Limnomedusae

Halbgeviertstrich, Links optimiert, Kleinkram


← Nächstältere VersionVersion vom 31. Mai 2019, 22:08 Uhr
Zeile 19:Zeile 19:
 
}}
 
}}
  
Die ”’Limnomedusae”’ (auch Limnohydrina oder Limnopolypae) sind eine [[Ordnung (Biologie)|Ordnung]] der [[Hydrozoen]] innerhalb der [[Nesseltiere]] (Cnidaria). Sie beinhaltet einige im Süßwasser lebende Formen. Allerdings leben die meisten Formen im Meer. Derzeit sind etwa 54 Arten bekannt. Inzwischen ist die aus Ostasien stammende ”[[Craspedacusta sowerbyii]]” auch in einige Seen in Deutschland verschleppt worden.<ref>G. B. Fritz, R. O. Schill, M. Pfannkuchen und F. Brümer: ”The freshwater jellyfish Craspedacusta sowerbyii in Germany, with a brief note on its nomenclature.” Journal of Limnology, 66(1): 45-49, 2007</ref>
+
Die ”’Limnomedusae”’ (auch Limnohydrina oder Limnopolypae) sind eine [[Ordnung (Biologie)|Ordnung]] der [[Hydrozoen]] innerhalb der [[Nesseltiere]] (Cnidaria). Sie beinhaltet einige im Süßwasser lebende Formen. Allerdings leben die meisten Formen im Meer. Derzeit sind etwa 54 Arten bekannt. Inzwischen ist die aus Ostasien stammende ”[[Craspedacusta sowerbyii]]” auch in einige Seen in Deutschland verschleppt worden.<ref>G. B. Fritz, R. O. Schill, M. Pfannkuchen und F. Brümer: ”The freshwater jellyfish Craspedacusta sowerbyii in Germany, with a brief note on its nomenclature.” Journal of Limnology, 66(1): 45–49, 2007</ref>
  
 
== Merkmale ==
 
== Merkmale ==
 
Die Limnomedusae sind meist [[Metagenese|metagenetische]] Nesseltiere mit einem [[Polyp (Nesseltiere)|Polypen-]] und einem [[Qualle|Medusenstadium]]. Eine Ausnahme stellen vermutlich die Arten der Gattung ”Monobrachium” dar, die das Medusenstadium reduziert haben. Bei einigen Arten ist das Medusenstadium festsitzend am Polypen.
 
Die Limnomedusae sind meist [[Metagenese|metagenetische]] Nesseltiere mit einem [[Polyp (Nesseltiere)|Polypen-]] und einem [[Qualle|Medusenstadium]]. Eine Ausnahme stellen vermutlich die Arten der Gattung ”Monobrachium” dar, die das Medusenstadium reduziert haben. Bei einigen Arten ist das Medusenstadium festsitzend am Polypen.
  
Die Polypen sind sessil, meist klein und relativ einfach gebaut. Sie besitzen Tentakeln; einige Arten sind auch ohne Tentakeln. Sie sind nackt oder besitzen ein Periderm aus [[Mucoproteine]]n. Die meisten Arten leben [[Solitär (Zoologie)|solitär]], einige Arten bilden aber auch Kolonien.
+
Die Polypen sind sessil, meist klein und relativ einfach gebaut. Sie besitzen Tentakeln; einige Arten sind auch ohne Tentakeln. Sie sind nackt oder besitzen ein Periderm aus [[Mucoproteine]]n. Die meisten Arten leben [[Solitär (Zoologie)|solitär]], einige Arten bilden aber auch Kolonien.
  
Die Medusen besitzen meist vier, aber auch bis sechs radiale Kanäle, die sich bis zum [[Qualle#Körperbau|Manubrium]] erstrecken. Oft sind zusätzlich auch zentropetale Kanäle vorhanden, die jedoch das Manubrium nicht erreichen. Ein randlicher [[Nesselzelle|Nematocystenring]] kann vorhanden sein oder auch fehlen. Die [[Gonaden]] sind entlang der radialen Kanäle ausgebildet, selten auch am Manubrium (Gattungen ”Armorhydra” und ”Limnocnida”). Die randlichen Tentakel sind zur Spitze hin hohl; sie besitzen keine echte basale Anschwellung. Die Nesselzellen gehören zu den mikro- und makrobasischen Eurytelen vorhanden. An Sinnesorganen sind am Schirmrand [[Statozyste|Statozysten]] vorhanden, die in die [[Mesogloea]] nahe dem Ringkanal oder dem [[Velum (Nesseltiere)|Velum]] eingeschlossen sind.
+
Die Medusen besitzen meist vier, aber auch bis sechs radiale Kanäle, die sich bis zum [[Qualle#Körperbau|Manubrium]] erstrecken. Oft sind zusätzlich auch zentropetale Kanäle vorhanden, die jedoch das Manubrium nicht erreichen. Ein randlicher [[Nesselzelle|Nematocystenring]] kann vorhanden sein oder auch fehlen. Die [[Gonaden]] sind entlang der radialen Kanäle ausgebildet, selten auch am Manubrium (Gattungen ”Armorhydra” und ”Limnocnida”). Die randlichen Tentakel sind zur Spitze hin hohl; sie besitzen keine echte basale Anschwellung. Die Nesselzellen gehören zu den mikro- und makrobasischen Eurytelen vorhanden. An Sinnesorganen sind am Schirmrand [[Statozyste]]n vorhanden, die in die [[Mesogloea]] nahe dem Ringkanal oder dem [[Velum (Nesseltiere)|Velum]] eingeschlossen sind.
  
 
Die Arten der Limnomedusae vermehren sich asexuell durch [[Podocyste (Nesseltiere)|Podocysten]] oder Wanderfrusteln, das sind wurmartige Gebilde, die sich fort bewegen können. Die Medusenbildung erfolgt metagenetisch durch seitliche Knospung am Polypen.
 
Die Arten der Limnomedusae vermehren sich asexuell durch [[Podocyste (Nesseltiere)|Podocysten]] oder Wanderfrusteln, das sind wurmartige Gebilde, die sich fort bewegen können. Die Medusenbildung erfolgt metagenetisch durch seitliche Knospung am Polypen.
Zeile 62:Zeile 62:
 
*** Gattung ”[[Gonionemus]]” Agassiz, 1862
 
*** Gattung ”[[Gonionemus]]” Agassiz, 1862
 
*** Gattung ”[[Gossea]]” Agassiz, 1862
 
*** Gattung ”[[Gossea]]” Agassiz, 1862
*** Gattung ”[[Hexaphilia]]” Gershwin & Zeidler, 2003
+
*** Gattung ”[[Hexaphilia]]” Gershwin & Zeidler, 2003
 
*** Gattung ”[[Keralica]]” Khatri, 1984
 
*** Gattung ”[[Keralica]]” Khatri, 1984
 
*** Gattung ”[[Limnocnida]]” Guenther, 1893
 
*** Gattung ”[[Limnocnida]]” Guenther, 1893