ASIEN/SRI LANKA – Kardinal Ranjith: “Die Regierung muss für Wahrheit und Gerechtigkeit im Zusammenhang mit den Anschlägen von Ostern eintreten”

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Colombo – “Wir wiederholen die Forderung nach einer transparenten Untersuchung über die Anschläge von Ostern und deren Mandanten. Die Kirche und die gesamte Nation… hat das Recht, die Wahrheit zu erfahren, hat das Recht auf Gerechtigkeit. Aus Respekt vor den Opfern darf es keine Straffreiheit geben, und eine so ernste Angelegenheit muss zum Wohle der Nation untersucht werden. Dies umso mehr, als es laut der Präsidentenkommission, die sich mit dem Fall befasst hat, Elemente und Hinweise gibt, die auf Kontakte und beunruhigende Verbindungen zwischen Teilen des Militär- und Geheimdienstapparats mit terroristischen Gruppen hindeuten”, so der Erzbischof von Colombo, Kardinal Malcolm Ranjith, mit Bezug auf die Selbstmordattentate auf Kirchen und andere Orte, die sich am Ostersonntag 2019 ereigneten und bei denen 279 Menschen, darunter 37 ausländische Staatsbürger, getötet wurden.
Nach diesen schweren Vorfällen, die noch immer ein Trauma für Tausende von Menschen, Familien und Gemeinden darstellen, haben die katholischen Bischöfe die Politiker von Anfang an aufgefordert, für eine transparente und neutrale Untersuchung zu sorgen, die jedoch noch nicht begonnen hat. „Der neue Präsident Gotabaya Rajapaksa, der im Wahlkampf versprochen hatte, sich für Wahrheit und Gerechtigkeit einzusetzen,” so Kardinal Ranjith, “hat diese Versprechen seit seiner Wahl nicht in die Praxis umgesetzt. Er hat uns mitgeteilt, dass die von der Ad-hoc-Kommission des Präsidenten erhaltenen Hinweise unzulässig sind. In der Tat verzichtet der Staat darauf, Gerechtigkeit zu erlangen und verrät die Erwartungen der Bürgerschaft”, erklärt der Kardinal.
Auf einer Pressekonferenz in Colombo bekräftigte der Kardinal heute, dass die im Bericht der Präsidialkommission angesprochenen Punkte “ohne Zögern nach einer gründlichen und angemessenen Untersuchung umgesetzt werden sollten”. Die katholische Kirche in Sri Lanka befürchte, dass “die Regierung die Wahrheit über den Anschlag nicht herausfinden, ihn vertuschen und ihre Hände in Unschuld waschen will”.
Der Erzbischof von Colombo beklagte abschließend die “Kultur der Straflosigkeit” und die möglichen Verbindungen zwischen Staatsapparaten und terroristischen Gruppen, die, wenn sie nicht beseitigt werden, “jederzeit zu neuen Anschlägen wie dem vom Ostersonntag führen können”.