Carl Caspary

Leben: Halbgeviertstrich


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Caspary war der Sohn eines Apothekers.<ref name=”Campbell66ff”>Bruce Campbell: ”The SA Generals and the Rise of Nazism”, Lexington 2004, S. 66–68</ref> Er besuchte das [[Realgymnasium]] in [[Völklingen]].<ref name=”Lilla “> Caspary, Carl Baptist, in: ders.: Staatsminister, leitende Verwaltungsbeamte und (NS-)Funktionsträger in Bayern 1918 bis 1945</ref> Noch vor dem Abschluss seiner Schullaufbahn nahm er ab 1915 als Kriegsfreiwilliger am [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] teil, zunächst mit dem Infanterie-Regiment Nr. 70. Er war sowohl an der [[Ostfront (Erster Weltkrieg)|Ost-]] als auch an der [[Westfront (Erster Weltkrieg)|Westfront]] eingesetzt und wechselte später von der [[Infanterie]] zu den [[Luftstreitkräfte (Deutsches Kaiserreich)|Luftstreitkräften]]. Caspary erlitt mehrfach Kriegsverletzungen und trug kriegsbedingt an seiner linken Hand eine bleibende Schädigung davon. Mit Auszeichnungen und im Rang eines [[Unterleutnant]]s wurde er nach Kriegsende aus der Armee entlassen und konnte sein [[Abitur]] nachholen.<ref name=”Campbell66ff”/> Von 1919 bis 1920 gehörte er dem [[Freikorps]] ”Lumspange” in [[Berlin]] an.<ref name=”Lilla “/>
 
Caspary war der Sohn eines Apothekers.<ref name=”Campbell66ff”>Bruce Campbell: ”The SA Generals and the Rise of Nazism”, Lexington 2004, S. 66–68</ref> Er besuchte das [[Realgymnasium]] in [[Völklingen]].<ref name=”Lilla “> Caspary, Carl Baptist, in: ders.: Staatsminister, leitende Verwaltungsbeamte und (NS-)Funktionsträger in Bayern 1918 bis 1945</ref> Noch vor dem Abschluss seiner Schullaufbahn nahm er ab 1915 als Kriegsfreiwilliger am [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] teil, zunächst mit dem Infanterie-Regiment Nr. 70. Er war sowohl an der [[Ostfront (Erster Weltkrieg)|Ost-]] als auch an der [[Westfront (Erster Weltkrieg)|Westfront]] eingesetzt und wechselte später von der [[Infanterie]] zu den [[Luftstreitkräfte (Deutsches Kaiserreich)|Luftstreitkräften]]. Caspary erlitt mehrfach Kriegsverletzungen und trug kriegsbedingt an seiner linken Hand eine bleibende Schädigung davon. Mit Auszeichnungen und im Rang eines [[Unterleutnant]]s wurde er nach Kriegsende aus der Armee entlassen und konnte sein [[Abitur]] nachholen.<ref name=”Campbell66ff”/> Von 1919 bis 1920 gehörte er dem [[Freikorps]] ”Lumspange” in [[Berlin]] an.<ref name=”Lilla “/>
  
Unmittelbar nach der Freikorpszeit absolvierte er bis 1924 an den Universitäten [[Ludwig-Maximilians-Universität München|München]] und [[Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg|Erlangen]] ein Studium: Nach den Angaben bei Lilla studierte er Medizin und [[Promotion (Doktor)|promovierte]] zum Dr. med.<ref name=”Lilla “/> Nach Campbell studierte er Nationalökonomie<ref name=”Campbell66ff”/> und promovierte 1924 mit der [[Dissertation]] „Die Armenbeschäftigungsanstalt d. Stadt Nürnberg“.<ref>[[Verein für Geschichte der Stadt Nürnberg]]: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg, Bände 64-65, J.L. Schrag Verlag, 1977, S. 389</ref> Möglicherweise absolvierte er auch beide Studiengänge parallel. Nach Studienabschluss war er zunächst im vorbereitenden Verwaltungsdienst im [[Reichsministerium der Finanzen]] tätig und danach beim Unternehmen Didier in [[Berlin]] beschäftigt.<ref name=”Campbell66ff”/>
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Unmittelbar nach der Freikorpszeit absolvierte er bis 1924 an den Universitäten [[Ludwig-Maximilians-Universität München|München]] und [[Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg|Erlangen]] ein Studium: Nach den Angaben bei Lilla studierte er Medizin und [[Promotion (Doktor)|promovierte]] zum Dr. med.<ref name=”Lilla “/> Nach Campbell studierte er Nationalökonomie<ref name=”Campbell66ff”/> und promovierte 1924 mit der [[Dissertation]] „Die Armenbeschäftigungsanstalt d. Stadt Nürnberg“.<ref>[[Verein für Geschichte der Stadt Nürnberg]]: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg, Bände 64–65, J.L. Schrag Verlag, 1977, S. 389</ref> Möglicherweise absolvierte er auch beide Studiengänge parallel. Nach Studienabschluss war er zunächst im vorbereitenden Verwaltungsdienst im [[Reichsministerium der Finanzen]] tätig und danach beim Unternehmen Didier in [[Berlin]] beschäftigt.<ref name=”Campbell66ff”/>
  
 
Caspary wurde bereits während seiner Studienzeit 1921 in [[Erlangen]] Mitglied der [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] ([[Liste der NSDAP-Mitgliedsnummern|Mitgliedsnummer]] 21.538) und begann sich zeitgleich in der [[Sturmabteilung|SA]] zu engagieren. Nachdem Caspary 1929 im Zuge der [[Weltwirtschaftskrise]] entlassen wurde, begann er sich wieder nationalsozialistisch zu betätigen. Er trat daraufhin der NSDAP im Januar 1930 unter der Mitgliedsnummer 180.713 erneut bei und wurde auch wieder für die SA aktiv. Durch Gauleiter [[Josef Bürckel]] wurde Caspary Ende 1931 hauptamtlich für die SA tätig und wurde zunächst zu Befriedung der zerstrittenen Ortsgruppe nach [[Pirmasens]] gesandt sowie mit der stellvertretenden Leitung der SA-Untergruppe Pfalz-Saar betraut.<ref name=”Lilla “/>
 
Caspary wurde bereits während seiner Studienzeit 1921 in [[Erlangen]] Mitglied der [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] ([[Liste der NSDAP-Mitgliedsnummern|Mitgliedsnummer]] 21.538) und begann sich zeitgleich in der [[Sturmabteilung|SA]] zu engagieren. Nachdem Caspary 1929 im Zuge der [[Weltwirtschaftskrise]] entlassen wurde, begann er sich wieder nationalsozialistisch zu betätigen. Er trat daraufhin der NSDAP im Januar 1930 unter der Mitgliedsnummer 180.713 erneut bei und wurde auch wieder für die SA aktiv. Durch Gauleiter [[Josef Bürckel]] wurde Caspary Ende 1931 hauptamtlich für die SA tätig und wurde zunächst zu Befriedung der zerstrittenen Ortsgruppe nach [[Pirmasens]] gesandt sowie mit der stellvertretenden Leitung der SA-Untergruppe Pfalz-Saar betraut.<ref name=”Lilla “/>