Erich Arndt (Pfarrer)

k


← Nächstältere VersionVersion vom 15. April 2019, 06:06 Uhr
Zeile 4:Zeile 4:
 
Arndt wuchs in der Familie eines [[Angestellter|Angestellten]] auf. Sein Vater war [[Zugführer (Bahn)|Zugführer]] bei der [[Deutsche Reichsbahn (1920–1945)|Deutschen Reichsbahn]]. Nach dem Besuch der [[Volksschule]] und der Erlangung seiner [[Hochschulreife]] 1932 in Parchim studierte er [[Evangelische Theologie]]. Mit seiner [[Ordination]] zum Pastor der [[Evangelisch-Lutherische Landeskirche Mecklenburgs|Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs]] wurde er Hilfsprediger in [[Spornitz]].
 
Arndt wuchs in der Familie eines [[Angestellter|Angestellten]] auf. Sein Vater war [[Zugführer (Bahn)|Zugführer]] bei der [[Deutsche Reichsbahn (1920–1945)|Deutschen Reichsbahn]]. Nach dem Besuch der [[Volksschule]] und der Erlangung seiner [[Hochschulreife]] 1932 in Parchim studierte er [[Evangelische Theologie]]. Mit seiner [[Ordination]] zum Pastor der [[Evangelisch-Lutherische Landeskirche Mecklenburgs|Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs]] wurde er Hilfsprediger in [[Spornitz]].
  
Nach der [[Machtergreifung|Machtübertragung]] an die [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] im Jahre 1933 trat er der NSDAP bei, von der er sich eine Verbesserung der sozialen Lage im Reich erhoffte. Ein im Januar 1936 eingeleitetes Parteiverfahren gegen Arndt wegen dessen seit 1935 bestehender Mitgliedschaft in der Bekennenden Kirche vor dem Kreisgericht der NSDAP in Parchim wurde am 13. Juni 1936 eingestellt.<ref>[[Schreiben der III. Kammer des Obersten Parteigerichtes der NSDAP an den Stab des Stellvertreters des Führers vom 13. Juni 1936. BArch, DC 1036]]</ref> 1939 bewarb sich Arndt um eine Ausbildung zum [[Militärgeistlicher|Militärpfarrer]], weil er in der von den [[Deutsche Christen|Deutschen Christen]] beherrschten mecklenburgischen Landeskirche keine Chance auf eine feste Pfarrstelle sah.<ref>[[Dagmar Pöpping]]: ”Die Wehrmachtsseelsorge im Zweiten Weltkrieg. Rolle und Selbstverständnis von Kriegs- und Wehrmachtspfarrern im Ostkrieg 1941-1945.” In: [[Manfred Gailus]], [[Armin Nolzen]] (Hrg.): ”Zerstrittene Volksgemeinschaft: Glaube, Konfession und Religion im Nationalsozialismus”. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2011 ISBN 9783525300299, S. 257–286, hier S. 269 nach einem Interview mit Arndt</ref>
+
Nach der [[Machtergreifung]] an die [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] im Jahre 1933 trat er der NSDAP bei, von der er sich eine Verbesserung der sozialen Lage im Reich erhoffte. Ein im Januar 1936 eingeleitetes Parteiverfahren gegen Arndt wegen dessen seit 1935 bestehender Mitgliedschaft in der Bekennenden Kirche vor dem Kreisgericht der NSDAP in Parchim wurde am 13. Juni 1936 eingestellt.<ref>[[Schreiben der III. Kammer des Obersten Parteigerichtes der NSDAP an den Stab des Stellvertreters des Führers vom 13. Juni 1936. BArch, DC 1036]]</ref> 1939 bewarb sich Arndt um eine Ausbildung zum [[Militärgeistlicher|Militärpfarrer]], weil er in der von den [[Deutsche Christen|Deutschen Christen]] beherrschten mecklenburgischen Landeskirche keine Chance auf eine feste Pfarrstelle sah.<ref>[[Dagmar Pöpping]]: ”Die Wehrmachtsseelsorge im Zweiten Weltkrieg. Rolle und Selbstverständnis von Kriegs- und Wehrmachtspfarrern im Ostkrieg 1941-1945.” In: [[Manfred Gailus]], [[Armin Nolzen]] (Hrg.): ”Zerstrittene Volksgemeinschaft: Glaube, Konfession und Religion im Nationalsozialismus”. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2011 ISBN 9783525300299, S. 257–286, hier S. 269 nach einem Interview mit Arndt</ref>
  
 
Mit dem Beginn des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] 1939 wurde er als [[Reserveoffizier]]sanwärter zu einer „Übung“ eingezogen, rückte dann aber im Kriegsverlauf mit seiner Truppe bis in die Nähe von [[Warschau]] vor. Von hier aus wurde er seinem Antrag gemäß abkommandiert zur Ausbildung als [[Militärgeistlicher|Wehrmachtsgeistlicher]]. Im Jahre 1942 wurde er Militärpfarrer im Range eines [[Major]]s. Bei einem Angriff auf [[Stalingrad]] am 1. August 1942 wurde Erich Arndt verwundet und kam in ein [[Lazarett]] nach Parchim. Kurz bevor sich die [[Schlacht von Stalingrad|Einkesselung]] der [[6. Armee (Wehrmacht)|Paulus-Armee]] vollzog, kehrte Arndt an die Front zurück. Hier wurde er der [[24. Panzer-Division (Wehrmacht)|24. Panzer-Division]] unter Generalleutnant [[Arno von Lenski]] zugeteilt. Zusammen mit ihm geriet er in [[Sowjetunion|sowjetische]] [[Kriegsgefangene des Zweiten Weltkrieges|Kriegsgefangenschaft]]. Dort baute ein Kreis [[emigriert]]er deutscher [[Kommunismus|Kommunisten]] um [[Walter Ulbricht]] und [[Erich Weinert]] das „Nationalkomitee Freies Deutschland“ auf. Als daher im Lager das sogenannte „”Antifa-Lager-Aktiv”“ gegründet wurde, arbeitete er dort mit. Mit der Gründung des NKFD wurde er als Lagergeistlicher tätig. Im Juni 1944 gehörte er zu den Mitgründern des »”Arbeitskreises für kirchliche Fragen”« beim Nationalkomitee. Außerdem war er Unterzeichner des Aufrufes der Geistlichen in der ”[[Bewegung Freies Deutschland]]”: »”An die Christen an der Front und in der Heimat”«. Arndt gehörte auch zu den Gründungsmitgliedern des Bundes deutscher Offiziere (BDO). Über den [[Tag der Befreiung]], den 8. Mai 1945 – immer noch Gefangener im Kriegsgefangenenlager Nr. 27/1 in [[Krasnogorsk]] – schrieb er in einem Rückblick auf sein Leben:<ref>http://www.drafd.de/?Erich_Arndt</ref>
 
Mit dem Beginn des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] 1939 wurde er als [[Reserveoffizier]]sanwärter zu einer „Übung“ eingezogen, rückte dann aber im Kriegsverlauf mit seiner Truppe bis in die Nähe von [[Warschau]] vor. Von hier aus wurde er seinem Antrag gemäß abkommandiert zur Ausbildung als [[Militärgeistlicher|Wehrmachtsgeistlicher]]. Im Jahre 1942 wurde er Militärpfarrer im Range eines [[Major]]s. Bei einem Angriff auf [[Stalingrad]] am 1. August 1942 wurde Erich Arndt verwundet und kam in ein [[Lazarett]] nach Parchim. Kurz bevor sich die [[Schlacht von Stalingrad|Einkesselung]] der [[6. Armee (Wehrmacht)|Paulus-Armee]] vollzog, kehrte Arndt an die Front zurück. Hier wurde er der [[24. Panzer-Division (Wehrmacht)|24. Panzer-Division]] unter Generalleutnant [[Arno von Lenski]] zugeteilt. Zusammen mit ihm geriet er in [[Sowjetunion|sowjetische]] [[Kriegsgefangene des Zweiten Weltkrieges|Kriegsgefangenschaft]]. Dort baute ein Kreis [[emigriert]]er deutscher [[Kommunismus|Kommunisten]] um [[Walter Ulbricht]] und [[Erich Weinert]] das „Nationalkomitee Freies Deutschland“ auf. Als daher im Lager das sogenannte „”Antifa-Lager-Aktiv”“ gegründet wurde, arbeitete er dort mit. Mit der Gründung des NKFD wurde er als Lagergeistlicher tätig. Im Juni 1944 gehörte er zu den Mitgründern des »”Arbeitskreises für kirchliche Fragen”« beim Nationalkomitee. Außerdem war er Unterzeichner des Aufrufes der Geistlichen in der ”[[Bewegung Freies Deutschland]]”: »”An die Christen an der Front und in der Heimat”«. Arndt gehörte auch zu den Gründungsmitgliedern des Bundes deutscher Offiziere (BDO). Über den [[Tag der Befreiung]], den 8. Mai 1945 – immer noch Gefangener im Kriegsgefangenenlager Nr. 27/1 in [[Krasnogorsk]] – schrieb er in einem Rückblick auf sein Leben:<ref>http://www.drafd.de/?Erich_Arndt</ref>