ASIEN/PHILIPPINEN – Bischof von Kalookan: “Viele arme Menschen sind nicht offiziell gemeldet: Es ist als gäbe es sie nicht“

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Manila – “Es gibt viele Filipinos vor allem unter den Ärmsten, die ohne Papiere in unserem Land leben. Damit sind diese Menschen ohne Identität, ohne Rechte. Es ist eine schreckliche Situation”, beklagt Bischof Pablo Virgilio David von Kalookan, der künftige Vorsitzender der philippinischen Bischofskonferenz, gegenüber Fides.
“Als ich Bischof von Kalookan wurde“, so der Bischof weiter, „wurde ich auf die vielen Menschen ohne Dokumente in unserem Land aufmerksam. Eine Gruppe koreanischer Ordensfrauen, die in unserer Diözese arbeiten, machte mich auf dieses Phänomen aufmerksam. Die Schwestern betreiben einen Kindergarten für arme Kinder in einer der Pfarreien in Navotas, einer Küstenstadt im Einzugsgebiet von Manila. Sie waren schockiert, als sie feststellten, dass etwa 20 % der Kinder nach dem Kindergarten nicht in den öffentlichen Grundschulen eingeschrieben werden konnten, weil sie keine Dokumente hatten. Sie hatten weder eine Geburtsurkunde noch einen Ausweis vorzuweisen”.
“Viele Kinder in den Slums werden nicht in Krankenhäusern oder Kliniken geboren“, so der Bischof. „Einige von ihnen werden zu Hause mit Hilfe einer Hebamme geboren. Die Hebamme ist gesetzlich verpflichtet, die Kinder bei zivilen Behörden anzumelden, aber wenn die Familie nicht einmal die Dienste einer Hebamme bezahlen kann, kommt es vor, dass sich niemand darum kümmert, die Kinder zu registrieren“.
„Die Folgen für die Kinder”, so Bischof David, “sind schrecklich. Die Kinder wachsen ohne eine öffentlich anerkannte Identität auf. Sie sind Nicht-Bürger in ihrem eigenen Land. Es ist, als gäbe es sie nicht. Sie können keine öffentlichen Dienstleistungen in Anspruch nehmen, weil sie keine Ausweispapiere haben und keine Rechte besitzen. Da ihre Namen nicht im Statistikamt, einer Regierungsbehörde, aufgeführt sind, werden sie nicht einmal zur Bevölkerung gezählt“, erklärt er.
Die Diözese Kalookan hilft deshalb den Einwohnern der armen Gemeinden, in denen es Kinder gibt, die nicht beim örtlichen Einwohnermeldeamt registriert sind, damit sie offizielle Dokumente für Kinder und manchmal auch für Jugendliche oder Erwachsene erhalten können. Darüber hinaus motivieren zivilgesellschaftliche Gruppen zusammen mit katholischen Freiwilligen die Menschen, sich registrieren zu lassen, damit sie gezählt werden und in den Genuss staatlicher Maßnahmen und Zuschüssekommen und eine Chance auf Bildungschancen und Beschäftigung haben sowie das Wahlrecht in Anspruch nehmen können.