Karl Brater


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== Leben ==
 
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Karl Brater studierte in [[Erlangen]], [[Heidelberg]] und [[Würzburg]] Jura. 1843 schloss er das juristische Examen mit der Bestnote ab und wurde ins bayrische Justizministerium berufen. Ab 1847 war er dort bei der Gesetzgebungskommission beschäftigt. Dies führte zu intensivem Kontakt mit [[Friedrich Rohmer|Friedrich]] (1814–1856) und [[Theodor Rohmer]] (1820–1856) und mit [[Johann Caspar Bluntschli]] (1808–1881) und zu seinem ersten juristischen Werk ”Die Reform des Erbrechts zu Gunsten der Nothleidenden”, erschienen 1848 in München. Er betätigte sich nun außerdem als politischer Redakteur bei der Augsburger Abendzeitung<ref>{{cite web|url=https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Artikel_45012|title=München-Augsburger Abendzeitung|publisher=Historisches Lexikon Bayerns|accessdate=8. August 2017}}</ref>. Seine Stellung im Ministerium war unhaltbar geworden, und so wurde er 1848 Bürgermeister von [[Nördlingen]]. In diesem Amt blieb er, unterstützt durch den liberalen Nördlinger Verleger Karl Beck, bis Anfang 1851. Differenzen mit der Kreisregierung, die der reaktionären Partei angehörte und sein Eintreten für die [[Paulskirchenverfassung|Frankfurter Reichsverfassung]] missbilligte, führten schließlich zu seinem Rücktritt.
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Brater studierte in [[Erlangen]], [[Heidelberg]] und [[Würzburg]] Jura. 1843 schloss er das juristische Examen mit der Bestnote ab und wurde ins bayrische Justizministerium berufen. Ab 1847 war er dort bei der Gesetzgebungskommission beschäftigt. Dies führte zu intensivem Kontakt mit [[Friedrich Rohmer|Friedrich]] (1814–1856) und [[Theodor Rohmer]] (1820–1856) und mit [[Johann Caspar Bluntschli]] (1808–1881) und zu seinem ersten juristischen Werk ”Die Reform des Erbrechts zu Gunsten der Nothleidenden”, erschienen 1848 in München. Er betätigte sich nun außerdem als politischer Redakteur bei der Augsburger Abendzeitung.<ref>{{cite web|url=https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Artikel_45012|title=München-Augsburger Abendzeitung|publisher=Historisches Lexikon Bayerns|accessdate=8. August 2017}}</ref> Seine Stellung im Ministerium war unhaltbar geworden, und so wurde er 1848 Bürgermeister von [[Nördlingen]]. In diesem Amt blieb er, unterstützt durch den liberalen Nördlinger Verleger Carl Beck, bis Anfang 1851. Differenzen mit der Kreisregierung, die der reaktionären Partei angehörte und sein Eintreten für die [[Paulskirchenverfassung|Frankfurter Reichsverfassung]] missbilligte, führten schließlich zu seinem Rücktritt.
  
Ab dieser Zeit arbeitete Brater nur noch als Publizist und Herausgeber. Er gründete 1851 die ”Blätter für administrative Praxis”, die er bis 1860 leitete. Ferner verfasste er etliche Kommentare zu Dollmanns ”Gesetzgebung des Königreichs Baiern seit Maximilian&nbsp;II.”, gab die bayrische Verfassungskunde heraus und schrieb einen Kommentar zur bayrischen Gerichtsordnung. Er zog aufgrund der günstigeren Lebensverhältnisse im Mai 1852 nach [[Rottach-Egern|Egern]]. Ab 1855 lebte er wieder in München. Hier gab er ab 1856 mit Bluntschli das [[Deutsches Staatswörterbuch|Deutsche Staatswörterbuch]] heraus, für das er einige Artikel schrieb. 1857 verfasste er die drei Flugschriften ”Fliegende Blätter aus Baiern”, 1858 die politische Schrift ”Regierung und Volksvertretung in Baiern”, die in Leipzig erschien. Brater trat in dieser Schrift für die konstitutionellen Rechte der Volksvertretung ein. Er wurde nach ihrem Erscheinen von [[Nürnberg]] als Vertreter der Liberalen in den Landtag gewählt. Dieses Amt behielt er bis zu seinem Tod bei.
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Ab dieser Zeit arbeitete Brater als Publizist und Herausgeber. Er gründete 1851 die ”Blätter für administrative Praxis”, die er bis 1860 leitete. Ferner verfasste er etliche Kommentare zu Dollmanns ”Gesetzgebung des Königreichs Baiern seit Maximilian&nbsp;II.”, gab die bayrische Verfassungskunde heraus und schrieb einen Kommentar zur bayrischen Gerichtsordnung. Er zog aufgrund der günstigeren Lebensverhältnisse im Mai 1852 nach [[Rottach-Egern|Egern]]. Ab 1855 lebte er wieder in München. Hier gab er ab 1856 mit Bluntschli das [[Deutsches Staatswörterbuch|Deutsche Staatswörterbuch]] heraus, für das er einige Artikel schrieb. 1857 verfasste er die drei Flugschriften ”Fliegende Blätter aus Baiern”, 1858 die politische Schrift ”Regierung und Volksvertretung in Baiern”, die in Leipzig erschien. Brater trat in dieser Schrift für die konstitutionellen Rechte der Volksvertretung ein. Er wurde nach ihrem Erscheinen von [[Nürnberg]] 1859 als Vertreter der Liberalen in den [[Kammer der Abgeordneten (Bayern)|Kammer der Abgeordneten]] gewählt.<ref>http://www.hsozkult.de/event/id/termine-40494</ref> Dieses Amt behielt er bis zu seinem Tod bei.
  
Seit 1859 war er auch Redakteur der liberalen bayrischen ”Wochenschrift”; im selben Jahr war er an der Gründung des [[Deutscher Nationalverein|Deutschen Nationalvereins]] beteiligt und gründete die Süddeutsche Zeitung. Auch hier vertrat er sein Ideal der Einigung Deutschlands unter Preußens Führung, was ihm die Abneigung altbayrischer Kreise zuzog. So fand er etwa 1859 keinen Vermieter und musste zunächst in einer Stube oberhalb seiner Redaktion wohnen. 1863 war er unter den Mitbegründern der Fortschrittspartei in Bayern und wurde, bei schon sehr labiler Gesundheit, Geschäftsführer des Sechsunddreißigerausschusses. Brater starb in München, wohin er zur Eröffnung des Landtages gereist war. Nachrufe auf Brater erschienen u.&nbsp;a. im Nördlinger Anzeiger vom 25. Oktober 1869, in den Blättern für administrative Praxis Nr.&nbsp;23 von 1869 und in den Preußischen Jahrbüchern XXIV,&nbsp;6.<ref>{{ADB|3|261|263|Brater, Karl|[[Ferdinand Frensdorff]]|ADB:Brater,_Karl}}</ref>
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Seit 1859 war er auch Redakteur der liberalen bayrischen ”Wochenschrift”; im selben Jahr war er an der Gründung des [[Deutscher Nationalverein|Deutschen Nationalvereins]] beteiligt und gründete die [[Süddeutsche Zeitung]]. Auch hier vertrat er sein Ideal der Einigung Deutschlands unter Preußens Führung, was ihm die Abneigung altbayrischer Kreise zuzog. So fand er etwa 1859 keinen Vermieter und musste zunächst in einer Stube oberhalb seiner Redaktion wohnen. 1863 war er unter den Mitbegründern der Fortschrittspartei in Bayern und wurde, bei schon sehr labiler Gesundheit, Geschäftsführer des Sechsunddreißigerausschusses. Brater starb in München, wohin er zur Eröffnung des Landtages gereist war. Nachrufe auf Brater erschienen u.&nbsp;a. im Nördlinger Anzeiger vom 25. Oktober 1869, in den Blättern für administrative Praxis Nr.&nbsp;23 von 1869 und in den Preußischen Jahrbüchern XXIV,&nbsp;6.<ref>{{ADB|3|261|263|Brater, Karl|[[Ferdinand Frensdorff]]|ADB:Brater,_Karl}}</ref>
  
 
Laut [[Robert Piloty (Jurist)|Robert Piloty]] kämpfte er „mit energischem Willen und klarem Verstand auf der Seite der guten Sache“; Johann Kaspar Bluntschli bezeichnete sein Leben als „langes, kampfbereits Martyrium für die Einigung des deutschen Volkes“.
 
Laut [[Robert Piloty (Jurist)|Robert Piloty]] kämpfte er „mit energischem Willen und klarem Verstand auf der Seite der guten Sache“; Johann Kaspar Bluntschli bezeichnete sein Leben als „langes, kampfbereits Martyrium für die Einigung des deutschen Volkes“.
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[[Kategorie:Landtagsabgeordneter (Bayern)]]
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[[Kategorie:Mitglied der Bayerischen Abgeordnetenkammer]]
 
[[Kategorie:Bürgermeister (Nördlingen)]]
 
[[Kategorie:Bürgermeister (Nördlingen)]]
 
[[Kategorie:Autor]]
 
[[Kategorie:Autor]]