EUROPA/ALBANIEN – Bewässerungsprojekt: Diözese Rrëshen will Lebensqualität der Einwohner verbessern

 17 total views,  10 views today

Rreshen – “Es war schwierig, die Menschen für das Projekt zu gewinnen: Es gab viel Misstrauen, fast niemand glaubte, dass wir Wasser für die Bewässerung in die Ebene von Shkors bringen könnten”, so Gentian, ein lokaler Mitarbeiter der italienischen Hilfsorganisation „Lotta alla Fame nel mondo“ in der Diözese Rreshen, im Nordosten Albaniens.
Im Rahmen des Bewässerungsprojekts soll die Lebensqualität und die wirtschaftliche Eingliederung gefährdeter Familien in den Gemeinden Klos und Mat verbessert werden, um die Abwanderung insbesondere von Familienvätern und Jugendlichen aus dem Land zu verringern. “Hier ist das öffentliche Trinkwassernetz erst 2019 angekommen”, so Gentian weiter. „Wir haben im Dezember 2020 mit der Arbeit an diesem Projekt begonnen. Bis vor einigen Monaten hatte dieses Gebiet zwar Zugang zu Wasser, aber nur für die landwirtschaftlichen Zwecke der großen Unternehmen, ohne dass die Familien es für die Bewässerung ihrer Felder oder für den Hausgebrauch nutzen konnten”.
Das Mat-Tal liegt im Nordosten Albaniens und ist eine der vier Regionen, die die Diözese Rrëshen bilden, die als Suffraganbistum zur Erzdiözese Tirana-Durazzo gehört. Das Gebiet besteht hauptsächlich aus einem weiten Tal, in dem sich kleine Dörfer befinden, die deren Einwohner als Selbstversorger ihr Ackerland bewirtschaften und nicht über die für die Marktproduktion erforderlichen Fähigkeiten und Werkzeuge verfügen. “Dieses Land ist ebenso üppig wie unwirtlich und schwierig für seine Bewohner. Es gibt zwar viele natürliche Ressourcen, aber nur wenige können sie nutzen”. Der MLFM-Mitarbeiter betont, dass sich seit Beginn des Projekts vor etwa neun Monaten erste Veränderungen abzeichnen. “Das ist ein sehr wichtiges Signal, ein Signal der Hoffnung für Albanien und insbesondere für das Mat-Tal.”
Die Region leidet unter sozialer, bildungsmäßiger und wirtschaftlicher Ausgrenzung: Im Gegensatz zu den Küstengebieten leiden die Binnengebiete Albaniens unter hoher Arbeitslosigkeit und erheblichen Infrastruktur- und Dienstleistungsdefiziten, insbesondere in den Bereichen Verkehr, Aufbereitung und Versorgung aller Dörfer mit Wasser sowie Abfallwirtschaft.
Das auf drei Jahre angelegte Projekt umfasst Berufsbildungsmaßnahmen und die Unterstützung der Entwicklung einer marktorientierten Agrar- und Lebensmittelproduktion für 162 Familien in dem Gebiet, um die Beschäftigung in der Region zu fördern und die Abwanderung aus dem Land zu verhindern. Geplant sind auch eine neue Baumschule und ein Weinberg sowie der Bau eines Aquädukts, das durch Schwerkraft gespeist wird und das Wasser aus den umliegenden Bergen für den menschlichen Gebrauch und nicht nur für die Landwirtschaft speichert, wie es bisher der Fall war.
Die neue Wasserleitung erfordert den Bau und die Verlegung von sieben Kilometern Rohrleitungen und die Einrichtung eines Wasserdepots, die Installation eines 200 m3 fassenden Wasserdepots für die anschließende Verteilung des Wassers sowie die Modernisierung einer bereits aktiven Familienmolkerei, die Kuhmilch von 42 lokalen Familien verarbeitet, um die Einkommensmöglichkeiten der Bauernfamilien zu verbessern.