Fürstentum Kiew

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Die Bedeutung des Kiewer Fürstentums nahm mit der Zeit ab, es setzte sein Zerfall ein. In den Jahren 1150–1180 bildeten sich um zahlreiche seiner Städte wie [[Wyschhorod|Wyschgorod]], [[Kaniw|Kanew]], [[Tortschesk]], [[Bilohorodka (Kiew-Swjatoschyn)|Belgorod]] eigene Teilfürstentümer heraus. Darüber hinaus existierten neben Kiew nun weitere politische Zentren: [[Wladimir (Russland)|Wladimir]] im Osten und [[Halytsch|Galitsch]] im Westen. Beiden gelang es immer wieder Kiew zu erobern und sie setzten dort eigene Statthalter ein. So löste der Wladimirer Fürst [[Andrei Bogoljubski]] den Großfürstentitel von Standort Kiew und regierte als Großfürst aus Wladimir, nachdem er die ehemalige Hauptstadt im Jahr 1169 erobert hatte. Die fürstlichen Fehden wurden von verheerenden Überfällen der Kumanen (Polowzer) begleitet, was weite Teile der Bevölkerung dazu bewog, in Richtung neuer Machtzentren zu migrieren, wo sich die Menschen ein ruhigeres Leben erhofften. Die Streitigkeiten unter den Rurikiden der benachbarten Fürstentümer setzten sich bis zur [[Mongolische Invasion der Rus|mongolischen Eroberung]] Kiews im Jahr 1240 fort.
 
Die Bedeutung des Kiewer Fürstentums nahm mit der Zeit ab, es setzte sein Zerfall ein. In den Jahren 1150–1180 bildeten sich um zahlreiche seiner Städte wie [[Wyschhorod|Wyschgorod]], [[Kaniw|Kanew]], [[Tortschesk]], [[Bilohorodka (Kiew-Swjatoschyn)|Belgorod]] eigene Teilfürstentümer heraus. Darüber hinaus existierten neben Kiew nun weitere politische Zentren: [[Wladimir (Russland)|Wladimir]] im Osten und [[Halytsch|Galitsch]] im Westen. Beiden gelang es immer wieder Kiew zu erobern und sie setzten dort eigene Statthalter ein. So löste der Wladimirer Fürst [[Andrei Bogoljubski]] den Großfürstentitel von Standort Kiew und regierte als Großfürst aus Wladimir, nachdem er die ehemalige Hauptstadt im Jahr 1169 erobert hatte. Die fürstlichen Fehden wurden von verheerenden Überfällen der Kumanen (Polowzer) begleitet, was weite Teile der Bevölkerung dazu bewog, in Richtung neuer Machtzentren zu migrieren, wo sich die Menschen ein ruhigeres Leben erhofften. Die Streitigkeiten unter den Rurikiden der benachbarten Fürstentümer setzten sich bis zur [[Mongolische Invasion der Rus|mongolischen Eroberung]] Kiews im Jahr 1240 fort.
  
Die mongolische Invasion hinterließ das Fürstentum Kiew in einem schwer verwüsteten Zustand. Es befand sich fortan unter einer formellen Oberhoheit der Großfürsten von Wladimir-Susdal ([[Alexander Newski]] und sein Bruder Jaroslaw), die ihrerseits den Mongolen unterstanden. 1299 entschied sich [[Maximus (Moskau)|Maxim]], der [[Metropolit von Kiew]], den Sitz der Russisch-Orthodoxen Kirche nach Wladimir zu verlegen. Nach der [[Schlacht am Irpen]] im Jahr 1321 wurde Kiew zum Objekt der litauischen Aggression unter [[Gediminas]] und wurde 1362 im Zuge der [[Schlacht am Blauen Wasser]] unter [[Algirdas]] endgültig dem [[Großfürstentum Litauen]] einverleibt, in dessen Verband es formell noch bis zum Jahr 1471 als distinkte Einheit existierte.
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Die mongolische Invasion hinterließ das Fürstentum Kiew in einem schwer verwüsteten Zustand. Es befand sich fortan unter einer formellen Oberhoheit der Großfürsten von Wladimir-Susdal ([[Alexander Newski]] und sein Bruder Jaroslaw), die ihrerseits den Mongolen unterstanden. 1299 entschied sich [[Maximos (Metropolit)|Maxim]], der [[Metropolit von Kiew]], den Sitz der Russisch-Orthodoxen Kirche nach Wladimir zu verlegen. Nach der [[Schlacht am Irpen]] im Jahr 1321 wurde Kiew zum Objekt der litauischen Aggression unter [[Gediminas]] und wurde 1362 im Zuge der [[Schlacht am Blauen Wasser]] unter [[Algirdas]] endgültig dem [[Großfürstentum Litauen]] einverleibt, in dessen Verband es formell noch bis zum Jahr 1471 als distinkte Einheit existierte.
  
 
== Fürsten und Großfürsten von Kiew ==
 
== Fürsten und Großfürsten von Kiew ==