AMERIKA/MEXIKO – Migranten: Staatliche Aufnahmezentren müssen geschlossen werden

Tijuana – Vor wenigen Stunden hat die Jury des World Press Photo 2019 “Das weinende Kind an der Grenze ” von John Moore als bestes Foto des Jahres ausgezeichnet. Das Bild wurde am 12. Juni 2018 in McAllen in Texas, einer Stadt an der Grenze zwischen den USA und Mexiko, aufgenommen. Es erregte sofort große Aufmerksamkeit und wurde in allen internationalen Medien veröffentlicht. Das dramatische Motiv war vielsagend: Kinder wurden an der Grenze von Migrantenfamilien getrennt. Das Foto zeigt die kleine Honduranerin Yanela Sanchez, die unter den Beinen ihrer Mutter Sandra weint, während diese von einem Grenzbeamten durchsucht wird.
Nach ihrer Veröffentlichung des Fotos gaben die US-Grenzbehörden bekannt, dass Yanela und ihre Mutter nicht zu den Tausenden von Familien gehörten, die an der Grenze getrennt worden waren. Die öffentliche Empörung über die von der amerikanischen Regierung verfolgte Politik der Trennung von Kindern von ihren Familien zwang Präsident Donald Trump jedoch, die diesbezüglichen Bestimmungen zu ändern.
Doch an der dramatischen Situation, die dieses Foto zeigt, hat sich nach fast einem Jahr kaum etwas geändert: die Karawanen kommen immer noch an der mexikanischen Grenze zu den Vereinigten Staaten an. Im Rahmen der neuen Einwanderungspolitik der mexikanischen Regierung, die auf der Achtung der Menschenrechte von Transitausländern im Land beruht, hat das Nationale Institut für Migration kürzlich die staatlichen Zentren für Migranten in Morelia, Acapulco, Nogales und Reynosa geschlossen “mangels fehlender Mindestbedingungen für die Bereitstellung von Diensten”. In der Praxis sind es Ortskirchen und einige Hilfsorganisationen der Zivilgesellschaft, die mit Spendengeldern inländischen und ausländischen Migranten helfen.
Allein in der mexikanischen Grenzstadt Tijuana, einem beliebten Ziel für Migranten auf dem Weg in die, 17 Unterkünfte für Migranten, die jedoch hoffnungslos überfüllt sind. In diesen Zentren werden nach Schätzungen insgesamt etwa 1.200 Menschen betreut. Zum Beispiel bietet Zentrum der Salesianer von Don Bosco unter Leitung von Pater Chava täglich ein Frühstück und 800 bis 1.500 Mahlzeiten an, was allein der Hilfsbereitschaft mexikanischer Gemeinden zu verdanken ist, die Lebensmittel, Medikamente und Geld spenden. Ein anderes Beispiel ist die Gemeinde „Embajadores de Jesus“ in Tijuana, die derzeit rund 250 Menschen beherbergt: Haitianer, Guatemalteken, Honduraner, Salvadorianer, Venezolaner, Chilenen und auch Afrikaner.

da: www.fides.org
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