Sarnersee

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Der ”’Sarnersee”’ ist ein 7,5 km² grosser See in der Zentralschweiz im [[Kanton Obwalden]]. Er erstreckt sich in Südwest-Nordost-Richtung, ist ungefähr 6 km lang und hat eine mittlere Breite von 1,3 km. Die mittlere Seehöhe liegt auf {{Höhe|469|CH|link=true}}, der tiefste Punkt des Seegrundes auf 418 m ü. M., was einer maximalen Tiefe von 51 m entspricht.
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Der ”’Sarnersee”’ ist ein 7,5 km² grosser See in der Zentralschweiz im [[Kanton Obwalden]]. Er erstreckt sich in Südwest-Nordost-Richtung, ist ungefähr 6 km lang und hat eine mittlere Breite von 1,3 km. Die mittlere Seehöhe liegt auf {{Höhe|469|CH|link=true}}, der tiefste Punkt des Seegrundes auf 418 m ü. M., was einer maximalen Tiefe von 51 m entspricht.
  
 
== Lage ==
 
== Lage ==
Der See liegt in einem von den eiszeitlichen Gletschern ausgeschliffenen breiten Tal. Er ist eingebettet zwischen den Höhenzügen von Jänzi (bis 1738&nbsp;m&nbsp;ü.&nbsp;M.) im Nordwesten und Arnigrat (bis 2105&nbsp;m&nbsp;ü.&nbsp;M.) im Südosten. Seine Ufer sind überwiegend flach, steilere Ufer gibt es nur an der Südecke sowie im Nordwesten. Der südliche Zufluss des Sarnersees ist der 1875 in Giswil erstellte Dreiwässerkanal, der das Wasser vom Lauibach und von der Aa (aus dem [[Lungerersee]]) mit sich führt. Seit Sommer 2015 fliesst auch die [[Kleine Melchaa]] wieder direkt in den Sarnersee.<ref>[http://www.hochwasserschutz-obwalden.ch/index.php?id=83 Hochwasserschutz Obwalden – Projekt Kleine Melchaa] Webseite des Bau- und Raumentwicklungsdepartement des Kantons Obwalden, abgerufen 5. Mai 2017</ref> Weitere Zuflüsse sind der [[Steinibach (Sarner Aa)|Steinibach]] von Westen und die [[Grosse Melchaa]] von Osten, die 1880 bei Sarnen in den See umgeleitet wurde. Zuvor floss die Grosse Melchaa am Ortsrand von Sarnen entlang und erst nördlich von Sarnen in die [[Sarner Aa]]. Bei Sarnen am Nordostufer verlässt die Sarner Aa den See.
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Der See liegt in einem von den eiszeitlichen Gletschern ausgeschliffenen breiten Tal. Er ist eingebettet zwischen den Höhenzügen von Jänzi (bis 1738&nbsp;m&nbsp;ü.&nbsp;M.) im Nordwesten und Arnigrat (bis 2105&nbsp;m&nbsp;ü.&nbsp;M.) im Südosten. Seine Ufer sind überwiegend flach, steilere Ufer gibt es nur an der Südecke sowie im Nordwesten. Der südliche Zufluss des Sarnersees ist der 1875 in Giswil erstellte Dreiwässerkanal, der das Wasser vom Lauibach und von der Aa (aus dem [[Lungerersee]]) mit sich führt. Seit Sommer 2015 fliesst auch die [[Kleine Melchaa]] wieder direkt in den Sarnersee.<ref>[http://www.hochwasserschutz-obwalden.ch/index.php?id=83 Hochwasserschutz Obwalden – Projekt Kleine Melchaa] Webseite des Bau- und Raumentwicklungsdepartement des Kantons Obwalden, abgerufen 5. Mai 2017</ref> Weitere Zuflüsse sind der [[Steinibach (Sarner Aa)|Steinibach]] von Westen und die [[Grosse Melchaa]] von Osten, die 1880 bei Sarnen in den See umgeleitet wurde. Zuvor floss die Grosse Melchaa am Ortsrand von Sarnen entlang und erst nördlich von Sarnen in die [[Sarner Aa]]. Bei Sarnen am Nordostufer verlässt die Sarner Aa den See.
  
 
Flächenanteil am Sarnersee haben die drei Obwaldner Gemeinden [[Sarnen]], [[Sachseln]] und [[Giswil]], wobei zu Giswil nur ein ganz kleiner Anteil im Bereich westlich der Mündung des Dreiwässerkanals gehört.
 
Flächenanteil am Sarnersee haben die drei Obwaldner Gemeinden [[Sarnen]], [[Sachseln]] und [[Giswil]], wobei zu Giswil nur ein ganz kleiner Anteil im Bereich westlich der Mündung des Dreiwässerkanals gehört.
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In der Periode nach der letzten Eiszeit war der Sarnersee Teil des heutigen [[Vierwaldstättersee]]s. Er bildete den hintersten Abschnitt der Alpnacher Bucht. Im Lauf der Zeit führten aber die [[Grosse Schliere]] und die [[Kleine Schliere]] sowie die [[Grosse Melchaa]] viel Geschiebe heran und bauten Schwemmkegel auf, so dass es zu einer Abschnürung und nachfolgenden Aufstauung des Sarnersees kam. Heute liegt der Seespiegel des Sarnersees 35&nbsp;m über dem Vierwaldstättersee.
 
In der Periode nach der letzten Eiszeit war der Sarnersee Teil des heutigen [[Vierwaldstättersee]]s. Er bildete den hintersten Abschnitt der Alpnacher Bucht. Im Lauf der Zeit führten aber die [[Grosse Schliere]] und die [[Kleine Schliere]] sowie die [[Grosse Melchaa]] viel Geschiebe heran und bauten Schwemmkegel auf, so dass es zu einer Abschnürung und nachfolgenden Aufstauung des Sarnersees kam. Heute liegt der Seespiegel des Sarnersees 35&nbsp;m über dem Vierwaldstättersee.
  
Bis zur Eröffnung der Brünigstrasse im Jahre 1861 erfolgte der Transport von Waren und Personen zwischen den beiden Zollstätten am südlichen und nördlichen Seeufer mit [[Nachen|Nauen]].
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Bis zur Eröffnung der Brünigstrasse im Jahre 1861 erfolgte der Transport von Waren und Personen zwischen den beiden Zollstätten am südlichen und nördlichen Seeufer mit [[Nachen|Nauen]].
  
 
Die letzten [[Seegfrörni|Seegfrörnen]] (Zugefrieren des Sees) ereigneten sich in den Jahren 1947,<ref>Foto «Zugefrorener Sarnersee, 1947», in: ”Katastrophen-Sepp. Die Obwaldner Fotografen-Dynastie Reinhard.” Verlag Brunner, Kriens 2001, S. 251.</ref> 1953, 1956, 1963 und 1981.<ref>[http://www.meteoschweiz.admin.ch/web/de/forschung/projekte_abgeschlossen/nccr_ii/abschluss.Par.0004.DownloadFile.tmp/04scherrer.pdf Schnee- und Temperatur(variabilität) im Schweizer Alpenraum (PDF; 2,3&nbsp;MB)]{{Toter Link|url=http://www.meteoschweiz.admin.ch/web/de/forschung/projekte_abgeschlossen/nccr_ii/abschluss.Par.0004.DownloadFile.tmp/04scherrer.pdf |date=2019-05 |archivebot=2019-05-12 05:48:22 InternetArchiveBot }}, von Simon Scherrer, Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz, vom 22. Januar 2009</ref>
 
Die letzten [[Seegfrörni|Seegfrörnen]] (Zugefrieren des Sees) ereigneten sich in den Jahren 1947,<ref>Foto «Zugefrorener Sarnersee, 1947», in: ”Katastrophen-Sepp. Die Obwaldner Fotografen-Dynastie Reinhard.” Verlag Brunner, Kriens 2001, S. 251.</ref> 1953, 1956, 1963 und 1981.<ref>[http://www.meteoschweiz.admin.ch/web/de/forschung/projekte_abgeschlossen/nccr_ii/abschluss.Par.0004.DownloadFile.tmp/04scherrer.pdf Schnee- und Temperatur(variabilität) im Schweizer Alpenraum (PDF; 2,3&nbsp;MB)]{{Toter Link|url=http://www.meteoschweiz.admin.ch/web/de/forschung/projekte_abgeschlossen/nccr_ii/abschluss.Par.0004.DownloadFile.tmp/04scherrer.pdf |date=2019-05 |archivebot=2019-05-12 05:48:22 InternetArchiveBot }}, von Simon Scherrer, Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz, vom 22. Januar 2009</ref>
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Nach dem grossen Unwetter von 1999 und dem [[Alpenhochwasser 2005#Zentralschweiz|Alpenhochwasser 2005]] wurden verschiedene Projekte vorgeschlagen, um die Abflusskapazität der Sarner Aa zu erhöhen. Diese reichten von einer Tieferlegung der Sarner Aa bis zu zwei Stollenprojekten.<ref>[http://www.hochwasserschutz-ow.ch/kanton/geschichte.html Hochwasserschutz Obwalden – Geschichte]{{Toter Link|url=http://www.hochwasserschutz-ow.ch/kanton/geschichte.html |date=2019-05 |archivebot=2019-05-12 05:48:22 InternetArchiveBot }} Webseite des Bau- und Raumentwicklungsdepartement des Kantons Obwalden, abgerufen am 26. August 2010</ref><ref>{{Webarchiv|url=http://www.ig-hochwasserschutz-ow.ch/varianten.html |wayback=20170104145905 |text=Varianten |archiv-bot=2019-05-12 05:48:22 InternetArchiveBot }} Auflistung der Varianten auf der Webseite der IG Hochwasserschutz Sarnen, abgerufen am 26. August 2010</ref>
 
Nach dem grossen Unwetter von 1999 und dem [[Alpenhochwasser 2005#Zentralschweiz|Alpenhochwasser 2005]] wurden verschiedene Projekte vorgeschlagen, um die Abflusskapazität der Sarner Aa zu erhöhen. Diese reichten von einer Tieferlegung der Sarner Aa bis zu zwei Stollenprojekten.<ref>[http://www.hochwasserschutz-ow.ch/kanton/geschichte.html Hochwasserschutz Obwalden – Geschichte]{{Toter Link|url=http://www.hochwasserschutz-ow.ch/kanton/geschichte.html |date=2019-05 |archivebot=2019-05-12 05:48:22 InternetArchiveBot }} Webseite des Bau- und Raumentwicklungsdepartement des Kantons Obwalden, abgerufen am 26. August 2010</ref><ref>{{Webarchiv|url=http://www.ig-hochwasserschutz-ow.ch/varianten.html |wayback=20170104145905 |text=Varianten |archiv-bot=2019-05-12 05:48:22 InternetArchiveBot }} Auflistung der Varianten auf der Webseite der IG Hochwasserschutz Sarnen, abgerufen am 26. August 2010</ref>
  
Bei einer Abstimmung am 28. September 2014 sprachen sich die Obwaldner für einen 6,6 Kilometer langen unterirdischen Entlastungsstollen aus, der bei Hochwasser die Fluten östlich um das Dorf Sarnen herumleiten soll. Er wird in der Nordostecke des Sarnersees beginnen und unterhalb des [[Wichelsee]]s in die Sarneraa münden.<ref>{{Webarchiv|url=http://www.obwaldnerzeitung.ch/nachrichten/schweiz/Obwaldner-stimmen-Hochwasserstollen-zu;art46447,425191 |wayback=20180428093525 |text=”Obwaldner stimmen Hochwasserstollen zu.” |archiv-bot=2019-05-12 05:48:22 InternetArchiveBot }} In: Obwaldner Zeitung, 28. September 2014</ref> Der Bau soll 115 Millionen Franken kosten, wovon 75 Millionen Franken der Bund bezahlen wird.<ref>[http://www.obwaldnerzeitung.ch/nachrichten/zentralschweiz/obwalden/gruenes-licht-fuer-obwaldner-hochwasserentlastungsstollen;art95,1139030 ”Kanton Obwalden erhält 75 Millionen für Entlastungsstollen.”] In: Obwaldner Zeitung, 15.11.2017</ref> Die Vorbereitungsarbeiten haben im Februar 2018 begonnen, ab Herbst 2019 soll eine Tunnelbohrmaschine zum Einsatz kommen und 2023 soll das erste Projektteil abgeschlossen sein.<ref>[http://www.obwaldnerzeitung.ch/nachrichten/zentralschweiz/obwalden/spatenstich-fuer-den-bau-des-hochwasserentlastungsstollens;art95,1202679 ”Spatenstich für den Bau des Hochwasserentlastungsstollens.”] In: Obwaldner Zeitung, 19. Februar 2018</ref>
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Bei einer Abstimmung am 28. September 2014 sprachen sich die Obwaldner für einen 6,6 Kilometer langen unterirdischen Entlastungsstollen aus, der bei Hochwasser die Fluten östlich um das Dorf Sarnen herumleiten soll. Er wird in der Nordostecke des Sarnersees beginnen und unterhalb des [[Wichelsee]]s in die Sarneraa münden.<ref>{{Webarchiv|url=http://www.obwaldnerzeitung.ch/nachrichten/schweiz/Obwaldner-stimmen-Hochwasserstollen-zu;art46447,425191 |wayback=20180428093525 |text=”Obwaldner stimmen Hochwasserstollen zu.” |archiv-bot=2019-05-12 05:48:22 InternetArchiveBot }} In: Obwaldner Zeitung, 28. September 2014</ref> Der Bau soll 115 Millionen Franken kosten, wovon 75 Millionen Franken der Bund bezahlen wird.<ref>[http://www.obwaldnerzeitung.ch/nachrichten/zentralschweiz/obwalden/gruenes-licht-fuer-obwaldner-hochwasserentlastungsstollen;art95,1139030 ”Kanton Obwalden erhält 75 Millionen für Entlastungsstollen.”] In: Obwaldner Zeitung, 15. November 2017</ref> Die Vorbereitungsarbeiten haben im Februar 2018 begonnen, ab Herbst 2019 soll eine Tunnelbohrmaschine zum Einsatz kommen und 2023 soll das erste Projektteil abgeschlossen sein.<ref>[http://www.obwaldnerzeitung.ch/nachrichten/zentralschweiz/obwalden/spatenstich-fuer-den-bau-des-hochwasserentlastungsstollens;art95,1202679 ”Spatenstich für den Bau des Hochwasserentlastungsstollens.”] In: Obwaldner Zeitung, 19. Februar 2018</ref>
  
 
== Weblinks ==
 
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