Neustadt (Hessen)

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Während der [[Mainzer Stiftsfehde]] wurde Neustadt 1464 an den Landgrafen [[Heinrich III. (Hessen)|Heinrich III.]] von [[Hessen-Marburg]] (Oberhessen) verpfändet, aber die Stadt verweigerte ihm den Zutritt und gab erst nach einer Belagerung auf. Mit dem [[Frieden von Zeilsheim]], an dessen Zustandekommen der landgräfliche Hofmeister [[Hans von Dörnberg (Sohn)|Hans von Dörnberg]]<ref>Gustav Könnecke: Artikel [https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:D%C3%B6rnberg,_Hans_Freiherr_von&oldid=2317832 ”Dörnberg, Hans Freiherr von.”] In: Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (Hrsg.): ”Allgemeine Deutsche Biographie,” Band 5 (1877), S.&nbsp;352–353 (digitale Volltext-Ausgabe in [https://de.wikisource.org/ „Wikisource“], Version vom 4. Juli 2015, 17:22 Uhr UTC).</ref> maßgeblich beteiligt war, kam Neustadt in den Besitz des Landgrafen von [[Oberhessen]]. Dieser verpfändete die Stadt 1477 an Hans von Dörnberg, der sich auf der Basis der alten Burg sein [[Schloss Dörnberg]] erbauen ließ. Nachdem Landgraf [[Wilhelm III. (Hessen)|Wilhelm III.]] von Oberhessen bei einem Jagdunfall 1500 tödlich verunglückt war, wurde Oberhessen wieder mit Niederhessen ([[Landgrafschaft Hessen-Kassel|Hessen-Kassel]]) vereinigt. Der beim niederhessischen Landgrafen [[Wilhelm II. (Hessen)|Wilhelm&nbsp;II.]] verhasste Dörnberg flüchtete 1505 nach [[Friedberg (Hessen)|Friedberg]], wo er 1506 im Alter von 79 Jahren starb. Er wurde von seinen Neffen beerbt. Die Herrschaft der [[Dörnberg (Adelsgeschlecht)|Dörnberger]] über Neustadt endete 1549, als das Erzbistum Mainz die Verpfändung von 1464 wieder einlöste.
 
Während der [[Mainzer Stiftsfehde]] wurde Neustadt 1464 an den Landgrafen [[Heinrich III. (Hessen)|Heinrich III.]] von [[Hessen-Marburg]] (Oberhessen) verpfändet, aber die Stadt verweigerte ihm den Zutritt und gab erst nach einer Belagerung auf. Mit dem [[Frieden von Zeilsheim]], an dessen Zustandekommen der landgräfliche Hofmeister [[Hans von Dörnberg (Sohn)|Hans von Dörnberg]]<ref>Gustav Könnecke: Artikel [https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:D%C3%B6rnberg,_Hans_Freiherr_von&oldid=2317832 ”Dörnberg, Hans Freiherr von.”] In: Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (Hrsg.): ”Allgemeine Deutsche Biographie,” Band 5 (1877), S.&nbsp;352–353 (digitale Volltext-Ausgabe in [https://de.wikisource.org/ „Wikisource“], Version vom 4. Juli 2015, 17:22 Uhr UTC).</ref> maßgeblich beteiligt war, kam Neustadt in den Besitz des Landgrafen von [[Oberhessen]]. Dieser verpfändete die Stadt 1477 an Hans von Dörnberg, der sich auf der Basis der alten Burg sein [[Schloss Dörnberg]] erbauen ließ. Nachdem Landgraf [[Wilhelm III. (Hessen)|Wilhelm III.]] von Oberhessen bei einem Jagdunfall 1500 tödlich verunglückt war, wurde Oberhessen wieder mit Niederhessen ([[Landgrafschaft Hessen-Kassel|Hessen-Kassel]]) vereinigt. Der beim niederhessischen Landgrafen [[Wilhelm II. (Hessen)|Wilhelm&nbsp;II.]] verhasste Dörnberg flüchtete 1505 nach [[Friedberg (Hessen)|Friedberg]], wo er 1506 im Alter von 79 Jahren starb. Er wurde von seinen Neffen beerbt. Die Herrschaft der [[Dörnberg (Adelsgeschlecht)|Dörnberger]] über Neustadt endete 1549, als das Erzbistum Mainz die Verpfändung von 1464 wieder einlöste.
  
1802/03 kam die Stadt im Zuge des [[Reichsdeputationshauptschluss]]es zur [[Landgrafschaft Hessen-Kassel]] und wurde mit den anderen ehemals [[kurmainz]]ischen [[Enklave]]n [[Fritzlar]], [[Amöneburg]] und [[Naumburg (Hessen)|Naumburg]] im nominellen [[Fürstentum Fritzlar]] vereinigt. Von 1806 bis 1813 gehörte sie mit der gesamten Landgrafschaft Hessen-Kassel zum [[napoleon]]ischen Vasallenkönigreich [[Königreich Westphalen|Westphalen]] und war Verwaltungssitz des [[Kanton Neustadt (Distrikt Marburg)|Kantons Neustadt]]. Bis 1866 war Neustadt dann wieder Bestandteil von Hessen-Kassel, danach von [[Preußen]]. Bis 1943 bestand das [[Amtsgericht Neustadt (Hessen)]]. 1933 lebten rund 120 [[Juden in Neustadt (Hessen)|Juden in Neustadt]].<ref>{{Internetquelle |autor= |url=http://www.alemannia-judaica.de/neustadt_hessen_synagoge.htm |titel=Alemannia Judaica – Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum |werk= |hrsg= |datum=20.Mai 2016 |abruf=26.Juni 2019 |sprache=}}</ref> Damit war die jüdische Gemeinde die zweitgrößte im damaligen Landkreis Marburg.<ref>{{Literatur |Autor=Andrea Freisberg/ Gerhard Bieker |Titel=Nova Civitas – Neustadt (Hessen). Eine Wanderung durch die Geschichte der Stadt |Hrsg=Magistrat der Stadt Neustadt |Sammelwerk= |Band= |Nummer= |Auflage= |Verlag= |Ort=Neustadt |Datum=2004 |ISBN= |Seiten=109}}</ref>
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1802/03 kam die Stadt im Zuge des [[Reichsdeputationshauptschluss]]es zur [[Landgrafschaft Hessen-Kassel]] und wurde mit den anderen ehemals [[kurmainz]]ischen [[Enklave]]n [[Fritzlar]], [[Amöneburg]] und [[Naumburg (Hessen)|Naumburg]] im nominellen [[Fürstentum Fritzlar]] vereinigt. Von 1806 bis 1813 gehörte sie mit der gesamten Landgrafschaft Hessen-Kassel zum [[napoleon]]ischen Vasallenkönigreich [[Königreich Westphalen|Westphalen]] und war Verwaltungssitz des [[Kanton Neustadt (Distrikt Marburg)|Kantons Neustadt]]. Bis 1866 war Neustadt dann wieder Bestandteil von Hessen-Kassel, danach von [[Preußen]]. Bis 1943 bestand das [[Amtsgericht Neustadt (Hessen)]]. 1933 lebten rund 120 [[Juden in Neustadt (Hessen)|Juden in Neustadt]].<ref>{{Internetquelle |autor= |url=http://www.alemannia-judaica.de/neustadt_hessen_synagoge.htm |titel=Alemannia Judaica – Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum |werk= |hrsg= |datum=20. Mai 2016 |abruf=26. Juni 2019 |sprache=}}</ref> Damit war die jüdische Gemeinde die zweitgrößte im damaligen Landkreis Marburg.<ref>{{Literatur |Autor=Andrea Freisberg/ Gerhard Bieker |Titel=Nova Civitas – Neustadt (Hessen). Eine Wanderung durch die Geschichte der Stadt |Hrsg=Magistrat der Stadt Neustadt |Sammelwerk= |Band= |Nummer= |Auflage= |Verlag= |Ort=Neustadt |Datum=2004 |ISBN= |Seiten=109}}</ref>
  
 
Bei Neustadt befinden sich noch Reste der [[Burg Trugelrode]] aus dem 13. Jahrhundert und der [[Nellenburg (Neustadt)|Nellenburg]].
 
Bei Neustadt befinden sich noch Reste der [[Burg Trugelrode]] aus dem 13. Jahrhundert und der [[Nellenburg (Neustadt)|Nellenburg]].