Helmut Just

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”’Helmut Just”’ (* [[2. Juli]] [[1933]] in [[Berlin]]; † [[30. Dezember]] [[1952]] ebenda) war ein deutscher Volkspolizist und Angehöriger der [[Ost-Berlin]]er [[Deutsche Volkspolizei|Volkspolizei]] (VP), der im Dienst an der Sektorengrenze zu [[West-Berlin]] erschossen wurde. Weder die Täter noch ihr Motiv konnten ermittelt werden. Die [[Propaganda#Propaganda in der DDR|Propaganda der DDR]] verehrte Just als einen von „westlichen Terroristen ermordeten Grenzschützer“.
[[Datei:Berlin Friedrichsfelde Zentralfriedhof, Pergolenweg – Just.jpg|mini|Der 1953 auf das Grab Justs gesetzte Gedenkstein, Zentralfriedhof Friedrichsfelde, 2016]]
== Leben ==
Helmut Just lebte mit seiner Mutter in Ost-Berlin. Zur Familie gehörten ein verheirateter älterer Bruder, der Volkspolizist war, und eine jüngere Schwester, die in West-Berlin lebte. Just hatte nach dem Besuch der [[Volksschule]] im Jahr 1952 eine [[Maler und Lackierer|Malerlehre]] abgeschlossen. Als leidenschaftlicher [[Boxsport]]ler war Just Mitglied einer [[Betriebssportgemeinschaft#Betriebssportgemeinschaften in der DDR|Betriebssportgemeinschaft]] im Ost-Berliner Stadtteil [[Berlin-Karlshorst|Karlshorst]] und der Boxergruppe des West-Berliner Sportvereins [[Tennis Borussia Berlin|Tennis Borussia]].<ref>Gerhard Sälter, Johanna Dietrich, Fabian Kuhn: ”Helmut Just”. In: dies.: ”Die vergessenen Toten. Todesopfer des DDR-Grenzregimes in Berlin von der Teilung bis zum Mauerbau (1948–1961)”. Ch. Links, Berlin 2016, ISBN 978-3-86153-933-9, S. 262</ref> Am 7. August 1952 trat Just in die Ost-Berliner VP ein, wo er dem ”Bereitschaftskommando I” zugeteilt wurde. In Rücksicht auf seine Trainingszeiten verrichtete er nach der Grundausbildung seinen Dienst in einer ”Kleiderkammer” der VP in [[Berlin-Weißensee]], musste aber später zum Bereitschaftskommando zurückkehren. Am 30. Dezember 1952 war er dort VP-[[Unterwachtmeister]].

== Ermordung ==
=== Vorgeschichte ===
In der Nacht zum 25. Dezember 1952 hatten [[Rote Armee|Sowjetsoldaten]] einen Entführungsversuch im Stadtteil [[Berlin-Frohnau|Frohnau]] des französischen Sektors von Berlin unmittelbar an der Grenze zu [[Glienicke/Nordbahn]] unternommen, der den Einsatz eines West-Berliner Funk[[streifenwagen]]s zur Folge hatte. Dabei erschossen Sowjetsoldaten auf dem Gebiet des französischen Sektors ein Mitglied von dessen Besatzung, den Polizeioberwachtmeister [[Herbert Bauer (Polizist)|Herbert Bauer]]. Der Vorfall erregte die Berliner Öffentlichkeit in ungewöhnlichem Maße. Die Trauerkundgebung vor dem [[Rathaus Schöneberg]] und die Fahrt des Leichenwagens zum Friedhof „Am Nordgraben“ in [[Berlin-Tegel]] am 30. Dezember zogen hunderttausende Trauernde an.<ref>Zum Fall Herbert Bauer siehe Michael Stricker: ”Letzter Einsatz. Im Dienst getötete Polizisten in Berlin von 1918 bis 2010”, Verlag für Polizeiwissenschaft, Frankfurt 2010, ISBN 3-86676-141-4, (=Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Polizeigeschichte, Band 11), S. 346–384</ref>

Die VP in Ost-Berlin war schon einige Tage vor dem Trauertag in Alarmbereitschaft versetzt worden und hatte für den 30. Dezember die Überwachung der Sektorengrenze verstärkt. Just hatte sich freiwillig für den Abend des Trauertags einteilen lassen.

=== Hergang ===
Just trat am 30. Dezember 1952 seinen Dienst auf dem VP-Revier 64 in der Schivelbeiner Straße 11 in [[Prenzlauer Berg]] an. Von 19 bis 20.00 Uhr versah er Postendienst auf der Behmbrücke, die in den [[Bezirk Wedding]] des französischen Sektors führte. Danach hatte er eine Freistunde, die er zum Teil außerhalb des Reviers 64 verbrachte. Vom Revier ging Just gegen 20.45 Uhr zu Fuß in Richtung [[Schwedter Straße]], um seinen Posten am [[Gleimtunnel]] zu erreichen. Um 22.50 Uhr machten aus West-Berlin zurückkehrende Passanten den Brückenposten der VP auf eine in der Behmstraße liegende Person aufmerksam. Ein Polizist fand den nicht ansprechbaren Just mit einer Blutlache um den Kopf auf dem Bürgersteig gegenüber dem Haus 65. Seine Dienstwaffe fehlte. Er wurde ins [[Bundeswehrkrankenhaus Berlin|VP-Krankenhaus Berlin]] transportiert, wo man seinen Tod feststellte.

=== Ermittlungen der Volkspolizei ===
Innerhalb der nächsten Stunden traf die Führung der Ost-Berliner Polizei am Tatort ein und veranlasste sofortige, intensive und umfangreiche Ermittlungen durch die vollzählig versammelte ”[[Morduntersuchungskommission]]” (MUK). Die Häuser und Wohnungen der Behmstraße wurden durchsucht und ihre Bewohner befragt. Weder ein Zeuge noch irgendwelche Spuren, die auf den oder die Täter hindeuteten, konnten gefunden werden. Anhand der Lage Justs mit dem Kopf auf dem [[Bordstein]] nahe der Behmbrücke, seiner Verletzung und dem Fundort der Patronenhülse konnte rekonstruiert werden, dass Just von hinten ein tödlicher Pistolenschuss aus einer Entfernung von 0,4 bis unter zwei Meter in den Nacken getroffen hatte, nachdem er die Mittelpromenade der Behmstraße bereits überquert hatte. Zwei an der knapp 100 Meter entfernten Brücke stationierte Volkspolizisten und ein [[Zollverwaltung der DDR|DDR-Zöllner]] hatten den Schuss nicht wahrgenommen, weil Jugendliche bereits seit Stunden in der Umgebung immer wieder Silvester[[feuerwerkskörper]] explodieren ließen.

Am 2. Januar 1953 rief der VP-Präsident [[Waldemar Schmidt]] alle Berliner zur Mitarbeit bei der Klärung des Todes von Just auf und richtete an die West-Berliner Polizei ein [[Amtshilfe]]ersuchen. Obwohl der MUK keine Erkenntnisse vorlagen, behauptete Schmidt, als „Auftraggeber“ kämen ausschließlich West-Berliner „Organisationen“ wie die [[Ostbüro|Ostbüros der Parteien]] und die [[Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit]] (KgU) in Betracht.

Die Ermittlungen nahm eine Sonderkommission der MUK auf.

Die Vermutung, Helmut Justs Ermordung könnte auch ein spontaner Racheakt von Ost- oder West-Berliner Einzelgängern für den Mord an Herbert Bauer gewesen sein, lag auch im Kalkül der MUK. Sie ging Hinweisen in Richtung West-Berlin nach, verzichtete aber auf Ermittlungen im persönlichen Umfeld Justs. Die Sonderkommission kam zu keinem Ergebnis und löste sich Mitte Februar 1953 auf. Eine Nebenfolge ihrer Ermittlungen war die Schließung mehrerer Gaststätten in Grenznähe, in denen sich ihrer Einschätzung nach „asoziale und kriminelle Elemente“ träfen und in denen „rege Hetze gegen die DDR“ sowie „Schiebergeschäfte“ stattfänden.<ref>Zitate bei [[Annett Gröschner]]: ”Kleine Morde unter Brüdern”. In dies. (Red.): ”Grenzgänger. Wunderheiler. Pflastersteine. Die Geschichte der Gleimstraße in Berlin”. Basisdruck, Berlin 1998, ISBN 978-3-86163-091-3, S. 334</ref> Die Ermittlungen bekamen vorübergehend neuen Schwung, als Kinder im Juni 1953 der VP die offenbar kurz zuvor weggeworfene Tatwaffe übergaben, die sie nördlich des Gleimtunnels auf Ost-Berliner Gebiet gefunden hatten. Die ”[[Walther Modell 4|Walther-Pistole Kal. 7,65]]” war 1950 einem VP-Offizier im nahen [[Prater (Berlin)|Prater]] gestohlen worden.

=== Ermittlungen der West-Berliner Staatsanwaltschaft ===
Angehörige und Bekannte Justs aus Ost- und West-Berlin machten in den Tagen nach dem Mord übereinstimmende Aussagen vor dem ”Kriminal[[kommissariat]] der [[Polizeiinspektion]] [[Berlin-Wedding|Wedding]]” der West-Berliner Polizei. Die Aussagen betrafen Justs Unwillen, an der Sektorengrenze eingesetzt zu werden, eine Verwarnung durch Vorgesetzte und ein abgelehntes Entlassungsgesuch. Dies soll Just veranlasst haben, eine Flucht nach West-Berlin zu planen. Der Schlussbericht der West-Berliner Polizei an die [[Staatsanwaltschaft Berlin]] vom 6. März 1953 hielt fest, dass der Fall Just nicht aufgeklärt werden konnte.

An diesem Ergebnis änderte sich nichts, als im Januar 1954 ein geflüchteter Volkspolizist gegenüber der KgU aussagte, Just habe, um intensiv trainieren zu können, in seinem Betrieb zu oft gefehlt und im Polizeidienst dafür bessere Möglichkeiten gesehen, sei also aus pragmatischem Motiv Volkspolizist geworden. Im März 1965 behauptete ein durch den [[Häftlingsfreikauf]] entlassener ehemaliger Volkspolizist gegenüber dem [[Ostbüro der SPD]], als dessen Informant er verurteilt worden war, dass das [[Ministerium für Staatssicherheit]] der DDR (MfS) für den Mord an Just verantwortlich sei. Seine Angabe stützte sich lediglich auf eine Kombination von Vermutungen.

=== Ermittlungen des Ministeriums für Staatssicherheit ===
Das MfS verdächtigte zunächst routinemäßig Westberliner Organisationen der Anstiftung bzw. der Täterschaft am Mord. Die Bezichtigungen gegen die KgU, den [[Untersuchungsausschuß Freiheitlicher Juristen]] und die [[Deutsche Liga für Menschenrechte]] gingen auf eine willkürliche Interpretation der Meldung eines [[Inoffizieller Mitarbeiter|geheimen Informators]] (GI) innerhalb der KgU zurück. Der Informator hatte aufgeschnappte Bruchstücke eines internen Gesprächs von Vertretern der KgU und des [[Verfassungsschutz Berlin|Berliner Verfassungsschutzes]] wiedergegeben. In den folgenden Jahren beschäftigte sich das MfS bis hin zur Festnahme von Verdächtigen mit der Suche nach dem oder den Tätern, jedoch ohne Beweise erarbeiten zu können.

Ein Sachstandsbericht anhand aller vorhandenen Unterlagen vom 5. Juni 1967 enthielt zwar Hinweise auf eine mögliche Täterschaft der KgU und auf einen „Racheakt“ für die Erschießung Baums, jedoch schätzte das MfS es als „wahrscheinlicher“ ein, dass die „Täter aus dem kriminellen Milieu“ gekommen waren. Nach Erkenntnissen des MfS war Just vor seinem nur knapp fünf Monate zurückliegenden Eintritt in die VP im „Boxermilieu“ aktiv gewesen und hatte in „[[Schwarzmarkt|Schieberkreisen]]“ verkehrt.<ref>Zitate aus dem MfS-Bericht bei Gerhard Sälter, Johanna Dietrich, Fabian Kuhn: ”Helmut Just”. In: dies.: ”Die vergessenen Toten. Todesopfer des DDR-Grenzregimes in Berlin von der Teilung bis zum Mauerbau (1948–1961)”. Ch. Links, Berlin 2016, ISBN 978-3-86153-933-9, S. 261 f.</ref> Die nüchterne Wertung des MfS war mit dem seit 1953 von der SED um Just betriebenen Heldenkult nicht vereinbar und gelangte daher nicht an die Öffentlichkeit.

Das letzte Ermittlungsverfahren des MfS gegen einen Tatverdächtigen stellte der [[Generalstaatsanwalt der DDR]] im Jahr 1987 ein.

== Nachleben ==
=== Instrumentalisierung in der DDR ===
[[Datei:Bundesarchiv Bild 183-1986-0813-027, Berlin, Pioniere vor einer Gedenkstätte.jpg|mini|[[Junge Pioniere]] vor dem ”Denkmal der Grenztruppen” in Ost-Berlin, 1986]]
Sofort nach der Tat begann die [[Sozialistische Einheitspartei Deutschlands]] (SED) mit der propagandistischen Ausschlachtung des Mordes. Das Parteiorgan [[Neues Deutschland]] (ND) machte den West-Berliner Bürgermeister und SPD-Vorsitzenden [[Ernst Reuter]] direkt für die Tat verantwortlich. Am 6. Januar behauptete das ND, in der Nähe des Tatortes befinde sich eine „Terrorzentrale“ der KgU, wobei deren „Abteilung II b“ auf Mordtaten wie an Just spezialisiert sei.<ref>Gerhard Finn: ”Nichtstun ist Mord. Die Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit”. Westkreuz-Verlag, Bad Münstereifel 2000, ISBN 3-929592-54-1, S. 65 f.</ref>

Nach einer [[Aufbahrung]] im [[Langenbeck-Virchow-Haus|Gebäude der Volkskammer]] in der Luisenstraße am 3. Januar 1953 fand am 5. Januar die Trauerfeier für Helmut Just in Form eines [[Staatsakt (Veranstaltung)|Staatsaktes]] auf dem [[Gendarmenmarkt|Platz der Akademie]] statt. Postum erhielt er das [[Ehrenzeichen der Deutschen Volkspolizei]]. An der Veranstaltung, die den Eindruck einer Konkurrenz zu der vorangegangenen für Herbert Bauer machte, nahmen etwa einhunderttausend Menschen teil. Nach der mit Ansprachen begleiteten erneuten Aufbahrung auf dem Platz der Akademie fuhr der Leichenwagen zum [[Zentralfriedhof Friedrichsfelde]], wo Just nahe der Grabanlage ”Pergolenweg” der [[Gedenkstätte der Sozialisten]] beigesetzt wurde.

Die Familie bekam staatliche Unterstützung. Der Mutter wurden die Beerdigungskosten erlassen. Weil ihr Sohn laut offizieller Darstellung von Faschisten ermordet worden war, erhielt sie „nach Rücksprache mit [[Ditmar Danelius]]“, dem Vorsitzenden der [[Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten|Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes]], die Anerkennung als ”[[Verfolgter des Naziregimes|Verfolgte des Naziregimes]]”, die mit einer Ehrenpension verbunden war, ferner eine Anwartschaft auf eine Wohnung in der [[Karl-Marx-Allee|Stalinallee]]. Ebenso durfte Justs Bruder mit seiner Frau eine Wohnung in der Stalinallee beziehen.<ref>Zitat bei [[Annett Gröschner]]: ”Kleine Morde unter Brüdern”. In dies. (Red.): ”Grenzgänger. Wunderheiler. Pflastersteine. Die Geschichte der Gleimstraße in Berlin”. Basisdruck, Berlin 1998, ISBN 978-3-86163-091-3, S. 331</ref>

Am ersten Jahrestag seines Todes erhielten im Rahmen feierlicher Kundgebungen sein Grab auf dem Friedhof in Friedrichsfelde einen Gedenkstein und die Grundstücksmauer am Ort seines Todes eine mannshohe Gedenktafel. Diese erinnerte daran, dass Just hier „von faschistischen Banditen“ ermordet wurde.<ref>[http://www.dhm.de/datenbank/dhm.php?seite=5&fld_0=BA115444 Abb. der nach 1961 erneuerten ”Gedenktafel für den Volkspolizisten Helmut Just”], in der Objektdatenbank, [[Deutsches Historisches Museum]]</ref> Für die feierlichen Anlässe hatte [[Paul Dessau]] den ”Trauermarsch für den von Kriegshetzern meuchlings ermordeten Volkspolizisten Helmut Just für großes Blasorchester” komponiert,<ref>Matthias Tischer: ”Komponieren für und wider den Staat. Paul Dessau in der DDR.” Böhlau, Köln 2009, ISBN 978-3-412-20459-4, S. 73</ref> den das [[Orchester der Berliner Volkspolizei]] unter [[Willi Kaufmann]] aufführte. [[Bruno Kleberg]] erinnerte 1954 in seinem Dokumentarfilm zum Bau der Stalinallee ”Geschichte einer Straße” an den Ermordeten, der als Lehrling am Bau des Blocks D-Süd eingesetzt war.<ref>[http://www.defa-stiftung.de/DesktopDefault.aspx?TabID=412&FilmID=Q6UJ9A004IXZ Information zu ”Geschichte einer Straße”] in der Filmdatenbank der [[DEFA-Stiftung]]</ref>

In Ost-Berlin hieß die Behmstraße von 1960 bis 1993 nach ihm. In der DDR trugen Schulen, Wirtschaftsbetriebe, Sportstätten und Freizeiteinrichtungen sowie Straßen in vielen Gemeinden seinen Namen. Seit Anfang der 1970er Jahre galt die Inschrift auf dem ”Denkmal der Grenztruppen” an der [[Jerusalemer Straße (Berlin)|Jerusalemer]]- Ecke [[Reinhold Huhn|Reinhold-Huhn-Straße]] auch Just. Am ”Helmut-Just-Stadion” in [[Krauschwitz (Sachsen)|Krauschwitz]] ist Just seit 1972 ein [[Liste der Kulturdenkmale in Krauschwitz (Sachsen)#Krauschwitz|Gedenkstein]] gewidmet. Bis zum Ende der DDR fanden an diesen Orten regelmäßig Feiern zur Erinnerung an Helmut Just statt.

Die [[Marxismus-Leninismus|marxistisch-leninistische]] Geschichtswissenschaft der DDR stellte, stets ohne Nachweise, die Ermordung Justs durch zwei Westberliner Terroristen als Folge der dortigen zügellosen Pogromhetze dar.<ref>So [[Gerhard Keiderling]] in: Ders. u. [[Percy Stulz]]: ”Berlin 1945–1968. Zur Geschichte der Hauptstadt der DDR und der selbständigen politischen Einheit Westberlin”. Dietz, Berlin 1970, S. 308 f.</ref>

=== Im wiedervereinigten Deutschland ===
Nach der [[Deutsche Wiedervereinigung|deutschen Wiedervereinigung]] griff die Staatsanwaltschaft Berlin den Mordfall auf der Grundlage aller nun durch die Öffnung der Archive bekannten Fakten wieder auf. „Trotz intensiver Ermittlungen“ vermochte sie nicht, „nach so langer Zeit“ einen Tatverdächtigen ausfindig zu machen.<ref>Gerhard Sälter, Johanna Dietrich, Fabian Kuhn: ”Helmut Just”. In: dies.: ”Die vergessenen Toten. Todesopfer des DDR-Grenzregimes in Berlin von der Teilung bis zum Mauerbau (1948–1961)”. Ch. Links, Berlin 2016, ISBN 978-3-86153-933-9, S. 263</ref>

Das Denkmal der Grenztruppen wurde 1994 beseitigt und die Gedenktafel in der Behmstraße verschwand 2001. Eine Helmut-Just-Straße gibt es noch in 12 Städten Ostdeutschlands: in [[Aschersleben]], [[Aue (Sachsen)|Aue]], [[Dahlen (Sachsen)|Dahlen]], [[Erfurt]], [[Grimmen]], [[Halle (Saale)]], [[Hohen Neuendorf]], [[Meuselwitz]], [[Neubrandenburg]], [[Niesky]], [[Pirna]], [[Potsdam]] und [[Senftenberg]] (Stand: 2019).<ref>[https://www.strassen-in-deutschland.de/helmut-just-strasse-in-deutschland-10047564.html ”Helmut-Just-Straße”] auf www.strassen-in-deutschland.de, abgerufen am 22. Mai 2019</ref>

Der zu DDR-Zeiten versetzt gewesene Grabstein kehrte im Frühjahr 2008 an seinen Standort zurück und markiert wieder das tatsächliche Grab Helmut Justs.

== Literatur ==
* Michael Stricker: ”Letzter Einsatz. Im Dienst getötete Polizisten in Berlin von 1918 bis 2010”, Verlag für Polizeiwissenschaft, Frankfurt 2010, ISBN 3-86676-141-4, (=Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Polizeigeschichte, Band 11), S. 217–239

* {{WWW-DDR|1614|Just, Helmut|Christoph Links}}
* Gerhard Sälter, Johanna Dietrich, Fabian Kuhn: ”Helmut Just”. In: dies.: ”Die vergessenen Toten. Todesopfer des DDR-Grenzregimes in Berlin von der Teilung bis zum Mauerbau (1948–1961)”. Ch. Links, Berlin 2016, ISBN 978-3-86153-933-9, S. 256–263.

== Weblinks ==
* [http://www.progress-film.de/der-augenzeuge-1953-03.html ”Berlin nahm Abschied von Helmut Just”.] Filmbericht der ”[[Der Augenzeuge (Wochenschau)|Wochenschau. Der Augenzeuge 1953/03]]”, ab Min. 2.35. Suchportal für Archivmaterial des [[Progress Film-Verleih]]s, abgefragt am 2. Oktober 2017
* [http://home.snafu.de/veith/images/gt-just.jpg Foto]

== Einzelnachweise ==
<references />

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{{SORTIERUNG:Just, Helmut}}
[[Kategorie:Person (Berlin)]]
[[Kategorie:Polizist (SBZ bzw. DDR)]]
[[Kategorie:Deutscher]]
[[Kategorie:Geboren 1933]]
[[Kategorie:Gestorben 1952]]
[[Kategorie:Mann]]

{{Personendaten
|NAME=Just, Helmut
|ALTERNATIVNAMEN=
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Volkspolizist und Angehöriger der Ost-Berliner Volkspolizei (VP)
|GEBURTSDATUM=2. Juli 1933
|GEBURTSORT=[[Berlin]]
|STERBEDATUM=30. Dezember 1952
|STERBEORT=[[Berlin]]
}}