat fordert.
In dem offenen Brief wird die pakistanische Regierung aufgefordert, spezielle Beratungsstellen für die Meldung von Fällen einzurichten, Minderjährige zu ihren Eltern zurückzubringen und sicherzustellen, dass Polizei und Justiz Mädchen aus religiösen Minderheiten schützen.
“Niemand sollte wegen seines Glaubens verfolgt werden. In Pakistan werden junge christliche Mädchen entführt und durch Zwangsheirat konvertiert….Wir bitten alle, unsere Kampagne #EndForcedMarriage zu unterstützen und diesen Brief zu unterzeichnen, um internationalen Druck auf die pakistanischen Behörden auszuüben”, erklärt Tehmina Arora von „ADF International“.
Am 19. Dezember 2011 verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen die Resolution 66/170, mit der der 11. Oktober zum Welt-Mädchen-Tag erklärt wurde, der auf die Rechte von Mädchen und die besonderen Herausforderungen hinweist, mit denen Mädchen sich auf der ganzen Welt konfrontiert sehen.