Dvorce (Kyjov)

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{{Infobox Ort in Tschechien
| Ort = Dvorce
| Wappen = kein
| Kraj = Kraj Vysočina
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| Okres = Havlíčkův Brod
| Gemeinde = Kyjov u Havlíčkova Brodu{{!}}Kyjov
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[[Datei:Kyjov by Havlíčkův Brod, Dvorce.jpg|mini|Straße nach Kyjov]]
[[Datei:Kyjov by Havlíčkův Brod, Dvorce 3.jpg|mini|Häuser im Ortszentrum]]

”’Dvorce”’, bis 1960 ”Šenklívy” (deutsch ”Schenkelhöfel”) ist ein Ortsteil der Gemeinde [[Kyjov u Havlíčkova Brodu|Kyjov]] in Tschechien. Er liegt drei Kilometer nordöstlich des Stadtzentrums von [[Havlíčkův Brod]] und gehört zum [[Okres Havlíčkův Brod]].

== Geographie ==
Dvorce befindet sich rechtsseitig über dem Tal der [[Sázava (Moldau)|Sázava]] an einem Höhenrücken in der Hornosázavská pahorkatina (”Hügelland an der oberen Sázava”). Westlich des Weilers liegt das Tal des Baches Břevnický potok‎. Im Süden führen die [[Silnice I/34|Staatsstraße I/34]] von Havlíčkův Brod nach [[Ždírec nad Doubravou]] sowie die [[Bahnstrecke Brno–Havlíčkův Brod]] durch das Sázava-Tal. Entlang des Břevnický potok‎ verläuft die [[Bahnstrecke Havlíčkův Brod–Pardubice]]. Östlich erhebt sich der Böhmův kopec (477 m n.m.).

Nachbarorte sind [[Břevnice]] und [[Kyjov u Havlíčkova Brodu|Kyjov]] im Norden, [[Ždírec u Pohledu|Ždírec]] im Nordosten, Böhmův Dvůr und [[Rouštany]] im Osten, [[Pohled]], Anžírna, Zálesí und Dvorek im Südosten, Samoty, Termesivy und Hamry im Süden, Žižkov und [[Pohledští Dvořáci]] im Südwesten, Vršovice und U Venců im Westen sowie U Pabousků, U Myslivců, Občiny und Český Dvůr im Nordwesten.

== Geschichte ==
Nach der Gründung der Stadt [[Havlíčkův Brod|”Brod Smilonis”]] wurde in der Mitte des 13. Jahrhunderts in deren [[Weichbild]] in ein bis zwei Kilometern Entfernung ein Gürtel von landwirtschaftlichen Einzelhöfen der Broder Bürger angelegt. Die Bewirtschaftung der Höfe erfolgte nicht durch die Bürger selbst, sondern durch freie Erbpächter, die dafür einen festen [[Schoss (Steuer)|Schoss]] zahlten. Die [[Okrouhličtí Dvořáci|”Höfler”]] waren anfänglich ganz freie Bauern und wurden im 14. Jahrhunderts unter Befreiung von fast allen Verpflichtungen der Grundobrigkeit untertänig. Im Gegensatz zu den böhmischen [[Freigut (Rechtsgeschichte)|Freihöfen]] waren die ”Höfler” nicht [[Landtafel|landtäflig]] belehnt, sie standen mit den Eigentümern in einem erblichen [[Emphyteuse|emphyteutischen]] Verhältnis. Die Rechtsstellung der ”Höfler” ist vergleichbar mit den [[Künische Freibauern|Künischen Freibauern]], nirgends sonst im Königreich Böhmen lagen die Freihöfe in einer solchen Dichte wie um ”Brod Smilonis”. Es wird angenommen, dass die in Sichtweite der [[Bergstadt]] befindlichen Höfe zugleich auch deren Schutz und zur Warnung vor herannahenden feindlichen Truppen dienten; die Höfe [[Rouštany|Rauchstein]], Haderburg, Schenkelhöfel und der Schidlakhof lagen an der Straße nach [[Přibyslav]].

Die erste schriftliche Erwähnung des Hofes ”Šenklhof” erfolgte 1278 im Stadtprivileg von [[Havlíčkův Brod|”Brod Smilonis”]] als Zubehör der Stadt. Nachdem die Stadt [[Havlíčkův Brod|Deutschbrod]] 1422 von den [[Hussiten]] unter [[Jan Žižka]] erobert und zerstört worden war, bemächtigte sich Nikolaus [[Trčka von Lípa]] der Stadtgüter und schlug sie seiner [[Burg Lipnice|Burg Lipnitz]] zu. Die meisten Höfler machte er seinen Meierhöfen Chlístov und Klanečná untertänig. Im Jahre 1496 kam es zu einer Rebellion der Höfler, die ihre alten Rechte wiederhergestellt haben wollten. Im Jahre 1562 erwarb Franz von [[Thurn und Valsassina]] die Herrschaft Deutschbrod, die [[Schultheiß|Rychta]] der Höfler wurde dabei von den Deutschbroder Stadtrechten abgetrennt und der Herrschaft [[Světlá nad Sázavou|Světlá]] zugeordnet. Im Urbar der Herrschaft Světlá von 1591 wird der Hof ”Šenklyfy” unter den dem Höfler-[[Schultheiß|Rychtář]] in Veselice unterstehenden Höfen um Deutschbrod aufgeführt.

[[Jan Rudolf Trčka von Lípa]], der die Herrschaft Světlá 1597 von seinem Bruder Maximilian geerbt hatte, verkaufte 1598 das Dorf Suchá sowie die Höfe ”Šenklhofy”, Termesivy, Spálené dvory, Pavučkovy dvory und Kylhofy seinem Swietlaer Hauptmann Johann Güglinger von Kneiselstein (”Jan Gyglingar z Kneislštejna”). Die damit von den übrigen [[Okrouhličtí Dvořáci|”dvořáci na samotách kolem Brodu”]] (”Höfler in den Einöden um Brod”) abgetrennten Höfe wurden als ”dvořáci na vrších” (”Höfler auf den Höhen”) bezeichnet. Das Gut Termesivy und die Höfler auf den Höhen wurden nach der [[Schlacht am Weißen Berg]] aus dem Besitz des Güglinger von Kneiselstein konfisziert und dem [[Schloss Pohled|Kloster Frauenthal]] übereignet, fortan wurde dieser Teil der Höfler als [[Pohledští Dvořáci|”Frauenthaler Höfler”]] bezeichnet. 1782 hob Kaiser [[Joseph II.]] das Zisterzienserinnenkloster auf und wies das Gut Frauenthal dem [[Religionsfonds]] zu. Bis 1807 wurde das Gut von der k.k. böhmischen Staatsgüteradministration verwaltet, danach öffentlich versteigert und an Joseph Graf von Unwerth verkauft. Nach dessen Tod erbte 1822 Eugen [[Silva-Tarouca (Adelsgeschlecht)|Graf Silva-Tarouca-Unwerth]] den Besitz.

Im Jahre 1840 bestand die im [[Caslauer Kreis]] gelegene und zur Streusiedlung [[Pohledští Dvořáci|Höfern]] konskribierte [[Rotte (Siedlung)|Rotte]] ”Schenkelhof” aus 4 Häusern. ”Schenkelhof” war nach Hammer die zweitgrößte Siedlung der Ortsgemeinde und deren Sitz. Pfarrort war [[Havlíčkův Brod|Teutschbrod]].<ref>[[Johann Gottfried Sommer]]: ”Das Königreich Böhmen; statistisch-topographisch dargestellt.” Band 11: ”Caslauer Kreis.” Ehrlich, Prag 1843, S. 182.</ref> Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts blieb die zur Iglauer Sprachinsel zugerechnete Rotte dem Gut Frauenthal und Termeshöfen untertänig.

Nach der Aufhebung der [[Patrimonialherrschaft]]en bildete ”Schenkelhöfen” / ”Šenklívy” ab 1849 einen Ortsteil der Gemeinde [[Pohledští Dvořáci|”Frantálské Dvorce”]] bzw. ”Pohledské Dvorce” im [[Gerichtsbezirk Deutschbrod]]. Ab 1868 gehörte der Ort zum [[Bezirk Deutschbrod]]. Später wurde die Rotte nicht mehr als Ortsteil geführt. Im Zuge der Eingemeindung von [[Pohledští Dvořáci]] nach Havlíčkův Brod am 1. Juli 1960 wurde neue Stadtgrenze entlang der Sázava und des Břevnický potok‎ gezogen; ”Šenklívy” lag jenseits beider Bachläufe und wurde der der Gemeinde [[Kyjov u Havlíčkova Brodu|Kyjov]] zugeschlagen. Seit 1961 wird die Rotte unter den neuen Namen ”Dvorce” als Ortsteil von Kyjov geführt. Zu dieser Zeit bestand Dvorce aus 7 Häusern und hatte 33 Einwohner. Am 30. April 1976 wurde Dvorce zusammen mit Kyjov nach [[Havlíčkův Brod]] eingemeindet. Seit dem 24. November 1990 ist Dvorce wieder ein Ortsteil der Gemeinde Kyjov. Beim Zensus von 2001 lebten in den 9 Häusern des Weilers 8 Personen.

== Ortsgliederung ==
Der Ortsteil Dvorce bildet zusammen mit Kyjov die Grundsiedlungseinheit Kyjov-Dvorce.<ref>http://www.uir.cz/zsj/07842/Kyjov-Dvorce</ref>

Dvorce ist Teil des Katastralbezirkes Kyjov u Havlíčkova Brodu.<ref>http://www.uir.cz/katastralni-uzemi/678422/Kyjov-u-Havlickova-Brodu</ref>

== Sehenswürdigkeiten ==
* [[Bauerschaftsglocke|Glockenbaum]] im Ortszentrum

== Literatur ==
* [[Historický lexikon obcí České republiky 1869–2005]], Teil 1, S. 554

== Weblinks ==
* [http://www.vyborny.com/KK/dvoraci.htm Karel Kysilka, Jiří Pavlíček: ”Nástin dějin Okrouhlických Dvořáků”]

== Einzelnachweise ==
<references/>

[[Kategorie:Ortsteil in Tschechien]]