Erdberg (Wien)

Geschichte: Synonym


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Charakteristisch für das Dorf war der Gemüseanbau, der den [[Weinbau]] immer mehr verdrängte. Dabei spielte Erdberg auch eine wichtige Rolle zur Versorgung Wiens. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts bewahrte Erdberg mit seinen etwa 5000 Einwohnern seinen Charakter und beherbergte nur vereinzelt Gewerbebetriebe und Fabriken, dies änderte sich erst im späteren 19. Jahrhundert. Wichtig für die Erdberger Wirtschaft im 19. Jahrhundert waren auch die hier ansässigen zahlreichen Fuhrwerker, zur Erinnerung daran wurde der in den 1950er-Jahren angelegte [[Liste der Straßennamen von Wien/Landstraße#F|Fiakerplatz]] so benannt. 1991 wurde dort das 1937 von [[Josef Engelhart]] geschaffene ”Fiakerdenkmal” aufgestellt.
 
Charakteristisch für das Dorf war der Gemüseanbau, der den [[Weinbau]] immer mehr verdrängte. Dabei spielte Erdberg auch eine wichtige Rolle zur Versorgung Wiens. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts bewahrte Erdberg mit seinen etwa 5000 Einwohnern seinen Charakter und beherbergte nur vereinzelt Gewerbebetriebe und Fabriken, dies änderte sich erst im späteren 19. Jahrhundert. Wichtig für die Erdberger Wirtschaft im 19. Jahrhundert waren auch die hier ansässigen zahlreichen Fuhrwerker, zur Erinnerung daran wurde der in den 1950er-Jahren angelegte [[Liste der Straßennamen von Wien/Landstraße#F|Fiakerplatz]] so benannt. 1991 wurde dort das 1937 von [[Josef Engelhart]] geschaffene ”Fiakerdenkmal” aufgestellt.
  
{{Anker|Paulusgrund}}In den 1820er-Jahren wurde der ”Paulusgrund” planmäßig verbaut. Es entstand ein quadratischer Platz (der seit 1862 so benannte [[Liste der Straßennamen von Wien/Landstraße#P|Paulusplatz]]), an dem zwei Straßen (die Paulusgasse und die Schimmelgasse) einander kreuzen. Die Grenze des Areals bilden die heutigen Straßenzüge Petrusgasse – Baumgasse – Schlachthausgasse und Landstraßer Hauptstraße (bei Vasquez, siehe obigen Plan, als ”Paulusgrund Hauptstraße” angeführt). Die ursprüngliche Bebauung von ein- oder zweigeschoßigen Häusern (darunter auch viele Fuhrwerkshäuser) verschwand nach und nach im Lauf des 19. und 20. Jahrhunderts, erhalten sind noch die Häuser Schimmelgasse 3 (unter Denkmalschutz), 18 und 19.
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{{Anker|Paulusgrund}}In den 1820er-Jahren wurde der ”Paulusgrund” (auch ”Paulusplatz-Viertel”<ref>so in der [[Österreichische Kunsttopographie|Kunsttopographie]] ([[Géza Hajós]], [[Eckart Vansca]]: Österreichische Kunsttopographie. Band XLIV. Die Kunstdenkmäler Wiens. Die Profanbauten des III., IV. und V. Bezirks. Verlag Anton Schroll, Wien 1980, ISBN 3-7031-0470-8) S. 105 und im [[Dehio Wien Vorstädte 1993|Dehio]] (II-IX & XX, Wien 1993, Anton Schroll & Co.) S. 122</ref>) planmäßig verbaut. Es entstand ein quadratischer Platz (der seit 1862 so benannte [[Liste der Straßennamen von Wien/Landstraße#P|Paulusplatz]]), an dem zwei Straßen (die Paulusgasse und die Schimmelgasse) einander kreuzen. Die Grenze des Areals bilden die heutigen Straßenzüge Petrusgasse – Baumgasse – Schlachthausgasse und Landstraßer Hauptstraße (bei Vasquez, siehe obigen Plan, als ”Paulusgrund Hauptstraße” angeführt). Die ursprüngliche Bebauung von ein- oder zweigeschoßigen Häusern (darunter auch viele Fuhrwerkshäuser) verschwand nach und nach im Lauf des 19. und 20. Jahrhunderts, erhalten sind noch die Häuser Schimmelgasse 3 (unter Denkmalschutz), 18 und 19.
  
 
Nach dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] fielen große Grundstücke in Neuerdberg (dem unteren Teil des Gebiets) an die Stadt Wien, die im Bereich Dietrichgasse/Drorygasse/Hagenmüllergasse/Kardinal-Nagl-Platz/Ludwig-Koeßler-Platz [[Gemeindebau]]ten errichtete, die die ganze stilistische Breite im kommunalen Wohnbau dieser Zeit dokumentiert. Der größte und bekannteste dieser Bauten ist der [[Rabenhof (Wien)|Rabenhof]]. Abgesehen vom Margaretengürtel ist dies der Bereich mit der größten Dichte an Gemeindebauten innerhalb des Gürtels.
 
Nach dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] fielen große Grundstücke in Neuerdberg (dem unteren Teil des Gebiets) an die Stadt Wien, die im Bereich Dietrichgasse/Drorygasse/Hagenmüllergasse/Kardinal-Nagl-Platz/Ludwig-Koeßler-Platz [[Gemeindebau]]ten errichtete, die die ganze stilistische Breite im kommunalen Wohnbau dieser Zeit dokumentiert. Der größte und bekannteste dieser Bauten ist der [[Rabenhof (Wien)|Rabenhof]]. Abgesehen vom Margaretengürtel ist dies der Bereich mit der größten Dichte an Gemeindebauten innerhalb des Gürtels.