Industria Wohnen

Geschichte


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=== Umfirmierung und Erweiterung des Geschäftsfeldes ===
 
=== Umfirmierung und Erweiterung des Geschäftsfeldes ===
Im Jahr 1963 wurde das Unternehmen in „INDUSTRIA Gemeinnütziger Wohnungsbau Hessischer Unternehmen GmbH“ umbenannt. Mit dem neuen Namen ging auch eine Erweiterung des Geschäftsfeld einher: Die Gesellschaft widmete sich neben dem öffentlich geförderten sozialen, auch verstärkt dem steuerbegünstigten Wohnungsbau. So konnte auch Angestellten, deren Einkommen die gesetzlichen Voraussetzungen des sozialen Wohnungsbaus überschritt, preisgünstige Mietwohnungen angeboten werden. Ein Jahr später, 1964, konnte das Stammkapital von 100.000 auf 4,5 Millionen erhöht werden. Es wurde ein Reingewinn von über 141.000 DM erzielt.
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Im Jahr 1963 wurde das Unternehmen in „Industria Gemeinnütziger Wohnungsbau Hessischer Unternehmen GmbH“ umbenannt. Mit dem neuen Namen ging auch eine Erweiterung des Geschäftsfeld einher: Die Gesellschaft widmete sich neben dem öffentlich geförderten sozialen, auch verstärkt dem steuerbegünstigten Wohnungsbau. So konnte auch Angestellten, deren Einkommen die gesetzlichen Voraussetzungen des sozialen Wohnungsbaus überschritt, preisgünstige Mietwohnungen angeboten werden. Ein Jahr später, 1964, konnte das Stammkapital von 100.000 auf 4,5 Millionen erhöht werden. Es wurde ein Reingewinn von über 141.000 DM erzielt.
  
 
=== Aufhebung der Gemeinnützigkeit ===
 
=== Aufhebung der Gemeinnützigkeit ===
Im Zuge des Steuerreformgesetzes von 1990 wurde das Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetz am 31.12.1989 aufgehoben. Damit entfiel auch die Gemeinnützigkeit der INDUSTRIA. Im November 1990 wurde der Gesellschaftervertrag der neuen Rechtslage angepasst und die Umfirmierung in „INDUSTRIA Bau- und Vermietungsgesellschaft mit beschränkter Haftung“ erfolgte. Damit konnte das Unternehmen Bauten in allen Rechts- und Nutzungsformen errichten, betreuen, bewirtschaften und verwalten. Bis Mitte der 1990er-Jahre bildete die Bewirtschaftung bzw. Instandhaltung und Modernisierung des Mietwohnungsbestandes den Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit. Durch moderate Mieterhöhungen nach § 2 Miethöhegesetz sowie fortschreitende Tilgung älterer Darlehen konnte das Unternehmen seine Ertrags- und Liquiditätssituation verbessern und war erstmalig in der Lage, Grundstücksbeschaffung und Mietwohnungsbau ohne finanzielle Unterstützung Dritter zu tätigen.
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Im Zuge des Steuerreformgesetzes von 1990 wurde das Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetz am 31. Dezember 1989 aufgehoben. Damit entfiel auch die Gemeinnützigkeit der Industria. Im November 1990 wurde der Gesellschaftervertrag der neuen Rechtslage angepasst und die Umfirmierung in „Industria Bau- und Vermietungsgesellschaft mit beschränkter Haftung“ erfolgte. Damit konnte das Unternehmen Bauten in allen Rechts- und Nutzungsformen errichten, betreuen, bewirtschaften und verwalten. Bis Mitte der 1990er-Jahre bildete die Bewirtschaftung bzw. Instandhaltung und Modernisierung des Mietwohnungsbestandes den Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit. Durch moderate Mieterhöhungen nach § 2 Miethöhegesetz sowie fortschreitende Tilgung älterer Darlehen konnte das Unternehmen seine Ertrags- und Liquiditätssituation verbessern und war erstmalig in der Lage, Grundstücksbeschaffung und Mietwohnungsbau ohne finanzielle Unterstützung Dritter zu tätigen.
  
 
=== Konzerngesellschaft der Degussa AG ===
 
=== Konzerngesellschaft der Degussa AG ===
1995 wurde die INDUSTRIA Konzerngesellschaft der Degussa-Hüls AG Frankfurt. Deren Mehrheitsanteil an der INDUSTRIA wurden bereits 1997 von der Degussa Bank GmbH, die bereits 1980 vom Industriezweig Degussa AG getrennt wurde, übernommen. In der Folge entwickelte sich die INDUSTRIA vom klassischen Wohnungsbauunternehmen zur Immobiliengesellschaft, die in Kooperation mit der Degussa Bank einen Teil ihres Mietwohnungsbestandes in Eigentumswohnungen umwandelte und überwiegend an die Mieter veräußerte.
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1995 wurde die Industria Konzerngesellschaft der Degussa-Hüls AG Frankfurt. Deren Mehrheitsanteil an der Industria wurden bereits 1997 von der Degussa Bank GmbH, die bereits 1980 vom Industriezweig Degussa AG getrennt wurde, übernommen. In der Folge entwickelte sich die Industria vom klassischen Wohnungsbauunternehmen zur Immobiliengesellschaft, die in Kooperation mit der Degussa Bank einen Teil ihres Mietwohnungsbestandes in Eigentumswohnungen umwandelte und überwiegend an die Mieter veräußerte.
 
 
Mit der Bewirtschaftung von Immobilienvermögen als Dienstleistung für Dritte und dem Verkauf von Wohnungen an Selbstnutzer und Kapitalanleger betätigte sich das Unternehmen zum ersten Mal auch als Immobilienmanager. Bis zum Ende des 20. Jahrhunderts steigerte die INDUSTRIA ihren Gewinn auf nahezu eine Million Euro. Die Anzahl der Wohnungen aus dem Mietwohnungsbestand stieg auf 1.500, das Kontingent der eigenen und fremden Objekte in Eigentumsverwaltung auf insgesamt 520 Einheiten.
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Mit der Bewirtschaftung von Immobilienvermögen als Dienstleistung für Dritte und dem Verkauf von Wohnungen an Selbstnutzer und Kapitalanleger betätigte sich das Unternehmen zum ersten Mal auch als Immobilienmanager. Bis zum Ende des 20. Jahrhunderts steigerte die Industria ihren Gewinn auf nahezu eine Million Euro. Die Anzahl der Wohnungen aus dem Mietwohnungsbestand stieg auf 1500, das Kontingent der eigenen und fremden Objekte in Eigentumsverwaltung auf insgesamt 520 Einheiten.