Juri Michailowitsch Lotman

Sujet


← Nächstältere VersionVersion vom 2. Juni 2019, 02:03 Uhr
Zeile 15:Zeile 15:
 
In sujethaften Texten finden Grenzüberschreitungen statt, in sujetlosen Texten nicht.
 
In sujethaften Texten finden Grenzüberschreitungen statt, in sujetlosen Texten nicht.
  
Für die Teilräume des semantischen Feldes sind auf drei Ebenen Gegensätze festzustellen:
+
Die Teilräume des semantischen Feldes sind auf drei Ebenen Gegensätze festzustellen:
 
# [[Topologie (Philosophie)|Topologisch]] – z. B. hoch – tief, links – rechts, innen – außen
 
# [[Topologie (Philosophie)|Topologisch]] – z. B. hoch – tief, links – rechts, innen – außen
 
# [[semantisch]] – die topologischen Unterscheidungen werden mit (häufig wertenden) semantischen Gegensatzpaaren verbunden, gut – böse, vertraut – fremd, natürlich – künstlich
 
# [[semantisch]] – die topologischen Unterscheidungen werden mit (häufig wertenden) semantischen Gegensatzpaaren verbunden, gut – böse, vertraut – fremd, natürlich – künstlich
Zeile 29:Zeile 29:
 
Lotman ist der Meinung, dass jede kulturelle Ordnung der Welt topologisch strukturiert ist. Das bedeutet, dass soziale, religiöse, politische und moralische Modelle über räumliche Vorstellungen [[Konzeptionalisiierung|konzeptionalisiert]] werden.
 
Lotman ist der Meinung, dass jede kulturelle Ordnung der Welt topologisch strukturiert ist. Das bedeutet, dass soziale, religiöse, politische und moralische Modelle über räumliche Vorstellungen [[Konzeptionalisiierung|konzeptionalisiert]] werden.
  
Diese These wird [[Plausibel|plausibilisiert]] <!—getützt?—> durch Forschungsergebnisse der [[Kognitionspsychologie]], die besagen, dass Raumvorstellungen als Gedächtnisstützen fungieren und dass abstrakte Probleme als Raummodelle gedacht werden.
+
Diese These wird [[Plausibel|plausibilisiert]] <!—gestützt?—> durch Forschungsergebnisse der [[Kognitionspsychologie]], die besagen, dass Raumvorstellungen als Gedächtnisstützen fungieren und dass abstrakte Probleme als Raummodelle gedacht werden.
 
Dies reicht allerdings nicht aus, um zu beweisen, dass Erzähltexte notwendig topologisch strukturiert sein müssen. <!—sagt wer?—>
 
Dies reicht allerdings nicht aus, um zu beweisen, dass Erzähltexte notwendig topologisch strukturiert sein müssen. <!—sagt wer?—>