Reproduktionsstich

Ziel


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== Ziel ==
 
== Ziel ==
Der Reproduktionsstich diente bereits früh der Verständigung über Kunst, der Liebhaberei und dem systematischen Sammeln. Lange vor der Erfindung der [[Fotografie]] konnten Mappenwerke mit Nachbildungen zeitlich und räumlich ferner Kunstwerke angelegt werden. Reproduktionsstiche eröffneten den Ausblick auf verschollene Originale. Einer der berühmtesten Reproduktionsstiche überhaupt, der „Kampf um die Fahne“ nach [[Peter Paul Rubens|Rubens]], war eine Kopie aus Leonardos [[Karton (Kunst)|Karton]] zur [[Schlacht von Anghiari|Anghiari-Schlacht]].
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Der Reproduktionsstich diente bereits früh der Verständigung über Kunst, der Liebhaberei und dem systematischen Sammeln. Lange vor der Erfindung der [[Fotografie]] konnten Mappenwerke mit Nachbildungen zeitlich und räumlich ferner Kunstwerke angelegt werden. Reproduktionsstiche eröffneten den Ausblick auf verschollene Originale. Einer der berühmtesten Reproduktionsstiche überhaupt, der „Kampf um die Fahne“ nach [[Peter Paul Rubens|Rubens]], war eine Kopie aus Leonardos [[Karton (Kunst)|Karton]] zur [[Schlacht von Anghiari (Leonardo da Vinci)|Anghiari-Schlacht]].
  
 
Die Können zeigte sich darin, das mit anderen Materialien geschaffene Kunstwerk auf das Medium eines Stiches zu übertragen. Die Arbeit basierte auf dem einfühlsamen Kopieren, dem buchstäblichen „Abkupfern“. Der Reproduktionsstecher war sozusagen der Vermittler, der das Kunstwerk interpretiert und die künstlerische Aussagen an den Betrachter weitergibt. Wie es im Fachbuch ”Faksimile und Mimesis” heißt: „Das heißt gewiss nicht, dass der Stecher den grafischen Urtext Raffaels wortwörtlich abgebildet hätte. Er konnte es auch gar nicht, da der Grabstichel die zeichnerische Ausdrucksform und deren konkretes Material auf Grund der technischen Werkbedingungen nicht erfassen kann.“<ref>Ernst Rebel, Faksimile und Mimesis, Studien zur deutschen Reproduktionsgraphik des 18. Jahrhunderts, Mittenwald 1981, S. 13</ref>
 
Die Können zeigte sich darin, das mit anderen Materialien geschaffene Kunstwerk auf das Medium eines Stiches zu übertragen. Die Arbeit basierte auf dem einfühlsamen Kopieren, dem buchstäblichen „Abkupfern“. Der Reproduktionsstecher war sozusagen der Vermittler, der das Kunstwerk interpretiert und die künstlerische Aussagen an den Betrachter weitergibt. Wie es im Fachbuch ”Faksimile und Mimesis” heißt: „Das heißt gewiss nicht, dass der Stecher den grafischen Urtext Raffaels wortwörtlich abgebildet hätte. Er konnte es auch gar nicht, da der Grabstichel die zeichnerische Ausdrucksform und deren konkretes Material auf Grund der technischen Werkbedingungen nicht erfassen kann.“<ref>Ernst Rebel, Faksimile und Mimesis, Studien zur deutschen Reproduktionsgraphik des 18. Jahrhunderts, Mittenwald 1981, S. 13</ref>