Benutzer:Peter1936F/Via Giulia


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=== Die Via Giulia im 16. Jahrhundert ===
 
=== Die Via Giulia im 16. Jahrhundert ===
 
[[Datei:G.Vasi – Collegio Ecclesiastico a Ponte Sisto.jpg|mini|Stich von Giuseppe Vasi: Fontana di Ponte Sisto]]
Nach dem Tod Julius II. 1513 verfolgte der Nachfolger Papst [[Leo X.]] aus dem Haus [[Medici]] hauptsächlich im nördlichen Teil der Straße, zwischen der unvollendeten Ruine des Palazzo dei Tribunali und dem Bankenviertel weitere Bautätigkeiten und unterstütze so die Gemeinde der Florentiner Kaufleute. In dieser Zone erwarben bedeutende Künstler, wie Raffael und Antonio da Sangallo d.J. Grundstücke bzw. bauten imposante Paläste.
 
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Nach dem Tod Julius II. 1513 verfolgte der Nachfolger Papst [[Leo X.]] aus dem Haus [[Medici]] hauptsächlich im nördlichen Teil der Straße, zwischen der unvollendeten Ruine des Palazzo dei Tribunali und dem Bankenviertel weitere Bautätigkeiten und unterstütze so die Gemeinde der Florentiner Kaufleute. In dieser Zone erwarben bedeutende Künstler, wie Raffael und Antonio da Sangallo d.J. Grundstücke bzw. bauten imposante Paläste. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts war es auch Mode geworden, dass die verschiedenen Nationen und Stadtstaaten ihre eigenen Kirchen in Rom errichten ließen. Die Stadtviertel Regola und Ponte an den Prozessions- und Pilgerstraßen waren dafür bevorzugte Adressen. Die Spanier, Engländer und Schweden, wie Florentiner und, Neapolitaner ließen im Umfeld der Via Giulia ihre repräsentativen Kirchen bauen.Ab der Kirche San Biagio in südlicher Richtung änderte sich die Gegend radikal. Der zentrale Teil der Via Giulia um den ”Monte dei Planca Incoronati” befand sich in einem Zustand des Verfalles mit armseligen Bauten, Gasthäusern, Bordellen und verrufenen Plätzen. Die Gegend zwischen Via del Gonfalone, Via delle Carceri, Via di Monserrato und dem Tiber war seit dem Mittelalter eines der berüchtigsten Viertel Roms. Ein Manuskript aus dem Jahr 1556 berichtet über das Viertel um das später abgerissene Kirchlein San Niccolò degli Incoronati: ”… 150 Häuser sehr einfacher Leute, Huren und zweifelhafter Personen …”<ref>M. Armellini; Le chiese di Roma 1891: ”S. Niccolò degli Incoronati”</ref>. Das Viertel ab der Kirche Santa Aurea, heute Santo Spirito dei Napoletani) wurde im Mittelalter ”Castum Senense” genannt, weil es überwiegend von Schmieden aus Siena bewohnt war. An diesem Ende der Via Giulia zeichnete sich ein genau definierter architektonischer Bebauungs-Plan ab, dessen Ausgangspunkt der Bau der Residenz der Farnese war.
 
 
Den perspektivischen Abschluss am Südende der Via Giulia bildete ab der Mitte des 16. Jahrhunderts das 1536 im Auftrag Papst [[Sixtus V.]] durch den Architekten [[Domenico Fontana]] errichtete Ospedale dei Mendicanti (Bettlerhospiz). Um das Viertel mit genügend Trinkwasser zu versorgen ließ Papst [[Paul V.]] die [[Aqua Traiana|Aqua Paola]] über den Tiber verlängern und in der Achse zur Via Giulia 1613 einen Brunnen, die Fontana di Ponte Sisto, an der Fassade errichten. Dieser Brunnen wurde um 1880 abgerissen und 1898 auf der gegenüberliegenden Seite des [[Ponte Sisto]] auf der heutigen Piazza Trilussa wieder errichtet [[:datei:Fontana di Ponte Sisto.jpg|(Abb.)]].
Zu Beginn des 16. Jahrhunderts war es auch Mode geworden, dass die verschiedenen Nationen und Stadtstaaten ihre eigenen Kirchen in Rom errichten ließen. Die Stadtviertel Regola und Ponte an den Prozessions- und Pilgerstraßen waren dafür bevorzugte Adressen. Die Spanier, Engländer und Schweden, wie Florentiner und, Neapolitaner ließen im Umfeld der Via Giulia ihre repräsentativen Kirchen bauen.
 
[[Datei:G.Vasi – Collegio Ecclesiastico a Ponte Sisto.jpg|mini|Stich von Giuseppe Vasi: Fontana di Ponte Sisto]].
 
Ab der Kirche San Biagio in südlicher Richtung änderte sich die Gegend radikal. Der zentrale Teil der Via Giulia um den ”Monte dei Planca Incoronati” befand sich in einem Zustand des Verfalles mit armseligen Bauten, Gasthäusern, Bordellen und verrufenen Plätzen. Die Gegend zwischen Via del Gonfalone, Via delle Carceri, Via di Monserrato und dem Tiber war seit dem Mittelalter eines der berüchtigsten Viertel Roms. Ein Manuskript aus dem Jahr 1556 berichtet über das Viertel um das später abgerissene Kirchlein San Niccolò degli Incoronati: ”… 150 Häuser sehr einfacher Leute, Huren und zweifelhafter Personen …”<ref>M. Armellini; Le chiese di Roma 1891: ”S. Niccolò degli Incoronati”</ref>.
 
Das Viertel ab der Kirche Santa Aurea, heute Santo Spirito dei Napoletani) wurde im Mittelalter ”Castum Senense” genannt, weil es überwiegend von Schmieden aus Siena bewohnt war. An diesem Ende der Via Giulia zeichnete sich ein genau definierter architektonischer Bebauungs-Plan ab, dessen Ausgangspunkt der Bau der Residenz der Farnese war.
 
Den perspektivischen Abschluss am Südende der Via Giulia bildete ab der Mitte des 16. Jahrhunderts das 1536 im Auftrag Papst [[Sixtus V.]] durch den Architekten [[Domenico Fontana]] errichtete Ospedale dei Mendicanti (Bettlerhospiz). Um das Viertel mit genügend Trinkwasser zu versorgen ließ Papst [[Paul V.]] die [[Aqua Traiana|Aqua Paola]] über den Tiber verlängern und in der Achse zur Via Giulia 1613 einen Brunnen, die Fontana di Ponte Sisto an der Fassade errichten. [[:datei: Fontana di Ponte Sisto.jpg|(Abb.)]]. Dieser Brunnen wurde um 1880 abgerissen und 1898 auf der gegenüberliegenden Seite des [[Ponte Sisto]] auf der heutigen Piazza Trilussa wieder ergerichtet [[:datei:Fontana di Ponte Sisto.jpg|(Abb.)]].
 
 
 
 
=== Die Via Giulia in der Barokzeit ===
 
=== Die Via Giulia in der Barokzeit ===