ASIEN/SÜDKOREA – Suppenküchen für Arme und Obdachlose: “Es ist vor allem die liebevolle Zuwendung, die jeden Menschen nährt“

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Seoul – Der italienische Missionar der Oblaten der Makellosen Jungfrau Maria, Pater Vincenzo Bordo , berschreibt seine außergewöhnliche Geschichte und Erfahrung bei seiner missionarischen Arbeit unter den Armen in Korea erzählt. Der Missionar gründete und leitet in Seongnam, einem Vorort von Seoul, das “Anna’s House”, ein Aufnahmezentrum für Obdachlose und Jugendliche ohne Familie, sowie eine Tafel, die seit 30 Jahren täglich 800 Obdachlose versorgt. „Dort verteilt er nicht nur Lebensmittel, sondern auch Umarmungen und Gebete”, berichten die ehrenamtlichen Helfer, die mit ihm zusammenarbeiten, gegenüber Fides. “Mit einem liebenden Herzen kümmert er sich um die Würde der Menschen, der Ärmsten”, sagen seine Mitarbeiter. Das Essen der Gäste der Tafel findet in einer freundlichen und hellen Atmosphäre statt, in der “es vor allem auch die liebevolle Zuwendung ist, die jeden Menschen nährt”, so Pater Bordo, der sein Buch, in dem er seine Erfahrungen von seiner Ankunft in Korea als Missionar im Jahr 1990 bis heute schildert, in koreanischer Sprache veröffentlicht hat. Der gesamte Erlös aus dem Verkauf des Textes wird für die Armen und Obdachlosen gespendet. “Für jedes verkaufte Buch wird einem Obdachlosen eine Mahlzeit angeboten. Es ist die Liebe, die nährt, zusammen mit dem Brot”, stellt er fest.
Die besondere Sensibilität der koreanischen Kirche für die Armen kam an dem von Papst Franziskus ausgerufenen “Welttag der Armen”, der am 14. November in allen Diözesen gefeiert wurde, deutlich zum Ausdruck. Die Erzdiözese Seoul hat eine Reihe von Veranstaltungen zur Feier des Tages der Armen geplant und angekündigt, dass es sich dabei nicht um isolierte Gesten oder um einen einzigen Tag im Jahr handeln wird.
“Ich hoffe, dass dies für uns alle eine Gelegenheit sein wird, uns bewusst zu machen, dass wir vor Gott alle arm und verletzlich sind. Als Menschheitsfamilie sind wir aufgerufen, uns mit den Armen solidarisch zu zeigen, zu teilen und den Bedürftigen die Hand zu reichen”, sagte der gewählte Erzbischof von Seoul, Peter Chung, der an diesem Tag gemeinsam mit Kardinal Andrew Yeom Soo-jung und anderen Bischöfen von Seoul in der Suppenküche “Myeongdong Babjib” im Seouler Kathedralkomplex Mahlzeiten an Obdachlose ausgab. Die Bischöfe dankten den freiwilligen Helfern, die seit den frühen Morgenstunden die Mahlzeiten zubereiteten. Es hatten sich für die Initiative 874 freiwillige Helfer gemeldet, darunter 72 Nichtkatholiken, die abwechselnd in der Suppenküche arbeiteten. Kardinal Yeom sagte: “An diesem Tag sind wir alle vom Heiligen Geist eingeladen, als Schwestern und Brüder zusammenzukommen. Dieser besondere Anlass erinnert uns daran, dass wir wirklich alle Geschwister sind, die dazu berufen sind, als eine Familie zusammenzuleben”.
„Myeongdong Babjib” ist eine Suppenküche, die von der „One Body One Spirit“-Bewegung betrieben wird und sich direkt neben der Myeongdong-Kathedrale befindet. Jeden Mittwoch, Freitag und Sonntag werden dort kostenlose Mahlzeiten für Obdachlose angeboten. Den aufgezeichneten Daten zufolge kamen seit der Eröffnung im Juni 2021 bis zum 30. Oktober 2021 über 70.000 Obdachlose die Tafel besucht. Direkt daneben befindet sich die von der „Raphael-Nanum“-Stiftung geführte “Raphael-Nanum-Klinik”, eine kostenlose medizinische Einrichtung, die am 13. Juni 2021 in Zusammenarbeit mit dem “Myeongdong Babjib” ihre Tätigkeit aufgenommen hat. Die Klinik hat in den letzten 4 Monaten 2.160 Obdachlose medizinisch versorgt.