Oberbruchwiesen

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[[Datei:NSG Oberbruchwiesen – Neugraben – Stellfalle der früheren Wiesenwässerung 1.jpg|mini|Stellfalle der Wiesenwässerung am Neugraben]]
 
[[Datei:NSG Oberbruchwiesen – Neugraben – Stellfalle der früheren Wiesenwässerung 1.jpg|mini|Stellfalle der Wiesenwässerung am Neugraben]]
  
Der weit überwiegende Teil der Oberbruchwiesen gehört zum größten [[Moor]] in der badischen Oberrheinebene, das den Süden und Osten der Grabener Bucht einnimmt. Die mineralischen Deckschichten des Moors wurde durch langjährige [[Wiesenwässerung]] eingetragen. Die Deckschichten bestehen aus Lehm, lassen aber ihre Herkunft aus dem [[Löss]]gebiet des [[Kraichgau]]s erkennen. Das Wasser zur Wiesenwässerung wurde der [[Heglach]] oder der [[Alte Bach|Alten Bach]] entnommen und über den Galgengraben (auch als Alte Bach bezeichnet) in die Oberbruchwiesen geleitet. Am Neugraben, dem zentralen Bewässerungsgraben des Gebiets, sind [[Stellfalle]]n der Wiesenwässerung erhalten.<ref>Konrad Raab: ”Moore und Anmoore in der Oberrheinebene.” (=”Materialien zum Bodenschutz”, Band 6), herausgegeben von der Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg, Karlsruhe 1997, ISBN 3-88251-253-9, S. 65-71.</ref>
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Der weit überwiegende Teil der Oberbruchwiesen gehört zum größten [[Moor]] in der badischen Oberrheinebene, das den Süden und Osten der Grabener Bucht einnimmt. Die mineralischen Deckschichten des Moors wurde durch langjährige [[Wiesenwässerung]] eingetragen. Die Deckschichten bestehen aus Lehm, lassen aber ihre Herkunft aus dem [[Löss]]gebiet des [[Kraichgau]]s erkennen. Das Wasser zur Wiesenwässerung wurde der [[Heglach]] oder der [[Alte Bach|Alten Bach]] entnommen und über den Galgengraben (auch als Alte Bach bezeichnet) in die Oberbruchwiesen geleitet. Am Neugraben, dem zentralen Bewässerungsgraben des Gebiets, sind [[Stellfalle]]n der Wiesenwässerung erhalten.<ref>Konrad Raab: ”Moore und Anmoore in der Oberrheinebene.” (=”Materialien zum Bodenschutz”, Band 6), herausgegeben von der Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg, Karlsruhe 1997, ISBN 3-88251-253-9, S. 65–71.</ref>
  
 
Die Oberbruchwiesen stellen als zusammenhängende Wiesenlandschaft ein eindrucksvolles Beispiel einer Kulturlandschaft dar. Sie repräsentieren eine Landnutzung, die früher in Abhängigkeit von Boden und Wasserregime die einzig mögliche Wirtschaftsform der Rheinaue in solchen Lagen war. Wiesenflächen sind in einem potentiellen Waldgebiet stets eine kulturbedingte Vegetationsformation. Aufgrund des hohen Grundwasserstand stellt die Wiesennutzung die primäre Landnutzung dar. Insbesondere im ehemaligen Überflutungsbereich des Rheins und seiner weitausgreifenden hydrologischen Beeinflussung vor der Korrektur waren Wiesen die Hauptnutzung der Rheinauen.
 
Die Oberbruchwiesen stellen als zusammenhängende Wiesenlandschaft ein eindrucksvolles Beispiel einer Kulturlandschaft dar. Sie repräsentieren eine Landnutzung, die früher in Abhängigkeit von Boden und Wasserregime die einzig mögliche Wirtschaftsform der Rheinaue in solchen Lagen war. Wiesenflächen sind in einem potentiellen Waldgebiet stets eine kulturbedingte Vegetationsformation. Aufgrund des hohen Grundwasserstand stellt die Wiesennutzung die primäre Landnutzung dar. Insbesondere im ehemaligen Überflutungsbereich des Rheins und seiner weitausgreifenden hydrologischen Beeinflussung vor der Korrektur waren Wiesen die Hauptnutzung der Rheinauen.