Telematikinfrastruktur

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Die ”’Telematikinfrastruktur”’ (”’TI”’) soll alle Beteiligten im Gesundheitswesen wie [[Arzt|Ärzte]], [[Zahnarzt|Zahnärzte]] [[Psychotherapeut]]en, [[Krankenhaus|Krankenhäuser]], [[Apotheke]]n, [[Krankenkasse]]n miteinander vernetzen. Medizinische Informationen, die für die Behandlung der Patienten benötigt werden, sollen so schneller und einfacher verfügbar sein.<ref>[https://www.kbv.de/media/sp/PraxisWissen_Telematikinfrastruktur.pdf Telematikinfrastruktur], Februar 2019. Abgerufen am 17. Mai 2019.</ref>
 
Die ”’Telematikinfrastruktur”’ (”’TI”’) soll alle Beteiligten im Gesundheitswesen wie [[Arzt|Ärzte]], [[Zahnarzt|Zahnärzte]] [[Psychotherapeut]]en, [[Krankenhaus|Krankenhäuser]], [[Apotheke]]n, [[Krankenkasse]]n miteinander vernetzen. Medizinische Informationen, die für die Behandlung der Patienten benötigt werden, sollen so schneller und einfacher verfügbar sein.<ref>[https://www.kbv.de/media/sp/PraxisWissen_Telematikinfrastruktur.pdf Telematikinfrastruktur], Februar 2019. Abgerufen am 17. Mai 2019.</ref>
  
In Deutschland hatten laut [[E-Health-Gesetz]] alle Beteiligten bis 1. Juli 2018 die dafür notwendige [[Infrastruktur]] einzurichten, um als erste Anwendung das Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) durchführen zu können. Das Versichertenstammdatenmanagement betrifft die [[Routinedaten]] der Versicherten (Geschlecht, Geburtsdatum, höchster Schulabschluss, Versicherungsstatus), Diagnosedaten ([[Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme|ICD]]-Diagnosen), stationäre Aufenthalte in Krankenhäusern} sowie die Online-Prüfung und Aktualisierung dieser Daten. Wohnortwechsel und Ähnliches können so automatisch in der [[Krankengeschichte|Patientenakte]] des Arztes aktualisiert werden. Außerdem kann geprüft werden, ob der Patient aktuell Mitglied seiner angegebenen Krankenkasse ist. Als Sanktion wird gemäß {{§|291|sgb_v|juris}} Absatz 2b Satz 14 SGB V eine Honorarkürzung in Höhe von 1 % des Honorarumsatzes denjenigen Praxen angedroht, die dem nicht nachkommen. Den im Gesetz genannten Termin musste der Gesetzgeber jedoch verschieben, weil es zu Verzögerungen bei der Bereitstellung der notwendigen Technik gekommen war. Mit dem [[Pflegepersonal-Stärkungsgesetz]] hat der Gesetzgeber eine weitere Fristverlängerung bis zum 30. Juni 2019 beschlossen.
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In Deutschland hatten laut [[E-Health-Gesetz]] alle Beteiligten bis 1. Juli 2018 die dafür notwendige [[Infrastruktur]] einzurichten, um als erste Anwendung das Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) durchführen zu können. Das Versichertenstammdatenmanagement betrifft die [[Routinedaten]] der Versicherten (Geschlecht, Geburtsdatum, höchster Schulabschluss, Versicherungsstatus), Diagnosedaten ([[Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme|ICD]]-Diagnosen), stationäre Aufenthalte in Krankenhäusern sowie die Online-Prüfung und Aktualisierung dieser Daten. Wohnortwechsel und Ähnliches können so automatisch in der [[Krankengeschichte|Patientenakte]] des Arztes aktualisiert werden. Außerdem kann geprüft werden, ob der Patient aktuell Mitglied seiner angegebenen Krankenkasse ist. Als Sanktion wird gemäß {{§|291|sgb_v|juris}} Absatz 2b Satz 14 SGB V eine Honorarkürzung in Höhe von 1 % des Honorarumsatzes denjenigen Praxen angedroht, die dem nicht nachkommen. Den im Gesetz genannten Termin musste der Gesetzgeber jedoch verschieben, weil es zu Verzögerungen bei der Bereitstellung der notwendigen Technik gekommen war. Mit dem [[Pflegepersonal-Stärkungsgesetz]] hat der Gesetzgeber eine weitere Fristverlängerung bis zum 30. Juni 2019 beschlossen.
  
 
== Notwendige Komponenten ==
 
== Notwendige Komponenten ==
Die notwendige Telematikinfrastruktur besteht aus mehreren Komponenten. Der Konnektor und das Kartenterminal müssen von der [[gematik]] zugelassen und vom [[Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik]] (BSI) zertifiziert sein.<ref>[https://fachportal.gematik.de/fileadmin/user_upload/gematik/files/OPB-Infomaterialien/gem_2017-12-IB-TAME_technische_ausstattung_online.pdf Informationsblatt – Technische Ausstattung einer medizinischen Einrichtung], gematik, 1. Oktober 2017. Abgerufen am 17. Mai 2019.</ref>
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Die notwendige Telematikinfrastruktur besteht aus mehreren Komponenten. Der Konnektor und das Kartenterminal müssen von der [[gematik]] zugelassen und vom [[Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik]] (BSI) zertifiziert sein.<ref>[https://fachportal.gematik.de/fileadmin/user_upload/gematik/files/OPB-Infomaterialien/gem_2017-12-IB-TAME_technische_ausstattung_online.pdf Informationsblatt – Technische Ausstattung einer medizinischen Einrichtung], gematik, 1. Oktober 2017. Abgerufen am 17. Mai 2019.</ref>
  
 
=== Konnektor ===
 
=== Konnektor ===
Der Zugang zur Telematikinfrastruktur erfolgt über einen [[Konnektor (Telematik)|Konnektor]]. Er ähnelt einem [[Router#DSL-Router|DSL-Router]], arbeitet jedoch auf einem deutlich höheren Sicherheitsniveau. Er stellt ein sogenanntes [[Virtual Private Network]] (virtuelles privates Netzwerk, VPN) zur Telematikinfrastruktur her, das eine Kommunikation unter Einsatz moderner [[Verschlüsselung]]stechnologien völlig abgeschirmt vom [[Internet]] ermöglicht. Der Konnektor ist mit den stationären [[Girocard#Hardware und Software|Kartenterminal]]s der Praxis sowie dem [[Arztpraxissoftware|Praxisverwaltungssystem]] (PVS) der Praxiscomputer per [[Local Area Network|Netzwerk]] verbunden. Er enthält das notwendige Modul für das Versichertenstammdatenmanagement. das Praxisverwaltungssystem muss angepasst werden, um eine Verbindung zur Telematikinfrastruktur zu ermöglichen und die Versichertendaten der [[Elektronische Gesundheitskarte|elektronischen Gesundheitskarte]] (eGK) importieren zu können. Daneben erfüllt der Konnektor weitere Sicherheitsaufgaben, wie das Verschlüsseln und [[Elektronische Signatur|Signieren]] von medizinischen Dokumenten. Der Konnektor überträgt [[Personenbezogene Daten|personenbezogene Daten]], deshalb gelten besondere Sicherheitsanforderungen. Der Standort des Konnektors sollte zutrittsgeschützt sein.<ref>[https://www.aerztezeitung.de/kooperationen/telematikinfrastruktur/article/942111/telematikinfrastruktur-konnektor-wichtig.html Warum der Konnektor so wichtig ist], Ärzte Zeitung online, 1. September 2017. Abgerufen am 17. Mai 2019.</ref>
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Der Zugang zur Telematikinfrastruktur erfolgt über einen [[Konnektor (Telematik)|Konnektor]]. Er ähnelt einem [[Router#DSL-Router|DSL-Router]], arbeitet jedoch auf einem deutlich höheren Sicherheitsniveau. Er stellt ein sogenanntes [[Virtual Private Network]] (virtuelles privates Netzwerk, VPN) zur Telematikinfrastruktur her, das eine Kommunikation unter Einsatz moderner [[Verschlüsselung]]stechnologien völlig abgeschirmt vom [[Internet]] ermöglicht. Der Konnektor ist mit den stationären [[Girocard#Hardware und Software|Kartenterminal]]s der Praxis sowie dem [[Arztpraxissoftware|Praxisverwaltungssystem]] (PVS) der Praxiscomputer per [[Local Area Network|Netzwerk]] verbunden. Er enthält das notwendige Modul für das Versichertenstammdatenmanagement. das Praxisverwaltungssystem muss angepasst werden, um eine Verbindung zur Telematikinfrastruktur zu ermöglichen und die Versichertendaten der [[Elektronische Gesundheitskarte|elektronischen Gesundheitskarte]] (eGK) importieren zu können. Daneben erfüllt der Konnektor weitere Sicherheitsaufgaben, wie das Verschlüsseln und [[Elektronische Signatur|Signieren]] von medizinischen Dokumenten. Der Konnektor überträgt [[Personenbezogene Daten|personenbezogene Daten]], deshalb gelten besondere Sicherheitsanforderungen. Der Standort des Konnektors sollte zutrittsgeschützt sein.<ref>[https://www.aerztezeitung.de/kooperationen/telematikinfrastruktur/article/942111/telematikinfrastruktur-konnektor-wichtig.html Warum der Konnektor so wichtig ist], Ärzte Zeitung online, 1. September 2017. Abgerufen am 17. Mai 2019.</ref>
  
 
=== E-Health-Kartenterminal ===
 
=== E-Health-Kartenterminal ===
 
[[Datei:Kartenleser-orga-6000.png|mini|Chipkartenlesegerät (ältere Generation) für eine Arztpraxis]]
 
[[Datei:Kartenleser-orga-6000.png|mini|Chipkartenlesegerät (ältere Generation) für eine Arztpraxis]]
 
Im E-Health-Kartenterminal werden dreierlei Chipkarten eingelesen:
 
Im E-Health-Kartenterminal werden dreierlei Chipkarten eingelesen:
* [[SMC-B-Karte]] (Security Module Card-Betriebsstätte) bestätigt der Telematikinfrastruktur, dass der Zugriff über eine berechtigte Einrichtung (Praxis, Medizinisches Versorgungszentrum, Krankenhaus) erfolgt. Die SMC-B-Karte ist ein Praxisausweis – eine Chipkarte, die die Praxis für die Teilnahme an der Telematikinfrastruktur authentifiziert. Der Praxisausweis wird bei jedem neuen Einschalten des Kartenterminals durch die Eingabe eines [[Persönliche Identifikationsnummer|PIN-Codes]] (Persönliche Identifikationsnummer) freigeschaltet und verbleibt im Kartenterminal.
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* [[SMC-B-Karte]] (Security Module Card-Betriebsstätte) bestätigt der Telematikinfrastruktur, dass der Zugriff über eine berechtigte Einrichtung (Praxis, Medizinisches Versorgungszentrum, Krankenhaus) erfolgt. Die SMC-B-Karte ist ein Praxisausweis – eine Chipkarte, die die Praxis für die Teilnahme an der Telematikinfrastruktur authentifiziert. Der Praxisausweis wird bei jedem neuen Einschalten des Kartenterminals durch die Eingabe eines [[Persönliche Identifikationsnummer|PIN-Codes]] (Persönliche Identifikationsnummer) freigeschaltet und verbleibt im Kartenterminal.
 
* Der [[Elektronischer Heilberufsausweis|elektronische Heilberufsausweis]] (eHBA) ist eine Chipkarte für Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten, Apotheker und künftig auch für Angehörige anderer Gesundheitsberufe, die sich damit identifizieren.
 
* Der [[Elektronischer Heilberufsausweis|elektronische Heilberufsausweis]] (eHBA) ist eine Chipkarte für Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten, Apotheker und künftig auch für Angehörige anderer Gesundheitsberufe, die sich damit identifizieren.
 
* Die elektronische Gesundheitskarte, mit der sich der jeweilige Patient ausweist.
 
* Die elektronische Gesundheitskarte, mit der sich der jeweilige Patient ausweist.
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=== Sicheres Netz der Kassenärztlichen Vereinigungen ===
 
=== Sicheres Netz der Kassenärztlichen Vereinigungen ===
Das ”Sichere Netz der Kassenärztlichen Vereinigungen” (SNK) ist Teil der Telematikinfrastruktur, womit Ärzte und Psychotherapeuten zum Beispiel die Abrechnung online bei ihrer [[Kassenärztliche Vereinigung|Kassenärztliche Vereinigung]] einreichen können.
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Das ”Sichere Netz der Kassenärztlichen Vereinigungen” (SNK) ist Teil der Telematikinfrastruktur, womit Ärzte und Psychotherapeuten zum Beispiel die Abrechnung online bei ihrer [[Kassenärztliche Vereinigung|Kassenärztliche Vereinigung]] einreichen können.
  
 
== Literatur ==
 
== Literatur ==
*[https://www.dkgev.de/fileadmin/default/Mediapool/2_Themen/2.1_Digitalisierung_Daten/2.1.5._Telematik-Infrastruktur/2.1.5.1._Einfuehrung_und_Betrieb/2018_11_26_467__2018-002-TI-Hinweise_2-v1.pdf TI-Hinweise 2], Deutsche Krankenhausgesellschaft. Abgerufen am 17. Mai 2019.</ref>
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* [https://www.dkgev.de/fileadmin/default/Mediapool/2_Themen/2.1_Digitalisierung_Daten/2.1.5._Telematik-Infrastruktur/2.1.5.1._Einfuehrung_und_Betrieb/2018_11_26_467__2018-002-TI-Hinweise_2-v1.pdf TI-Hinweise 2], Deutsche Krankenhausgesellschaft. Abgerufen am 17. Mai 2019.
  
 
== Weblinks ==
 
== Weblinks ==