Gertrud von le Fort

Satzzeichen vor Komma, Halbgeviertstrich, Links optimiert, Kleinkram


← Nächstältere VersionVersion vom 28. Mai 2019, 10:08 Uhr
Zeile 4:Zeile 4:
 
== Leben ==
 
== Leben ==
 
[[Datei:Boek Gedenkstein Gertrud von Le Fort 2014-05-27 74.JPG|mini|Gedenkstein für Gertrud von le Fort in Boek]]
 
[[Datei:Boek Gedenkstein Gertrud von Le Fort 2014-05-27 74.JPG|mini|Gedenkstein für Gertrud von le Fort in Boek]]
Gertrud von le Fort stammte aus dem [[Hugenotten|hugenottischen]] Adelsgeschlecht [[Le Fort (Adelsgeschlecht)|le Fort]]<ref name=’bbkl’>{{BBKL|archiveurl=https://web.archive.org/web/20070625144843/http://www.bautz.de/bbkl/l/Le_Fort.shtml |autor=Bernd Kettern|artikel=Le Fort, Gertrud von|band=4|spalten=1348–1356}}</ref> und verbrachte ihre Kindheit auf dem Familiengut Boek, heute Ortsteil von [[Rechlin]] an der [[Müritz]] in [[Mecklenburg]], sowie in verschiedenen [[Garnison]]sstädten, in denen ihr Vater Lothar von le Fort, ein [[Preußen|preußischer]] [[Oberst]], tätig war. Ihre Mutter war Elsbeth, geborene von Wedel-Parlow. Bis zum 14. Lebensjahr wurde Gertrud von le Fort im Elternhaus privat unterrichtet, zum Teil durch den Vater anhand des Familienarchivs. Erst anschließend besuchte sie die öffentliche Schule in [[Hildesheim]]. 1896 unternahm die Zwanzigjährige ihre erste Auslandsreise nach Wien und Norditalien. 1902 starb ihr Vater , zuletzt Großherzoglicher Kommissar für Polizeiangelegenheiten in Ludwigslust. Gertrud unternahm nun weitere Reisen ins europäische Ausland. Entscheidende Bedeutung für ihr weiteres Leben und Werk hatte ein Aufenthalt in [[Rom]] 1907.
+
Gertrud von le Fort stammte aus dem [[Hugenotten|hugenottischen]] Adelsgeschlecht [[Le Fort (Adelsgeschlecht)|le Fort]]<ref name=’bbkl’>{{BBKL|archiveurl=https://web.archive.org/web/20070625144843/http://www.bautz.de/bbkl/l/Le_Fort.shtml |autor=Bernd Kettern|artikel=Le Fort, Gertrud von|band=4|spalten=1348–1356}}</ref> und verbrachte ihre Kindheit auf dem Familiengut Boek, heute Ortsteil von [[Rechlin]] an der [[Müritz]] in [[Mecklenburg]], sowie in verschiedenen [[Garnison]]sstädten, in denen ihr Vater Lothar von le Fort, ein [[Preußen|preußischer]] [[Oberst]], tätig war. Ihre Mutter war Elsbeth, geborene von Wedel-Parlow. Bis zum 14. Lebensjahr wurde Gertrud von le Fort im Elternhaus privat unterrichtet, zum Teil durch den Vater anhand des Familienarchivs. Erst anschließend besuchte sie die öffentliche Schule in [[Hildesheim]]. 1896 unternahm die Zwanzigjährige ihre erste Auslandsreise nach Wien und Norditalien. 1902 starb ihr Vater, zuletzt Großherzoglicher Kommissar für Polizeiangelegenheiten in Ludwigslust. Gertrud unternahm nun weitere Reisen ins europäische Ausland. Entscheidende Bedeutung für ihr weiteres Leben und Werk hatte ein Aufenthalt in [[Rom]] 1907.
  
Seit 1908 studierte sie in [[Heidelberg]], [[Marburg]] und [[Berlin]] [[evangelische Theologie]], [[Geschichte]], [[Kunstgeschichte]], [[Literatur]] und [[Philosophie]], unter anderem als Schülerin [[Hans von Schubert|Hans von Schuberts]] und des Religionsphilosophen [[Ernst Troeltsch]], dessen ”Glaubenslehre” (1925) sie [[posthum]] nach eigenen Vorlesungsmitschriften herausgab. Mit Kriegsbeginn 1914 siedelte die Familie von [[Ludwigslust]] nach Boek an die Müritz. Ihr jüngerer Bruder Stephan von le Fort erbte 1914 das Gut Boek. Wegen seiner Beteiligung am [[Kapp-Putsch]] 1920 wurde das Gut enteignet.
+
Seit 1908 studierte sie in [[Heidelberg]], [[Marburg]] und [[Berlin]] [[evangelische Theologie]], [[Geschichte]], [[Kunstgeschichte]], [[Literatur]] und [[Philosophie]], unter anderem als Schülerin [[Hans von Schubert]]s und des Religionsphilosophen [[Ernst Troeltsch]], dessen ”Glaubenslehre” (1925) sie [[posthum]] nach eigenen Vorlesungsmitschriften herausgab. Mit Kriegsbeginn 1914 siedelte die Familie von [[Ludwigslust]] nach Boek an die Müritz. Ihr jüngerer Bruder Stephan von le Fort erbte 1914 das Gut Boek. Wegen seiner Beteiligung am [[Kapp-Putsch]] 1920 wurde das Gut enteignet.
  
 
Nach Erwerb eines Hauses lebte Gertrud von le Fort seit 1922 in [[Baierbrunn]] bei München. Sie suchte, stark von der [[Römisch-katholische Kirche|katholischen Kirche]] angezogen, in ihren religionsphilosophischen Studien Klärung ihrer konfessionellen Zugehörigkeit, veröffentlichte den Gedichtzyklus ”Hymnen an die Kirche” (1924) und [[Konversion (Religion)|konvertierte]] 1926 in Rom zur katholischen Kirche. Gertrud von le Fort wird als deutsche Vertreterin des [[Renouveau catholique]] gesehen.<ref>Wilhelm Kühlmann/Roman Luckscheiter (Hrsg.): ”Moderne und Antimoderne. Der Renouveau catholique und die deutsche Literatur. Beiträge des Heidelberger Colloquiums vom 12. bis 16. September 2006”, Rombach Verlag 2008.</ref>
 
Nach Erwerb eines Hauses lebte Gertrud von le Fort seit 1922 in [[Baierbrunn]] bei München. Sie suchte, stark von der [[Römisch-katholische Kirche|katholischen Kirche]] angezogen, in ihren religionsphilosophischen Studien Klärung ihrer konfessionellen Zugehörigkeit, veröffentlichte den Gedichtzyklus ”Hymnen an die Kirche” (1924) und [[Konversion (Religion)|konvertierte]] 1926 in Rom zur katholischen Kirche. Gertrud von le Fort wird als deutsche Vertreterin des [[Renouveau catholique]] gesehen.<ref>Wilhelm Kühlmann/Roman Luckscheiter (Hrsg.): ”Moderne und Antimoderne. Der Renouveau catholique und die deutsche Literatur. Beiträge des Heidelberger Colloquiums vom 12. bis 16. September 2006”, Rombach Verlag 2008.</ref>
Zeile 66:Zeile 66:
 
* ”Die Sibylle”, 1920
 
* ”Die Sibylle”, 1920
 
* ”Deutsches Leid”, 1923
 
* ”Deutsches Leid”, 1923
* ”Hymnen an die Kirche”, 1924;
+
* ”Hymnen an die Kirche”, 1924;
* ”Hymnen an Deutschland”, 1932;
+
* ”Hymnen an Deutschland”, 1932;
 
* ”Gedichte”, 1949 (erweitert 1953 und 1970)
 
* ”Gedichte”, 1949 (erweitert 1953 und 1970)
 
* ”Aphorismen”, 1962
 
* ”Aphorismen”, 1962
Zeile 136:Zeile 136:
 
* [[Lothar Bossle]] (Hrsg.): ”Deutsche christliche Dichterinnen des 20. Jahrhunderts. Gertrud von le Fort, Ruth Schaumann, Elisabeth Langgässer. Festschrift für Friedrich Kienecker aus Anlass seines 70. Geburtstages.” Creator, Würzburg 1990, ISBN 3-89247-047-2
 
* [[Lothar Bossle]] (Hrsg.): ”Deutsche christliche Dichterinnen des 20. Jahrhunderts. Gertrud von le Fort, Ruth Schaumann, Elisabeth Langgässer. Festschrift für Friedrich Kienecker aus Anlass seines 70. Geburtstages.” Creator, Würzburg 1990, ISBN 3-89247-047-2
 
* Gerda Brenning: ”Erläuterungen zu “Die Letzte am Schafott”, zu “Die Consolata” und zu “Das Gericht des Meeres.”” [[Königs Erläuterungen]], 286. [[C. Bange Verlag]], Hollfeld (1962)
 
* Gerda Brenning: ”Erläuterungen zu “Die Letzte am Schafott”, zu “Die Consolata” und zu “Das Gericht des Meeres.”” [[Königs Erläuterungen]], 286. [[C. Bange Verlag]], Hollfeld (1962)
* Gisela Brinker-Gabler, Karola Ludwig, Angela Wöffen: ”Lexikon deutschsprachiger Schriftstellerinnen 1800–1945.” dtv München, 1986. ISBN 3-423-03282-0. S. 190-195.
+
* Gisela Brinker-Gabler, Karola Ludwig, Angela Wöffen: ”Lexikon deutschsprachiger Schriftstellerinnen 1800–1945.” dtv München, 1986. ISBN 3-423-03282-0. S. 190–195.
 
* Hugo Bruggisser: ”Gertrud von le Fort. Das dichterische Werk.” Keller, Winterthur 1959 (Zugleich: Diss. phil. [[Universität Zürich]] 1959)
 
* Hugo Bruggisser: ”Gertrud von le Fort. Das dichterische Werk.” Keller, Winterthur 1959 (Zugleich: Diss. phil. [[Universität Zürich]] 1959)
 
* Sabine Düren: ”Die Frau im Spannungsfeld von Emanzipation und Glaube. Eine Untersuchung zu theologisch-anthropologischen Aussagen über das Wesen der Frau in der deutschsprachigen Literatur der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts unter besonderer Berücksichtigung von Edith Stein, Sigrid Undset, Gertrud von LeFort und Ilse von Stach” (= ”Theorie und Forschung. Theologie.” Bd. 34 = ”Theorie und Forschung.” Bd. 535). Roderer, Regensburg 1998, ISBN 3-89073-237-2 (Zugleich: Augsburg, Universität, Dissertation, 1998).
 
* Sabine Düren: ”Die Frau im Spannungsfeld von Emanzipation und Glaube. Eine Untersuchung zu theologisch-anthropologischen Aussagen über das Wesen der Frau in der deutschsprachigen Literatur der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts unter besonderer Berücksichtigung von Edith Stein, Sigrid Undset, Gertrud von LeFort und Ilse von Stach” (= ”Theorie und Forschung. Theologie.” Bd. 34 = ”Theorie und Forschung.” Bd. 535). Roderer, Regensburg 1998, ISBN 3-89073-237-2 (Zugleich: Augsburg, Universität, Dissertation, 1998).
Zeile 145:Zeile 145:
 
* Philipp W. Hildmann: ”Die Fährte Gottes suchen. Gertrud von le Fort und Gerhard Hildmann.” In: ”Mitteilungen der Ernst-Troeltsch-Gesellschaft.” Bd. 14, 2001, {{ISSN|0178-3025}}, S. 75–90.
 
* Philipp W. Hildmann: ”Die Fährte Gottes suchen. Gertrud von le Fort und Gerhard Hildmann.” In: ”Mitteilungen der Ernst-Troeltsch-Gesellschaft.” Bd. 14, 2001, {{ISSN|0178-3025}}, S. 75–90.
 
* Hajo Jappe: ”Gertrud von le Fort. Das erzählende Werk.” Unterberger, Meran 1950.
 
* Hajo Jappe: ”Gertrud von le Fort. Das erzählende Werk.” Unterberger, Meran 1950.
* Antje Kleinewefers: ”„Eine ganz neue Liebe zur Liebe“. Gertrud von le Fort. Werke aus den Jahren 1946 und 1947. Interpretationen.” Plöger, Annweiler 2003, ISBN 3-89857-174-2
+
* Antje Kleinewefers: ”„Eine ganz neue Liebe zur Liebe“. Gertrud von le Fort. Werke aus den Jahren 1946 und 1947. Interpretationen.” Plöger, Annweiler 2003, ISBN 3-89857-174-2
 
* Margaret Klopfle Devinney: ”The legends of Gertrud von le Fort. Text and audience” (= ”Studies in modern German literature.” Bd. 27). Lang, New York NY u. a. 1989, ISBN 0-8204-0719-4.
 
* Margaret Klopfle Devinney: ”The legends of Gertrud von le Fort. Text and audience” (= ”Studies in modern German literature.” Bd. 27). Lang, New York NY u. a. 1989, ISBN 0-8204-0719-4.
 
* [[Gisbert Kranz]]: ”Gertrud von Le Fort als Künstlerin”. Schöningh, Paderborn 1959.
 
* [[Gisbert Kranz]]: ”Gertrud von Le Fort als Künstlerin”. Schöningh, Paderborn 1959.